Aareal Bank wird 2020 mit negativem Konzernbetriebsergebnis in zweistelliger Millionenhöhe abschließen - Anleihenews


18.01.21 08:45
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Aareal Bank Gruppe (ISIN DE0005408116/ WKN 540811) wird das Geschäftsjahr 2020 nach heutigem Erkenntnisstand mit einem negativen Konzernbetriebsergebnis in zweistelliger Millionenhöhe abschließen, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Ursächlich dafür ist eine gegenüber den ursprünglichen Erwartungen erhöhte Risikovorsorge. Aufgrund der weltweit verlängerten und verschärften Lockdown-Maßnahmen hat die Bank grundsätzlich alle Kredite, in denen Liquiditätsmaßnahmen (Zahlungsaufschübe und Liquiditätslinien) gewährt wurden, in Stage 2 klassifiziert, das heißt: mit Blick auf mögliche, aber noch nicht eingetretene Ausfallrisiken mit Risikovorsorge belegt. Darüber hinaus wird punktuell auch die Risikovorsorge in Stage 3 erhöht, also die Vorsorge für als ausfallgefährdet geltende Engagements. Insgesamt hat die Bank damit in erheblichem Umfang vorausschauende, zusätzliche Risikovorsorge getroffen und trägt so der jüngsten Verschärfung der Pandemie umfassend Rechnung.

Bei der heutigen Aussage zum Konzernbetriebsergebnis 2020 ist zu berücksichtigen, dass der Nettogewinn aus dem Verkauf des Minderheitenanteils an der Aareon in Höhe von rund 180 Mio. EUR, wie bereits kommuniziert, nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern erfolgsneutral direkt im Eigenkapital abgebildet wird. Die vollständigen vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 wird die Aareal Bank, wie angekündigt, am 24. Februar 2021 veröffentlichen. Für das laufende Jahr geht das Unternehmen weiterhin von einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung aus, sobald die weltweiten Impf-Kampagnen ihre Wirkung entfalten. Auf dieser Basis erwartet die Aareal Bank für 2021 ein deutlich positives Betriebsergebnis.

Aufgrund ihrer starken Kapitalisierung plant die Aareal Bank ihren Aktionären eine Dividendenzahlung von insgesamt 1,50 EUR je Aktie im Jahr 2021 für das Geschäftsjahr 2020 in Aussicht zu stellen. Dies steht naturgemäß unter dem Vorbehalt der jeweils gültigen aufsichtlichen und regulatorischen Vorgaben und müsste in zwei Schritten erfolgen. Unter Einhaltung der am 15. Dezember 2020 durch die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichten Vorgaben errechnet sich nach heutigem Stand der Abschlussarbeiten ein ausschüttungsfähiger Betrag von ca. 35 bis 40 Cent je Aktie. Der Vorstand plant, vorbehaltlich der Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses und der Zustimmung der Aufsichtsbehörde zur Gewinneinbeziehung der regulären Hauptversammlung im Mai 2021 einen entsprechenden Gewinnverwendungsvorschlag vorzulegen. Die verbleibenden ca. 1,10 bis 1,15 EUR je Aktie können im 4. Quartal 2021 ausgeschüttet werden, falls zu diesem Zeitpunkt die Vorgaben der Aufsichtsbehörden mit Bezug auf die Unsicherheiten rund um die Covid-19-Krise erfüllt sind.

Die Aareal Bank wird den angestrebten Ausschüttungsbetrag in Höhe von insgesamt rund 90 Mio. EUR bereits zum 31.12.2020 als Abzug im regulatorischen Kapital berücksichtigen.

Finanzvorstand Marc Heß erklärte dazu: "Wir haken das Pandemie-Jahr 2020 mit einer umfassenden Vorsorgemaßnahme für Covid-19-bedingte Risiken ab. Unsere starke Kapitalbasis ermöglicht es uns darüber hinaus, die Dividendenzahlungen wieder aufzunehmen. Zugleich haben wir nun den Rücken frei, um die Chancen, die sich aus einem veränderten Umfeld für uns ergeben, konsequent zu nutzen."

