Anleihen-Handel: Lufthansa, Main Capital, Ekosem, SGL, Zeitfracht und eterna bestimmen das Geschehen


31.05.21 08:45
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - EU-Aufstocker und der erste Green Bond der Helaba finden reißenden Absatz; im Handel mit Unternehmensanleihen bestimmen Lufthansa, Main Capital, Ekosem, SGL, Zeitfracht und Eterna das Geschehen, so die Deutsche Börse AG.

Kehre der Preisdruck zurück und wenn ja für wie lange? Höhere Import- und weiter anziehende Rohstoffpreise würden nahelegen, dass sich das Thema Inflation vielleicht nicht so schnell verflüchtige wie erhofft. Im Jahresvergleich rund 10 Prozent höhere Preise für importierte Güter im April hätten die Erwartungen der Analysten übertroffen, wie Arthur Brunner von der ICF Bank feststelle.

Die Einengung der Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und Bonds der Peripheriestaaten seien auch Ausdruck umfangreicher Anleihe-Käufe der EZB. Auf das Thema Preisdruck möchten die europäischen Währungshüter Brunner zufolge lieber nicht angesprochen werden. Einige Ökonomen würden trotz wirtschaftlichem Aufschwung gar mit einer Verlängerung des PEPP-Programms im Rahmen der nächsten Sitzung am 10. Juni rechnen.

Auf eine längere Phase steigender Preise bereite hingegen Janet Yellen die Marktteilnehmer verbal vor. Die US-Finanzministerin halte den gegenwärtigen Preisschub zwar weiter für ein vorübergehendes Phänomen, das aber noch bis Ende des Jahres andauern könne.

Neuemissionen seien in der letzten Woche feiertagsbedingt eher rar gewesen. Die Aufstockung einer EU-Anleihe im Volumen von 460 Millionen Euro sei laut Brunner ausgesprochen beliebt und zehnfach überzeichnet gewesen.

Ihren ersten Green Bond (ISIN XS2346124410 / WKN HLB2P8) im Volumen von 500 Millionen Euro mit Fälligkeit in 2029 habe die Helaba erfolgreich platziert. "Die Nachfrage war mehr als doppelt so hoch wie das Angebot." Mit den Emissionserlösen sollten nachhaltige Projekte zum Ausbau von Solar- und Windenergie finanziert.

Auf die Entscheidung der Lufthansa, die Kupon-Auszahlungen von nominal 4,382 Prozent für eine 500 Millionen Euro schwere Hybridanleihe (ISIN XS1271836600 / WKN A161YP) zu verschieben, hätten Anleger erwartungsgemäß mit Verkäufen reagiert. "Anleger waren zunächst ziemlich enttäuscht", fasse Gregor Daniel von der Walter Ludwig Handelsbank zusammen. Nach Wiederaufnahme in den Handel an der Börse Frankfurt sei der Kurs zwischenzeitlich bis auf 92,25 Prozent gerutscht. Mittlerweile seien Käufer zurückgekehrt, der Kurs habe sich auf über 94 Punkte stabilisiert. "Vor der Handelsaussetzung waren es 98,5 Prozent."

Nach Ansicht von Daniel gehe es auch um die Frage, wann die Zinszahlungen nachgeholt würden. Sobald Dividenden an Aktionäre flössen, müsse zwar auch die Anleihe wieder bedient werden. Ausschüttungen werde es aber frühestens nach Rückzug des Staates aus dem Unternehmen geben. "Das kann dauern."

Den Kursrückgang einer Main Capital Funding Anleihe (ISIN DE000A0E4657 / WKN A0E465) mit einer jährlichen Verzinsung von 5,5 Prozent führe Daniel auf Spekulationen über eine mögliche vorzeitige Kündigung des Bonds zum 30. Juni zurück. Nach 106 Prozent vor drei Tagen notiere der Wert aktuell um 101 Punkte (28.05.2021). Sollte sich das Unternehmen für die Sonderkündigung entscheiden, werde zu Pari zurückgezahlt.

Viel Bewegung verbuche Daniel in einer unbesicherten Ekosem-Agrar-Anleihe mit einem Kupon von 7,5 Prozent. "Es geht hin und her."

Eine 250 Millionen Euro schwere Anleihe der SGL TransGroup mit Fälligkeit im November 2024 und einem Kupon von 6,75 Prozent werde Brunner zufolge von Anlegern tendenziell gekauft. Auf Wochensicht habe das Papier on 97 auf 100 auf 101 Prozent zugelegt.

Das Interesse an einem in 2026 fälligen, mit 5,0 Prozent verzinsten Bond von Zeitfracht Logistik (ISIN DE000A3H3JC5 / WKN A3H3JC) bewege sich nach wie vor auf erhöhtem Niveau.

Eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2E4XE4 / WKN A2E4XE) der eterna Mode Holding mit einem Kupon von 7,75 Prozent sei Brunner zufolge bei den Kunden der ICF ebenfalls gut angekommen. "Damit konnte ein Teil der jüngsten Verluste wieder wettgemacht werden." Nach dem Tief von 64 Prozent in der vergangenen Woche notiere die Anleihe aktuell wieder über 83 Prozent. (Ausgabe vom 28.05.2021) (31.05.2021/alc/a/a)





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