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Unternehmensanleihen: Unsicherheit sorgt für höhere Risikoprämien


08.11.18 13:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der starke Abverkauf an den Aktienbörsen belastete im Oktober die mit Risiko behafteten Anlageklassen und damit auch den Markt für Unternehmensanleihen, so die Experten von Union Investment.

Die getrübte Stimmung habe sich auf Gesamtmarktebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) aber nur mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent widergespiegelt. Die Unsicherheit habe sich vor allem in anziehenden Risikoprämien (Spreads) ausgedrückt, die sich um sieben auf 76 Basispunkte ausgeweitet hätten. Auf Einzeltitelebene sei zu beobachten gewesen, dass hinsichtlich der Wertentwicklung die Streuung zwischen Unternehmen mit guter und schlechterer Kreditwürdigkeit merklich zunehme. Mit Blick auf die Branchenentwicklung habe vor allem der Automobilsektor nach einigen Gewinnwarnungen aus dem Zuliefererbereich unter Druck gestanden. Auch seien zyklische Sektoren wie etwa die Baubranche belastet gewesen.

Zudem habe die Lage in Italien (Budgetentwurf mit einem geplanten Defizit von 2,4 Prozent für 2019) mit Konfrontationskurs zur EU, zur Verunsicherung beigetragen. Italienische Unternehmenspapiere hätten aber mit nur leichten Verlusten vergleichsweise moderat reagiert, da diese bereits in jüngster Vergangenheit abverkauft worden seien und somit der Druck hinsichtlich weiterer Anpassungen nur gering gewesen sei. Die High Yield-Gefahr für Italien scheine mit den jüngsten Ratingaktionen von Moody's und S&P bis auf weiteres gebannt.

Etwas mehr hätten Hybridpapiere und nachrangige Finanzanleihen (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) abgegeben, die 0,9 bzw. 0,5 Prozent verloren und Spreadausweitungen von bis zu 20 Basispunkten aufgewiesen hätten. Bei den hochverzinslichen Papieren (HighYield) habe der ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index 0,9 Prozent verloren. Die Spreads hätten sich um 42 auf 320 Basispunkte ausgeweitet. Am stärksten habe der US-High Yield-Markt verloren, dortige Anleihen hätten 1,6 Prozent abgegeben, während sich die Spreads um 45 Basispunkte erhöht hätten.

Am Primärmarkt sei die Neuemissionstätigkeit angesichts der Quartalsberichtssaison und des schwachen Marktumfeldes gering gewesen. Der Rückzug der EZB aus dem Anleiheankaufprogramm dürfte angesichts eines künftig erwartet rückläufigen Neuemissionsangebotes etwas abgemildert werden. (Ausgabe Oktober 2018) (08.11.2018/alc/a/a)