Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Walt Disney: Streamingdienst als Retter in der Not? Anleihenanalyse


27.03.20 12:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Walt Disney eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Zu Beginn dieser Woche habe der US-amerikanische Unterhaltungskonzern Walt Disney seinen Streamingdienst Disney+ in Europa gestartet. Neben den Nutzern in den Niederlanden, wo der Dienst schon seit dem Herbst des vergangenen Jahres zur Verfügung stehe, könnten sich jetzt auch Serien- und Spielfilmfans in Deutschland, Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich über den grenzenlosen Zugriff auf die Unterhaltungspalette aus dem Hause Disney freuen. Vorausgesetzt natürlich, diese seien zum Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements bereit. Freuen hierüber dürfte sich auch der Unterhaltungsgigant selbst, dem seine Einnahmequellen durch den Ausbruch der Corona-Krise reihenweise weggebrochen seien, und der nun endlich wieder mit positiven Schlagzeilen auf sich aufmerksam machen könne.

In den vergangenen Wochen habe eine Vielzahl an Hiobsbotschaften Walt Disney erschüttert. Zunächst habe der Ausbruch des Corona-Virus im asiatischen Raum die Unternehmensführung zur Schließung der in der Region ansässigen Freizeitparks gezwungen. Seitdem würden die Pforten in Hong-Kong, Tokio und Singapur für zahlungswillige Besucher verschlossen bleiben. Auf die globale Verbreitung des Virus sei die Schließung der Parks in Paris und in den USA gefolgt. Ein herber Rückschlag für das Unternehmen, hätten sich doch vor allem die Vergnügungsparks im Mutterland des Konzerns zu wahren Besuchermagneten etabliert. Alleine der Themenpark in Orlando habe vergangenes Jahr rund 21 Mio. Besucher aus aller Welt nach Florida gelockt. Zudem dürften seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie die vier Kreuzfahrtschiffe des Unternehmens nicht mehr in See stechen, was sich ebenfalls negativ auf die Einnahmesituation von Walt Disney auswirke.

In Mark und Bein getroffen worden sei der Konzern jedoch durch die Unterbrechung des Spielbetriebs in der US-amerikanischen Profibasketballliga (NBA) und Profibaseballliga (MLB). Die milliardenschweren Übertragungsrechte dieser Großveranstaltungen habe sich der hauseigene Sportsender ESPN gesichert, welchem nun schlichtweg kein Sendematerial zur Verfügung stehe. Des Weiteren sei auch das Kerngeschäft Disneys, die Produktion von Unterhaltungsfilmen, von den Auswirkungen der Krise nicht verschont geblieben. So sorge beispielsweise die globale Schließung der Kinos dafür, dass auch in diesem Schlüsselsegment aktuell keine Einnahmen generiert werden könnten. Zudem müssten zahlreiche Projekte, darunter die geplante Neuverfilmung des Kassenschlagers "Mulan", auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Vor dem aktuellen Hintergrund stelle die Expansion von Disney+ eine mehr als dringendst benötigte Einnahmequelle dar. Aber auch in der Zukunftsplanung solle das Streaminggeschäft eine zentrale Schlüsselposition einnehmen, die dem Konzern dabei helfen solle, an die Erfolge vergangener Tage anzuknüpfen. Orientiert habe man sich hierbei an Netflix, ein Unternehmen welches wie kaum ein zweites die TV Landschaft verändert habe, und die einstigen Kunden klassischer Fernsehsender vom eigenen Angebot habe überzeugen können.

Dieser Erfolg habe offensichtlich Begehrlichkeiten beim Schöpfer von Micky Maus geweckt. Denn das Angebot von Disney+ umfasse keineswegs ausschließlich Zeichentrickproduktionen und richte sich somit nicht nur an ein jüngeres Publikum. Neben den weltbekannten Geschichten der Disneyfiguren stünden auf dem Streamingportal auch Inhalte für Jugendliche und Erwachsene zur Verfügung. So besitze Disney beispielsweise die Rechte an der Star Wars Saga, den Marvell Comic Verfilmungen und an den Simpsons. Zudem besitze Disney reichlich Erfahrung in der Filmproduktion und sei deshalb mühelos dazu in der Lage, eigene Formate für das Streamingportal herzustellen und damit Netflix unter Druck zu setzten. Der Star Wars Ableger "The Mandalorian" könne als Beispiel für eine solche Eigenproduktion genannt werden, die der Konzern exklusiv für den Vertrieb auf dem hauseigenen Streamingdienst aus dem Boden gestampft habe. Gerade solche Eigenproduktionen scheinen einen erheblichen Anteil am großen Erfolg von Disney+ in den USA, wo das Angebot bereits seit November 2019 für Abonnementen zur Verfügung steht, beigetragen zu haben, so die Bank Vontobel Europe AG weiter. Dort sollten nach Angaben des Unternehmens bereits 28,6 Mio. Kunden das Angebot von Disney+ nutzen.

Ein Weiterer Erfolgsfaktor dürfte die Preispolitik darstellen. Um bereits etablierten Unternehmen wie Netflix Anteile des Streamingmarkts zu entreißen, setze Disney auf eine Niedrigpreispolitik und unterbiete die Abo-Preise der Konkurrenz. Ob es dem neuen Geschäftszweig von Disney gelingen werde, sich gegen die etablierten Anbieter auf dem Streamingmarkt durchzusetzen, werde die Zukunft weisen, zurzeit scheine der Erfolg der Unterhaltungsgiganten eng mit dem Erfolg von Disney+ verbunden zu sein.

Die Aktie der Walt Disney Company werde aktuell bei USD 100,73 (26.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei USD 151,64 (26.11.2019) und das Jahrestief bei USD 85,76 (23.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 26 Analysten die Aktie auf "buy", sechs auf "hold" und kein auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VE9SPB7 / WKN VE9SPB) auf Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866), Netflix und Walt Disney. Der Kupon sei auf 12,00% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 50,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 19.03.2021, fällig sei die Anleihe am 26.03.2021. Der Zeichnungsschluss sei am 30.03.2020. (Stand: 27.03.2020, 13:42)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (27.03.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
103,25 € 103,20 € 0,05 € +0,05% 27.05./19:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000VE9SPB7 VE9SPB 103,72 € 96,17 €
Werte im Artikel
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+1,23%
121,53 plus
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103,25 plus
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2.410 minus
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