Einspruch stattgegeben! Finanzamt erkennt Verluste aus der Scholz-Anleihe an - Anleihenews


15.03.18 09:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Eine wegweisende Entscheidung? Wie die Kanzlei Schirp & Partner Rechtsanwälte mbB mitteilt, war ihr Einspruchsverfahren bzgl. der steuerlichen Anrechnung von Verlusten aus der Scholz-Anleihe erfolgreich, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Das bedeute, geprellte Anleger könn(t)en den Fiskus in Zukunft an Verlusten beteiligen, die sie mit Anleihen erleiden würden.

Im ersten bislang durchgeführten Einspruchsverfahren gegen einen Steuerbescheid, in dem die Verluste aus der Scholz-Anleihe nicht anerkannt worden seien, habe das Finanzamt nun einlenken müssen. Die Verluste aus der Scholz-Anleihe seien nunmehr, in der Einspruchsentscheidung, vollständig anerkannt worden, teile die Kanzlei Schirp & Partner mit. Die Scholz-Anleger hätten einen Verlust von über 90% erlitten. Schirp & Partner würden nun einen Weg aufzeigen, wie die aufgetretenen Verluste steuerlich geltend gemacht werden könnten, um so zumindest einen Teil des Schadens durch steuerliche Effekte zu kompensieren.

"Fiskus muss sich an Verlusten beteiligen"

Anne Wenzelewski, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Steuerrecht bei Schirp & Partner Rechtsanwälte mbB, die den Einspruchsführer in diesem Verfahren beraten habe: "Das erfolgreiche Einspruchsverfahren ist für unseren Mandanten bares Geld wert. Nun muss sich der Fiskus an den aufgetretenen Verlusten beteiligen. Das ist nur fair, weil der Fiskus ja auch gern die Hand aufhält, wenn der Anleger Gewinne realisiert. Alle Anleger sollten gegenüber dem Finanzamt hart bleiben, die Verluste in der Steuererklärung angeben und gegebenenfalls Einspruch einlegen. Gerne unterstützen wir bei der Einspruchsbegründung gegenüber dem Finanzamt oder, falls notwendig, auch in einem Finanzgerichtsprozess".

Hintergrund: Die Finanzbehörden hätten bislang auf dem Standpunkt gestanden, die Verluste seien nicht steuerlich anzuerkennen. Eine neuere Entscheidung des Bundesfinanzhofes (BFH) zwinge die Finanzbehörden jedoch zum Einlenken. Der BFH habe mit Urteil vom 24. Oktober 2017 - VIII R 13/15 entschieden, dass der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung in der privaten Vermögenssphäre nach Einführung der Abgeltungssteuer zu einem steuerlich anzuerkennenden Verlust nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG führe. Dies gelte auch für Verluste aus Anleihen, wie zum Beispiel der Scholz-Anleihe.

Hinweis: Schirp & Partner würden ihren Mandanten daher raten, die Verluste aus Anleihen in der Steuererklärung geltend zu machen. Falls die Finanzbehörden diese Verluste nicht anerkennen würden, würden Schirp & Partner dazu raten, Einspruch einzulegen und dabei auf das neue Urteil des BFH zu verweisen.

Betroffene Anleihe-Inhaber

Die Entscheidung des BFH könne auch für die Anleger Bedeutung haben, die in folgende andere Anleihen investiert hätten:

Friedola Gebr. Holzapfel GmbH, WKN: A1MLYJ;
Gebr. Sanders, WKN: A1X3MD;
German Pellets, WKN: A1H3J6, A13R5N, A141BE, A1TNAP;
Getgoods.de, WKN: A1PGVS;
GEWA 5 to 1, WKN: A1YC7Y;
Golden Gate GmbH, WKN: A1KQXX;
KARLIE Group GmbH, WKN: A1TNG9;
KTG Agrar SE, WKN: A1H3VN, A1ELQU, A11QGQ;
KTG Energie AG , WKN: A1ML25;
Laurèl GmbH, WKN: A1RE5T;
MIFA Mitteld. Fahrrad. AG, WKN: A1X25B;
MS Deutschland Beteiligungs GmbH, WKN: A1RE7V;
Penell, WKN: A11QQ8;
STEILMANN, WKN: A14J4G, A12UAE , A1PGWZ;
RUDOLF WOEHRL AG, WKN: A1R0YA;
RENA GmbH WKN: A1TNHG, A1ZAEM;
Strenesse AG, WKN: A1TM7E;
Scholz, WKN: A1MLSS;
Travel 24, WKN: A1PGRG;
Günther Zamek GmbH & Co. KG, WKN: A1K0YD

Kontakt für Rückfragen:
Rechtsanwältin Anne Wenzelewski (Fachanwältin für Steuerrecht),
Schirp & Partner Rechtsanwälte mbB,
Leipziger Platz 9, 10117 Berlin,
Tel. 030-3276170,
e-mail wenzelewski@ssma.de,
URL: www.ssma.de

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 14.03.2018) (15.03.2018/alc/n/a)