Strategic Review: Signifikante Ergebnissteigerung bis 2023 angestrebt

Die grundsätzliche Zuversicht wird auch durch die noch laufende, im Herbst 2020 gestartete 360-Grad-Überprüfung der im Januar 2020 vorgestellten Strategie "Aareal Next Level" gestützt. Deren vollständiges Ergebnis wird ebenfalls am 24. Februar 2021 kommuniziert. Wichtige Eckpunkte liegen bereits vor: Das Geschäftsmodell der Aareal Bank Gruppe ist auch in einem nach Überwindung der Pandemie normalisierten Umfeld tragfähig. Innerhalb des bestehenden strategischen Rahmens "Aareal Next Level" werden allerdings Anpassungen vorgenommen, um die Chancen aus den Covid-19-induzierten Veränderungen vollständig zu nutzen und auch zukünftig erfolgreich wirtschaften zu können.

Konkret strebt die Aareal Bank Gruppe an, bereits im Jahr 2023 - ohne Berücksichtigung möglicher Akquisitionen - ein Konzernbetriebsergebnis in der Größenordnung von 300 Mio. EUR zu erwirtschaften. Voraussetzung ist die bis dahin vollständige Überwindung der Covid-19-Pandemie. Ein ähnliches Ergebnisniveau konnte die Bank in der jüngeren Vergangenheit nur in Ausnahmejahren mit starken Einmalbeiträgen aus Akquisitionen erreichen.

Auf dieser Basis errechnet sich eine Eigenkapitalrendite (RoE) in Höhe der Kapitalkosten von rund 8 Prozent nach Steuern, bei einer unterstellten, im Marktvergleich überdurchschnittlichen CET1-Quote von rund 15 Prozent (Basel IV phase-in, revised IRBA). Dies gilt sowohl für die Gruppe als auch für die Bank (ohne Aareon).

Die zentralen Hebel für die angestrebte signifikante Ergebnissteigerung auf rund 300 Mio. EUR sind: Erstens wird die Bank im Segment Strukturierte Immobilienfinanzierungen (SPF) die bereits im 4. Quartal 2020 erfolgreich forcierte risikobewusste, organische Ausweitung des Finanzierungsgeschäfts fortsetzen, mit einem Zielvolumen des Kreditportfolios von rund 30 Mrd. EUR per Ende 2022. Zweitens soll die Profitabilität des Geschäfts selbst weiter gestärkt werden, unter anderem durch die Optimierung der Funding- und Kapitalstruktur. Drittens wird das Unternehmen im Segment Consulting/Dienstleistungen Bank die mit dem erfolgreichen Abschluss des Unbundlings steigenden Chancen für eine Ausweitung des Produktangebots und weitere Partnerschaften nutzen, insbesondere um das Provisionsgeschäft zu stärken. Viertens erwartet die Aareal Bank durch die Umsetzung des gemeinsam mit dem Partner Advent in Erarbeitung befindlichen Value Creation Plans für die Aareon eine noch höhere Ergebnisdynamik. Fünftens werden weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in Organisation, Prozessen und Infrastruktur umgesetzt, unter anderem mit dem Ziel einer Cost-Income-Ratio von rund 40 Prozent im Kernbereich SPF.

Finanzvorstand Marc Heß erklärte: "Die Strategieüberprüfung ist noch nicht abgeschlossen. Aber wir sind uns bereits hinreichend sicher, dass unsere Strategie grundsätzlich auch für die Zeit nach der Überwindung der Pandemie trägt. Wir werden jedoch an verschiedenen Stellen nachschärfen, um auch in dem veränderten Umfeld nachhaltig erfolgreich zu sein. So wird es uns gelingen, ein Ergebnis in einer Größenordnung zu erreichen, das sogar über dem Vorkrisenniveau liegt." (Pressemitteilung vom 17.01.2021) (18.01.2021/alc/n/a)






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