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US-Daten dominieren


11.02.19 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der neuen Handelswoche dominieren die Einträge von US-Datenveröffentlichungen, so die Analysten der Helaba.

Den Auftakt gebe die NFIB-Mittelstandsbefragung, die auf hohem Niveau einen weiteren Rücksetzer erleiden dürfte, denn vorab berichtet Teilergebnisse zum Arbeitsmarkt hätten teilweise nach Rekordständen nachgegeben. Wichtiger im Hinblick auf die FED-Geldpolitik seien aber wohl die neuen Inflationsdaten. Hierbei starte der Reigen am Mittwoch mit den Verbraucherpreisen, die dementsprechend die größte Aufmerksamkeit erhalten würden, während Erzeugerpreise und Importpreise dagegen weniger Beachtung finden dürften. Die Preisentwicklungen stünden unter gemischten Vorzeichen.

Die stark schwankungsanfällige Energiekomponente dürfte deutlich dämpfend wirken. Zwar hätten sich die Ölnotierungen seit dem Dezembertief erholt, die Benzinpreise und die Erdgaspreise des Monats Januar hätten aber deutlich unterhalb des Vormonats gelegen. Preistreibend wirke dagegen der Anstieg der Nahrungsmittelerzeugerpreise im Schlussquartal 2018. Dies könnte ein Gegengewicht zu den Energiepreisen darstellen. Nahrungsmittel hätten mit über 13% einen deutlich höheren Anteil am Verbraucherpreiseindex als Energie mit weniger als 8%. Da zudem die Kernpreise ansteigen würden, sollte ein kleines Monatsplus möglich sein, sodass die Gesamtteuerung nicht weiter sinke. Im laufenden Monat werde sich der preisdämpfende Effekt der Ölnotierungen aber umkehren.

Die Kernrate werde derweil oberhalb der 2%-Marke liegen und so gebe es nach Erachten der Analysten keine weiteren Impulse zum Reduzieren der marktseitigen Inflations- und Zinserwartungen. Auf realwirtschaftlicher Seite seien vor allem die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz von Interesse. Erstere werde belastet durch die rückläufige Zahl der geleisteten Arbeitsstunden. Auch bei den Einzelhandelsumsätzen gebe es wohl keinen Grund zum Jubeln. Benzinpreise würden das nominale Ergebnis drücken und vonseiten des Pkw-Absatzes gebe es keinen positiven Impuls. Alles in allem würden die Sorgen in Bezug auf die Konjunkturentwicklung dadurch nicht geschmälert.

Ob der erste regionale Stimmungsindikator des Verarbeitenden Gewerbes, der Empire-State-Index, des laufenden Monats daran etwas ändern könne, sei offen. Nach dem sich der Index im Januar deutlich abgeschwächt habe, werde mit einem Anstieg gerechnet. Erholte Aktien- und Ölnotierungen würden dies als möglich erscheinen lassen. Beides sei in der Regel auch ein Stimmungsaufheller bei den Konsumenten. Zuletzt seien die Verbraucherumfragen noch deutlich schwächer ausgefallen und so bestehe die Chance auf eine Verbesserung beim vorläufigen Michigan Sentiment. Allerdings sollten die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden, denn die wöchentliche Bloomberg-Verbraucherumfrage beispielsweise lasse nur leichte Verbesserungen erkennen. (11.02.2019/alc/a/a)