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Japans Nullzinspolitik feiert 20. Geburtstag


12.02.19 12:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit demnächst steigenden Leitzinsen ist in Japan wohl kaum zu rechnen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen"..

Vor 20 Jahren habe die Bank of Japan (BoJ) die Nullzinspolitik erfunden. Zur Bekämpfung der Deflation sei der Leitzins lange Zeit bei null Prozent belassen worden. Inzwischen habe die Zentralbank sogar nachgelegt. Mit der Reduktion des Leitzinses auf -0,1 Prozent sei die Nullzinspolitik zur Negativzinspolitik geworden. Zusätzlich werde die laufende Verzinsung zehnjähriger Staatsanleihen durch die Notenbank bei etwa null Prozent gehalten.

Das Hauptziel dieser extrem expansiven Geldpolitik, eine Anhebung der Inflation auf den Zielwert der BoJ von zwei Prozent, sei bisher jedoch nicht erreicht worden. Strukturelle Faktoren, wie eine ungünstige demografische Entwicklung und geringe Lohnsteigerungen, würden den Preisdruck weiter niedrig halten. Laut einer Einschätzung der BoJ müsste der Lohnanstieg im Jahresvergleich bei 2,5 Prozent liegen, um eine Inflation auf Zielniveau zu ermöglichen. Im Dezember habe der Zuwachs jedoch lediglich 0,9 Prozent betragen. Trotz der zunehmenden Besorgnis um die Finanzmarktstabilität dürfte die BoJ daher auf absehbare Zeit an ihrer Geldpolitik festhalten.

Die Auswirkungen auf den Wechselkurs seien bisher allerdings gering geblieben. Vor allem kurzfristig werde die Währung von anderen Faktoren, wie internationalen Risiken, beeinflusst. Die Nachfrage nach Yen als sicherem Hafen könnte die Währung bis Jahresende weiter stützen. (12.02.2019/alc/a/a)