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Zinswende begünstigt niedrigeres Engagement in Industriestaaten und niedrigere Durationen im Anleiheportfolio


08.05.18 09:45
VanEck

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - In einem Umfeld der sich fortsetzenden Zinsnormalisierung in den Vereinigten Staaten (USA) und Europa sollten Anleger ihr Engagement in Industrienationen zurückfahren und allgemein die Durationen in ihrem Anleiheportfolio reduzieren, so die Experten von VanEck.

"Mit einem risikobasierten Ansatz sehen wir Anleger gut aufgestellt, insbesondere mit einer Kombination aus in Lokalwährungen begebenen Schwellenländeranleihen und variabel verzinsten Anleihen mit Investment-Grade-Rating", sage Fran Rodilosso, Head of Fixed Income ETF Portfolio Management bei VanEck. Das gelte insbesondere, nachdem die Federal Reserve zuletzt deutlich aggressivere Zinsschritte ankündigt habe.

Mit dieser Kombination würden Anleger auf der einen Seite von einem hohen Diversifizierungs- und Renditepotenzial von Schwellenländeranleihen profitieren, auf der anderen Seite von der relativen Sicherheit von US-Dollar denominierten Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit einer durchschnittlichen Duration von nahezu Null. Diese divergierenden Asset-Klassen würden ein gemeinsames Merkmal aufweisen, das im aktuellen Umfeld entscheidend sei: Eine niedrige oder sogar negative Renditekorrelation zu US-Staatsanleihen.

Neben einer besseren Positionierung gegenüber steigenden Zinsen in den USA könnte diese Portfolioallokation auch von anderen globalen Faktoren profitieren. Beispielweise durch die Tatsache, dass die Kreditspreads im Vergleich zu ihren historischen Durchschnittswerten zwar eng, aber angesichts des derzeitigen günstigen Umfelds gerechtfertigt seien, und dass positive Fundamentaldaten die US-Kreditvergabe weiter stützen würden. "Wir sehen kurzfristig auch keinen klaren Katalysator für eine erneute Stärkung des US-Dollar", sage Rodilosso. Das synchronisierte globale Wachstum, die steigenden Rohstoffpreise und verbesserte Fundamentaldaten dürften vielmehr die Lokalwährungen der Schwellenländer unterstützen.

Im vergangenen Jahr hätte ein solches Barbell-Portfolio, mit dem ein höherer Zinsertrag bei gleich bleibendem Risiko erwirtschaftet werden solle, ähnlich performt wie ein Portfolio, das in festverzinsliche Unternehmensanleihen investiert hätte. Auf risikobereinigter Basis hätte die Barbell-Strategie sogar outperformt. Obwohl die Erträge zurückgingen, profitierten die Renditen von einer geringeren Duration. (08.05.2018/alc/a/a)