US-Inflation zieht im April leicht an - FED bleibt auf Kurs


16.05.22 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Verbraucherpreise sind im April mit 0,3 Prozent weiter angestiegen, so die Experten von Union Investment.

Die Teuerung sei aber geringer als noch im März gewesen, der mit plus 1,2 Prozent deutlich höher ausgefallen sei. Im Wesentlichen habe sich der Rückgang der Energiekomponente hierfür verantwortlich gezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr hätten die Preise im April um 8,3 Prozent zugelegt und hätten damit leicht über den Erwartungen der Analysten gelegen. Die Stimmung an den Aktienbörsen sei in der Berichtswoche alles andere als erfreulich gewesen, die Indices hätten ins Minus tendiert. Vor allem Aktientitel mit hohen Wachstumsperspektiven, wie etwa die im US-Nasdaq-Index abgebildeten Papiere, hätten deutlich nachgegeben. Die restriktivere Zins- und Geldpolitik der Zentralbanken, der Krieg in der Ukraine und die Lockdowns in China verbunden mit einer Eintrübung des Wachstumsausblicks würden derzeit eine ungünstige Gemengelage bilden und sowohl Inflations- als auch Rezessionsängste weiter anheizen. Die Staatsanleihemärkte in den USA sowie im Euroraum hätten hingegen nach sehr schwachen Vorwochen zu einer Gegenbewegung angesetzt und Kursgewinne erzielt.

In einer konjunkturseitig datenarmen Woche hätten die US-Verbraucherpreise im Blickpunkt der Anleger gestanden. Im April sei die Inflation in den Vereinigten Staaten gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent angestiegen. Im März habe der monatliche Anstieg noch bei 1,2 Prozent gelegen. Der Rückgang sei in erster Linie auf die Energiekomponente zurückzuführen gewesen. Etwas stärker als erwartet sei mit 0,6 Prozent jedoch die um die schwankungsreichen Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate an (0,3 Prozent im März) gestiegen. Vereinzelte Komponenten wie etwa Flugtickets, die sich um 19 Prozent verteuert hätten, hätten hierzu beigetragen. Im Jahresvergleich habe die US-Inflation im April bei plus 8,3 Prozent (März plus 8,5 Prozent) gelegen. Die Kernrate sei gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent angestiegen. Insgesamt hätten die Daten etwas über den durchschnittlichen Schätzungen der über Bloomberg befragten Analysten gelegen. Den anhaltenden Aufwärtstrend hätten zudem die am Donnerstag veröffentlichen US-Produzentenpreise bestätigt. Deren Anstieg habe sich zwar zuletzt etwas verlangsamt, habe im April aber mit elf Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich im Plus gelegen.

Die US-Notenbank dürfte damit hinsichtlich ihrer Verschärfung der Geldpolitik klar auf Kurs bleiben. In der Berichtswoche sei in einem Kommentar aus der FED erneut ein größerer Zinsschritt um 75 Basispunkte ins Spiel gebracht worden. FED-Chef Powell, der vom Senat für eine weitere Amtszeit bestätigt worden sei, habe aber diesbezüglich eine Absage erteilt. Wenngleich er grundsätzlich aber die Bereitschaft erkennen lasse, wenn nötig, auch größere Zinsschritte vorzunehmen. Im Juni und im Juli sollten aber weitere Zinserhöhungen um jeweils 50 Basispunkte die wahrscheinlichere Option der US-Notenbank bleiben.

Die für den Mai veröffentlichen ZEW-Konjunkturerwartungen hätten eine leichte Verbesserung gezeigt, wenngleich sich der Indikator weiter auf negativem Niveau bewegt habe. Die hierbei befragten Finanzmarktexperten und Investoren seien auf einen Wert von minus 34,3 Punkten (plus 6,7 Punkte) gekommen. Die Einschätzung zur aktuellen konjunkturellen Lage Deutschlands habe sich hingegen erneut verschlechtert und sei um 5,7 auf minus 36,5 Punkte gefallen. Dies sei der dritte Rückgang in Folge seit Beginn des Krieges in der Ukraine gewesen. (Ausgabe vom 13.05.2022) (16.05.2022/alc/a/a)