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Weitere Knappheitssignale am US-Arbeitsmarkt?


12.02.19 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA sind die Inflations- und die Zinserwartungen Ende 2018 zurückgeschraubt worden und tendenziell gehen Marktteilnehmer in diesem Jahr von einer Zinssenkung aus, so die Analysten der Helaba.

Im Zuge der Aktienkursschwäche der letzten Monate seien auch die Erwartungen für das kommende Jahr reduziert worden. Während die Aktienkurse sich seit dem Dezembertief wieder kräftig erholt hätten, seien die Zinserwartungen weiterhin gedämpft. Der Blick auf die fundamentalen Rahmendaten zeige, dass der Markt sich damit sehr weit vorwage, auch weil die US-Notenbank möglicherweise vorschnell moderatere Töne angeschlagen habe. Zwar agiere die FED in Abhängigkeit der eingehenden Wirtschaftsdaten, Eile sei aber nicht geboten, so der Tenor der letzten Wochen.

Die Arbeitsmarktstatistiken seien derweil solide, Indikatoren für den Inflationsdruck würden nach oben weisen und zuletzt hätten sich Stimmungsindikatoren wieder stabilisiert. Heute finde sich das NFIB-Mittelstandsbarometer im Kalender. Die Stimmung habe in den letzten Monaten auf hohem Niveau nachgegeben und eine erneute Abschwächung werde erwartet. Bei der Teilbefragung, welches das drängendste Problem der Unternehmen sei, sei an erster Stelle jedoch weiterhin die Arbeitskräftequalifizierung genannt worden, während Absatzprobleme keine Rolle gespielt hätten.

Nach Erachten der Analysten sei die Frage, ob es weitere Knappheitssignale am US-Arbeitsmarkt gebe, durchaus von Interesse. Dies gelte, weil das Leitzinsniveau von 2,38% zusammen mit der PCE-Kerninflation einen Realzins von aktuell 0,5% ergebe. Die letzten Berechnungen (Laubauch/Williams) der FED zum neutralen Realzins würden ein Niveau von 0,6% aufweisen, sodass das Zinsniveau wohlwollend als neutral zu bezeichnen sei. Steige die Kerninflation aber weiter, stehe die FED unter Zugzwang. Anders ausgedrückt, der zukünftige FED-Kurs sei datenabhängig. Vor diesem Hintergrund sei auch der Blick auf die Zahl der offenen Stellen (JOLTS) hilfreich. Ungeachtet des Rückgangs seit dem Hoch im August bei 7,3 Mio. sei das Niveau noch immer deutlich überdurchschnittlich, auch in Relation zur Gesamtbeschäftigung. (12.02.2019/alc/a/a)