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Zinszyklus der FED dürfte noch lange nicht abgeschlossen sein


11.01.19 17:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Fortsetzung der globalen Expansionsphase dürfte in diesem Szenario grundsätzlicher Treiber der geldpolitischen Wende bleiben, so die Analysten der National-Bank AG.

Mit Blick auf den weiteren Kurs der US-amerikanischen Notenbank würden die Analysten erwarten, dass die FED ihre schrittweise und datengetriebene Vorgehensweise fortsetzen werde. Zwar habe die FED zuletzt Hinweise darauf gegeben, dass der Leitzinspfad ggf. auch flacher verlaufen könnte. Im Kern dürfte das moderatere Vorgehen der US-Notenbank aber auch auf die globale Verantwortung der FED zurückgehen, die der Eintrübung der Perspektiven für die Weltwirtschaft Tribut zolle. Hierbei verleihe der moderate Preisdruck - vor allem in Relation zur sehr guten Beschäftigungsentwicklung - der US-Notenbank den Spielraum, jeweils flexibel auch auf die globale Konstellation zu reagieren.

Jenseits der Belastungen durch den Handelskonflikt bleibe die US-Wirtschaft auch nach der Wahrnehmung der US-Notenbank sehr robust. Daher erwarten die Analysten der National-Bank AG, dass der Zinszyklus der FED noch lange nicht abgeschlossen ist. Vor dem Hintergrund der Einschätzung der Analysten, dass die US-Wirtschaft in der Expansionsphase bleibe, würden sie es für immer wahrscheinlicher halten, dass die US-Renditen im Laufe dieses Weltwirtschaftszyklusses noch deutlich steigen und somit möglicherweise an die Vor-Lehman-Zeit anknüpfen könnten. Sie würden allerdings nicht glauben, dass diese Werte bereits im Jahr 2019 erreicht werden könnten. Für das Jahresende würden die Analysten Renditen um 3,4% erwarten - mit Blick auf die schwächere Entwicklung hätten sie ihre Prognosen also etwas zurückgenommen. Mit Blick auf die Zinsentwicklung in Deutschland und Europa würden die Analysten erwarten, dass sich die derzeitige Entkopplung der Zinssätze fortsetze ggf. sogar noch weiter akzentuiere.

Mit Blick auf die strukturellen Schwächen werde die EZB die Geldpolitik auf lange Jahre vom internationalen Trend abkoppeln, das Zinsniveau in Europa werde vermutlich erst im Jahre 2020 an die 1-%-Marke heranreichen. Der weitere Verlauf werde dann auch maßgeblich von der Frage abhängen, wie sich der Handelskonflikt und der Brexit weiter entwickeln würden. Auf Jahressicht sei daher trotz der nach Erachten der Analysten auch weiterhin aufwärtsgerichteten Kräfte an den internationalen Kapitalmärkten ein weit unterdurchschnittliches Renditeniveau knapp unter 0,8% für 10-jährige Bundesanleihen zu erwarten. (11.01.2019/alc/a/a)