KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,50%-UniDevice-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


02.12.19 12:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 6,50%-Anleihe (ISIN DE000A254PV7 / WKN A254PV) der UniDevice AG mit Laufzeit bis 2024 kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die UniDevice AG sei seit 2009 als sog. B2B Broker für Kommunikations- und Unterhaltungselektronik mit Schwerpunkt auf hochpreisigen Smartphones führender Hersteller wie Apple und Samsung tätig. Das Geschäft solle auch auf AirPods und sog. "Wearables" (z.B. Apple Smartwatches) ausgedehnt werden. Der Börsengang der UniDevice AG sei im Jahr 2018 erfolgt. Das Geschäftsmodell sei darauf angelegt, sich die weltweiten unterschiedlichen Verfügbarkeiten, Kundenvorlieben und Preise für Smartphones als Intermediär zunutze zu machen. Die Kunden seien Mobilfunkdienstleister (wie Vodafone, Telekom und Telefonica etc.) sowie Groß- und Einzelhändler. Die Lieferanten seien sog. Distributoren (auch Mobilfunkdienstleister wie oben erwähnt) in erster Linie im europäischen Raum. Beide Parteien seien darauf angewiesen, Lageroptimierungen und Liquiditätsvorteile zu erzielen bzw. ihr "working capital" gering zu halten.

Der Ansatz der UniDevice AG mit ihrer operativen Tochtergesellschaft PPA International AG sei es, zwischen diesen Bedürfnissen diskret als Broker zu vermitteln, denn beide Parteien möchten nicht, dass ihre aktuellen Lager- und Dispositionsbedarfe den anderen Partnern bekannt würden. Die zusätzliche Besonderheit der UniDevice AG sei es, in diesem Umfeld durch schnelle Lieferungen und Käufe zwischen diesen Parteien zu agieren, zumal durch die langjährige Erfahrung im Markt als verläßlicher Geschäftspartner für beide Seiten ein großes Netzwerk habe aufgebaut werden können, was von unschätzbaren Wert für diese Art des Geschäftes sei.

Dadurch, dass UniDevice zuvor regelmäßig die Kundenbedarfe sondiere und in der komfortablen Lage sei, aufgrund der eigenen Liquidität kurzfristig und schnell Warenpositionen einzugehen, könne UniDevice in der Eigenschaft als Broker Preisvorteile gegenüber der Bestellung von in Asien produzierten und angelieferten Produkten für sich generieren. Aufgrund der hohen Volumina mit hochpreisigen Produkten seien 20 Mitarbeiter, die in Summe über elf verschiedene Sprachen sprechen würden, ausreichend, das Geschäft zu führen.

In Deutschland betrage der jährliche Umsatz nur mit Mobiltelefonen rund 15 Milliarden Euro, in der EU seien dies rund 84 Milliarden Euro. Der Marktanteil der UniDevice liege derzeit im Promillebereich. In anderen Märkten, wie beispielsweise im Pharmabereich dem sogenannten Parallelimport von Arzneimitteln, betrage das internationale Geschäft, welches sich mit der Optimierung von Verfügbarkeiten, Kundenvorlieben und Preisen beschäftige, zwischen 5% und 10% des Marktvolumens. Somit bestünden noch enorme Wachstumsmöglichkeiten.

Im Jahr 2013 sei die Umsatzmarke von 100 Mio. Euro erreicht worden. Das Jahr 2016 sei mit einem Umsatz von 134 Mio. Euro und mit einem Ergebnis nach Steuern (EAT) von 0,368 Mio. Euro abgeschlossen worden. Mit zusätzlichen Bankdarlehen im Jahr 2017 habe durch den Mechanismus der oben erwähnten Umschlagshäufigkeit ein Umsatz von 229 Mio. Euro und ein Ergebnis nach Steuern (EAT) von 0,599 Mio. Euro erreicht werden können. Im Jahr 2018 seien die Bankdarlehen von 2,0 auf 4,5 Millionen aufgestockt worden. Dadurch habe der Umsatz für das Jahr 2018 auf 317 Mio. Euro und das Ergebnis nach Steuern (EAT) auf 0,994 Mio. Euro gesteigert werden können.

Innerhalb der letzten zwei Jahre habe so ein durchschnittliches Wachstum von mehr als 50% in Umsatz und EAT erzielt werden können. Für das Jahr 2019 erwarte der Konzern einen Umsatz von rund 350 Mio. Euro und einem Ergebnis nach Steuern (EAT) von rund 2 Mio. Euro. Im zweiten Halbjahr 2019 konzentriere sich das Unternehmen auf die Erhöhung der EBIT-Marge von knapp 1% auf 1,7% und weniger stark auf das Umsatzwachstum. Die Mittel der Anleihe sollten teilweise die zuvor eingegangenen Bankverbindlichleiten ablösen und die finanzielle Beweglichkeit am Markt erhöhen.

Zum 30.06.2019 weise die UniDevice AG auf Konzernebene eine sehr solide Eigenkapitalquote von rd. 75% (Vorjahr: 65%) aus. Der Cash Flow aus operativer Tätigkeit sei zunächst noch negativ, aufgrund des mit dem enormen Wachstum verbundenen Vorratsaufbaus. Dieser solle sich in den Folgejahren aufgrund der Konsolidierung auf hohem Niveau und der Verbesserung der Marge deutlich verbessern.

Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der UniDevice AG sei mit einem Zinskupon von 6,50% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 17.06. und 17.12.) ausgestattet und habe eine Laufzeit vom 17.12.2019 bis zum 17.12.2024. Im Rahmen der Emission sollten bis zu 20 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro ausgegeben werden.

In den Anleihebedingungen seien vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten der Emittentin ab dem 17.12.2021 zu 102%, ab 17.12.2022 zu 101% und ab 17.12.2023 zu 100% des Nennwertes vorgesehen. In den Anleihebedingungen seien außerdem eine Transparenzverpflichtung, eine Dividenden- und Ausschüttungssperre sowie eine Verpflichtung zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote und zum Verschuldungsgrad (als Zins Step-up) verankert. Nach Abschluss der Emission sei die Einbeziehung der Anleihe in den Open Market der Börse Frankfurt vorgesehen.

Das Geschäftsmodell überzeuge durch das in den letzten Jahren aufgebaute Netzwerk getragen von der Tatsache, dass die Kunden und Distributoren ihre Geschäfte vermehrt auf Profit Center-Basis verantworten würden und Diskretion in diesem B2B Geschäft weiterhin unerlässlich bleiben werde. Wenn im 4. Quartal 2020 von Apple und Samsung Mobiltelefone für die 5G-Technologie auf den Markt gebracht würden, stehe zu erwarten, dass viele Kunden vorzeitig auf ein neues Modell wechseln würden und dies einen enormen Umsatzschub im 4. Quartal 2020 und dem Jahr 2021 mit sich bringen werde. Die 100-fache Übertragungsgeschwindigkeit im Vergleich zu dem 4G Standard werde das Geschäft voraussichtlich weiter beflügeln. In Verbindung mit der Rendite von 6,61% p.a. (auf Basis des Emissionskurses von 100%) bewerten wir die 6,50%-UniDevice-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (02.12.2019/alc/n/a)