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FED lenkt ein, aber die EZB folgt nicht


06.12.21 16:00
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Die Inflation hat ihren Höchststand erreicht, kommentiert Dr. Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments, die unterschiedlichen Ansichten der FED und der EZB im Hinblick auf die EZB-Sitzung am 16. Dezember.

Die FED habe begonnen, ihre Ansicht zur Inflation zu ändern. Die Fakten hätten den FED-Vorsitzenden Powell dazu gezwungen, die Inflation nicht mehr als ‚vorübergehend‘ zu bezeichnen. Die Inflation im Euroraum sei im November auf einen Höchststand von 4,9 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, der Preisanstieg weite sich aus, und die Erzeugerpreise seien im Oktober um 21,9 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Da auch die Importpreise gestiegen seien (8,2 Prozent im Jahresvergleich im September), sei es offensichtlich, dass zusätzlicher Inflationsdruck entstehe.

Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die EZB auf der Sitzung am 16. Dezember der veränderten Inflationsrhetorik der FED folgen werde. Die EZB-Vertreter würden weiterhin betonen, dass der Inflationsschub aufgrund von Basiseffekten, höheren Energiepreisen und Lieferengpässen vorübergehend sei. Der Lohndruck sei nach wie vor gering und die Inflationserwartungen seien auf den Märkten bereits eingepreist. Die EZB werde jedoch ihre Inflationsprognosen anpassen müssen, während die Mitglieder des EZB-Rats zunehmend die Aufwärtsrisiken betonen würden. Eine Zinserhöhung im Jahr 2022 sei nach wie vor höchst unwahrscheinlich und das Basisszenario von Generali Investments mit unveränderten Zinssätzen im Jahr 2023 rücke entsprechend näher. (06.12.2021/alc/a/a)