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US-Treasuries und deutsche Bunds mit steigenden Renditen


12.02.24 09:40
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der Versuch der Währungshüter (aus den letzten Tagen) die euphorischen Zinssenkungserwartungen des Kapitalmarkts etwas zu dämpfen, scheint zu funktionieren, so die Analysten der Nord LB.

Während noch im Januar eine EZB-Zinssenkung schon im April ausgemachte Sache gewesen sei, preise der Geldmarkt "einen Schritt nach unten" derzeit nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 48% ein. Robert Holzmann, Notenbankchef aus Österreich, habe bspw. in einem Interview mit der FAZ gesagt, dass es nicht sicher sei, dass die EZB die Leitzinsen in diesem Jahr überhaupt senken werde.

Einige Tage zuvor habe FED-Chef Powell mit seinen Äußerungen in einem CBS-Interview einer ersten Zinssenkung im März quasi eine Absage erteilt. Entsprechend hätten am Rentenmarkt US-Treasuries und deutsche Bunds die Woche mit steigenden Renditen beendet (10Y US-Treasuries: 4,18% +3bp; 10Y Bunds: 2,38% +3bp).

Die EZB habe eine neues Prognose-Instrument entwickelt, ein sogenannter nach vorne blickender Lohn-Tracker. Für das Jahr 2024 antizipiere dieser Indikator ein Lohnwachstum von rund 4,5%. Derzeit würden die Löhne als einer der stärksten Inflationstreiber gelten.

In der neuen Woche würden wieder einige spannende Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa gemeldet. Neben den Angaben zu den Stimmungsindikatoren des ZEW in Mannheim sollte vor allem auch auf die Zahlen zur Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze zu achten sein. Insbesondere das FX-Segment möge auch auf die CPI-Daten aus dem Vereinigten Königreich und auf das japanische BIP zu blicken haben.

Weiterhin im Fokus müssten Reden von Offiziellen der FED und der EZB bleiben. Insbesondere die jüngsten Wortmeldungen von hochrangigen US-Geldpolitikern hätten zuletzt zu Bewegungen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Diese aktuellen Anmerkungen würden bisher recht klar in eine Richtung deuten - das FOMC wolle bei den perspektivisch wohl anstehenden Zinssenkungen nicht überstürzt handeln. (12.02.2024/alc/a/a)