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Deutsche Lichtmiete schon wieder pleite - Anleihenews


10.03.22 14:30
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Das Oldenburger Amtsgericht hat einem erneuten Insolvenzantrag über das Vermögen der Deutschen Lichtmiete entsprochen und ein weiteres vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet, so die Experten von "FONDS professionell".

Anders als die Anträge, die Firmengründer Alexander Hahn um den Jahreswechsel herum für zahlreiche Konzernunternehmen eingereicht habe, handele es sich diesmal um einen Antrag aus der Reihe der Gläubiger. Vorausgegangen gewesen sei der unerwartete Coup Hahns, die eigenen Insolvenzanträge wieder zurückzunehmen, eine neue Unternehmensführung zu installieren und seinen Posten zu räumen. "Das Unternehmen ist stark beschädigt", habe der neue Vorstand Gert Sieger im Anschluss an seine Bestellung gesagt, "und nun gilt es, den Schaden zu begrenzen und vor allem die Weiterführung des Unternehmens zu sichern."

Der erneute Antrag fahre Sieger in die Parade. Dem "Handelsblatt" habe er mitgeteilt, er habe gestern (Dienstag, 08.03.) selbst einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das hätte ihm ermöglicht, noch Einfluss zu nehmen. Anders als beim ersten vorläufigen Insolvenzverfahren habe das Amtsgericht jetzt aber ein allgemeines Verfügungsverbot gegen ihn erlassen und den alten und neuen vorläufigen Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß damit als "starken Insolvenzverwalter" etabliert, der Entscheidungen auch ohne die Zustimmung des Vorstands fällen könne.

Der erneute Insolvenzantrag richte sich allein gegen die Muttergesellschaft, die auch Schuldnerin von vier Anleihen sei. Für weitere 16 Konzerngesellschaften, für die Hahn ebenfalls Insolvenzanträge zunächst gestellt und dann zurückgenommen habe, seien noch keine neuen Insolvenzanträge gestellt worden.

Die Deutsche Lichtmiete (DLM) erstelle Beleuchtungskonzepte für Industrie- und Gewerbeimmobilien auf energiesparender LED-Basis, die sie jedoch nicht verkaufe, sondern vermiete und serviciere. Zur Finanzierung habe sie zunächst Direktinvestments angeboten, bei denen Anleger Leuchten erwerben würden, an die DLM vermieten würden und nach Vertragsende wieder hätten abgekauft bekommen sollen. Später habe die DLM Anleihen auf die Holdinggesellschaft begeben. Insgesamt habe die DLM bei etwa 5.000 Investoren rund 200 Millionen Euro eingesammelt. Die Insolvenzanträge stünden im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen vier Unternehmensverantwortliche. (News vom 09.03.2022) (10.03.2022/alc/n/a)