8% Rohstoffanleihen auf Rohöl, Benzin und Silber: Neue Kurzläufer mit Zinskupon


19.09.12 11:08
ZertifikateAnleger

Kiel (www.anleihencheck.de) - Eine fest stehende Zinszahlung am Ende der Laufzeit ist wesentliches Merkmal von drei neuen Rohstoffanleihen auf Brent Crude Rohöl, Benzin und Silber, so die Experten vom "ZertifikateAnleger".

Die Pläne der US-amerikanischen Notenbank FED, weitere Anleihen zu kaufen und die Wirtschaft zusätzlich mit Liquidität zu stützen, sowie die zugespitzte Lage in der Arabischen Welt hätten den Ölpreis in der vergangenen Woche weiter in die Höhe getrieben. An der Rohstoffbörse ICE habe der nächst fällige Terminkontrakt über ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent Crude am Montag 116,68 US-Dollar gekostet und damit so viel wie zuletzt Anfang Mai 2012. Innerhalb der vergangenen drei Monate habe sich der Future damit um mehr als 20 Prozent verteuert.

Die Bank Credit Suisse biete noch bis zum 24. September eine Anleihe an, deren Rückzahlung an die Entwicklung dieses Terminkontraktes gekoppelt sei. Sie habe nur eine kurze Laufzeit bis Ende März kommenden Jahres. Unabhängig davon, wie sich der Ölpreis entwickle, würden ihre Besitzer am Laufzeitende einen Kupon in Höhe von acht Prozent per anno auf den Nominalbetrag ausbezahlt erhalten.

Für die Tilgung gelte: Die Bank zahle den Nominalbetrag zu 100 Prozent zurück, wenn der Kurs des Ölfutures während der Laufzeit stets oberhalb von 70 Prozent des Preises bei Emission der Anleihe notiere. Komme es hingegen zu einem stärkeren Preisrückgang, würden dem Anleger massive Verluste drohen. Die Rückzahlung hänge dann vorn Ölpreis bei Fälligkeit ab. Jeden Verlust beim Basiswert, der sich am Ende der Laufzeit ergebe, rechne die Bank auf den Nominalbetrag der Anleihe an.

Um auf einen Kursanstieg beim Rohöl zu spekulieren, sei die Anleihe kaum geeignet - schließlich würden die Besitzer bei Fälligkeit nicht an einem Preisanstieg beim Basiswert beteiligt. Wer mit einer deutlichen Verteuerung von Brent Crude Rohöl rechne, finde auf dem Derivatemarkt besser passende Produkte. Die Anleihe richte sich stattdessen an Investoren, die bei kurzer Laufzeit auf den Zinskupon aus seien und einen Kursrückgang bei Brent Crude um mehr als 30 Prozent im kommenden halben Jahr nicht erwarten würden.

Nach ähnlichem, wenn auch nicht ganz identischem Funktionsprinzip biete auch Société Générale derzeit zwei Rohstoffanleihen (ISIN DE000SG3JD72 / WKN SG3JD7, ISIN DE000SG3JD80 / WKN SG3JD8) zur Zeichnung an. Basiswert der ersten Anleihe sei der Future für Benzin, die zweite Anleihe beziehe sich auf den Preis der Feinunze Silber. Der jeweilige Kupon betrage ebenfalls acht Prozent per anno. Beide Produkte würden in rund einem Jahr fällig.

Anders als bei der Anleihe von Credit Suisse werde bei diesen Anleihen für die Tilgung einzig der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende herangezogen. Die Barriere gelte nur an einem Stichtag und nicht während der gesamten Laufzeit. Notiere der jeweilige Basiswert auf oder oberhalb einer Barriere von 80 Prozent des Startwertes, werde die Anleihe zu 100 Prozent getilgt. Anderenfalls müsse der Besitzer eine entsprechend dem Kursverlust bei Rohstoff verminderte Tilgung in Kauf nehmen.

Ob Rohöl, Silber oder Benzin als Basiswert - bei den vorgestellten Anleihen stehe die maximal mögliche Rückzahlung, Nominalbetrag plus Zinskupon, bei Emission bereits fest. Einen Kapitalschutz gebe es nicht, der Anleger trage sowohl das Kurs- als auch das Emittentenrisiko. Credit Suisse verlange bei Zeichnung der Öl-Anleihe einen Ausgabeaufschlag in Höhe von 0,5 Prozent, Société Générale erhebe für die Benzin- und für die Silberanleihe jeweils einen Ausgabeaufschlag in Höhe von einem Prozent. (Ausgabe 19 vom 18.09.2012) (19.09.2012/alc/n/a)