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Deka-EZB-Kompass: Normalisierung in nicht normalen Zeiten


13.04.22 09:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Deka-EZB-Kompass ist im März auf 55,6 Punkte zurückgegangen, so die Analysten der DekaBank.

Während die Inflationssäule an ihrer technischen Obergrenze von 100 Punkten verharrt habe, hätten sich die Konjunktur- und die Finanzierungssäule nach unten bewegt. Beide würden erste Auswirkungen des Krieges in der Ukraine erkennen lassen, die sich bislang aber in Grenzen halten würden.

Unter den Mitgliedern des EZB-Rats sei umstritten, wie solide die langfristigen Inflationserwartungen verankert seien und in welchem Ausmaß ein stärkerer Anstieg der Löhne in den kommenden Jahren zum Preisauftrieb beitragen werde. Zu entsprechend unterschiedlichen Schlussfolgerungen würden sie dahingehend kommen, wie viel Eile bei der Normalisierung der Geldpolitik geboten sei. Durch den Krieg in der Ukraine und seine wirtschaftlichen Folgen würden diese Kontroversen eher größer. Denn während sich die Notenbanker einig seien, dass kurzfristig mit noch mehr Preisauftrieb zu rechnen sei, würden die Meinungen über die etwas längerfristigen Implikationen auseinandergehen.

Die EZB versuche, der Unsicherheit des makroökonomischen Ausblicks zu begegnen, indem sie die Normalisierung ihrer Geldpolitik fortsetzen würden, dabei aber graduell und datenabhängig vorgehen wolle. Dennoch hätten Marktteilnehmer ihre Erwartungen über den zukünftigen Pfad der Leitzinsen in den vergangenen Wochen deutlich nach oben korrigiert. Auf der bevorstehenden Pressekonferenz könnte Präsidentin Lagarde andeuten, dass die Markterwartungen der Diskussion im EZB-Rat damit bereits ein gutes Stück vorausgelaufen seien. (13.04.2022/alc/a/a)