Erweiterte Funktionen

EZB unterzieht Banken Russland-Stresstest


24.02.22 11:15
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die EZB fordert von in Russland tätigen Europa-Banken Einschätzungen zu den Risiken, die sich im Zusammenhang mit der Eskalation des Russland-Ukraine-Konfliktes ergeben könnten, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Aufseher der Europäische Zentralbank würden mit den in Russland tätigen Banken an der Einschätzung von Risiken für Liquidität, Kreditbücher, Handels- und Devisenpositionen sowie ihre Fähigkeit arbeiten, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, berichte die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf informierte Kreise. In einigen Fällen sei man sogar täglich in Kontakt. Die modellierten Szenarien würden scharfe Sanktionen wie auch die Folgen der Invasion umfassen.

Ein Sprecher der Notenbank habe erklärt, man beobachte die Situation akribisch und stehe in engem Kontakt mit Banken und nationalen Aufsichtsbehörden. Die Geldhäuser im Euroraum seien in unterschiedlichem Umfang in Russland engagiert. Insgesamt scheine sich das Risiko in Grenzen zu halten, so der EZB-Sprecher.

Während viele internationale Banken, darunter auch die Deutsche Bank, ihre Aktivitäten in Russland in den letzten Jahren zurückgefahren hätten, würden Société Générale, UniCredit und Raiffeisen Bank International nach Angaben der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde immer noch zu den größten europäischen Banken in der russischen Föderation gehören. Sie alle seien dort seit vielen Jahren vertreten und würden Zinsmargen im Bereich von vier bis fünf Prozent verdienen - Werte, von denen man in Westeuropa nur träumen könne. Die EZB und die Banken seien noch dabei, die Auswirkungen der jüngsten Sanktionen zu analysieren, heiße es in dem Bericht. (24.02.2022/alc/a/a)