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Deutsche Staatsanleihen: Kurse etwas angezogen


07.12.21 08:43
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten aus Deutschland und dem Euro-Raum haben die Kurse deutscher Staatsanleihen etwas anziehen lassen, so die Analysten der Nord LB.

Hoffnungsvollere Nachrichten zur Corona-Variante Omikron hätten dagegen auf die Kurse der als sicher geltenden US-Anleihen gedrückt.

Die vierte Corona-Welle habe die Stimmung in der deutschen Veranstaltungsbranche im November einbrechen lassen. Das Barometer sei von minus 2,2 Punkten im Oktober auf minus 26 Punkte gefallen, habe das ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage mitgeteilt. "Die vierte Corona-Welle hat den zaghaften Optimismus der Branche aus den Vormonaten kollabieren lassen", habe ifo-Experte Wohlrabe gesagt. Knapp 50% der Unternehmen hätten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht beurteilt. Es herrsche auch eine große Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand, habe es weiter geheißen.

In der deutschen Industrie habe es im Oktober einen unerwartet starken Auftragseinbruch gegeben. Bei den Unternehmen seien 6,9% weniger Bestellungen angekommen als im Vormonat, habe das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Im September habe es ein Wachstum von 1,8% gegeben, im August seien die Aufträge um 8,8% eingebrochen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat seien die Bestellungen um 1,0% und damit erstmals seit mehr als einem Jahr gesunken. Besonders schwach sei die Nachfrage aus dem Ausland gewesen, die um 13,1% zum Vormonat eingebrochen sei. Im Inland dagegen habe es ein Orderplus von 3,4% gegeben.

Angesichts der vierten Corona-Welle würden Anleger im Dezember weniger zuversichtlich auf die Konjunktur im Euro-Raum blicken. Das entsprechende Sentix-Barometer sei überraschend stark um 4,8 auf 13,5 Punkte und damit auf den niedrigsten Wert seit April gefallen. Die über 1.000 befragten Anleger und Investoren hätten die Lage wegen der verschärften Lockdown-Maßnahmen, vor allem in Deutschland und Österreich, so schlecht wie seit über einem halben Jahr nicht mehr bewertet. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate seien dagegen erneut positiver bewertet worden.

Für Deutschland habe der Gesamtindex den fünften Monat in Folge nachgegeben und sei damit auf den tiefsten Stand seit März gefallen. "Die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen und insbesondere der Ausschluss von Kunden aus dem Einzelhandel durch die 2G-Maßnahmen belasten die Lagewerte in Deutschland erheblich", habe es vom Institut geheißen. "Dieser Lockdown wirkt stärker negativ auf die Konjunktur als die vorherigen." (07.12.2021/alc/a/a)