USA: Wird die FED die Inflation im Griff behalten? Eine Rezession unwahrscheinlich?


20.05.22 13:47
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Märkte wurden in dieser Woche von einer zurückhaltenden Stimmung beherrscht, da sich die Wachstumsängste weiter verstärkten und die Zentralbanken die Ansicht vertraten, dass die Bekämpfung der Inflation dringlicher sei als die Unterstützung der Wirtschaftstätigkeit, so Mark Dowding, Chief Investment Officer von BlueBay Asset Management.

Mit der Einsicht der Anleger, dass die FED nicht ihr Freund sei, scheine sich eher eine Bärenmarkt-Mentalität durchzusetzen, bei der man zunehmend dazu neige, jede Rally zu verkaufen und damit die Ideologie des "Kaufens jeder Delle" zu ersetzen. Dieser Stimmungsumschwung sei nach wie vor am deutlichsten bei Vermögenswerten zu spüren, an denen Privatanleger am stärksten beteiligt seien. Doch auch bei einigen institutionellen Anlegern mache sich angesichts der seit Jahresbeginn aufgelaufenen Verluste zunehmend Verzweiflung breit.

Die Renditen von Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten seien in den letzten Wochen gestiegen, da die Wahrscheinlichkeit einer Rezession immer höher eingeschätzt werde. Insgesamt hätten Anleger die Duration verkürzt.

Der Ausverkauf am Rentenmarkt sei als Hauptkatalysator angesehen worden, der im ersten Quartal Druck auf Risikoanlagen ausübte, sodass es in den letzten Monaten immer beliebter geworden sei, Long-Positionen in Risikoanlagen durch Short-Duration-Trades abzusichern. Da sich jedoch die Sorgen um eine Verlangsamung des Wachstums gegenüber einer steigenden Inflation verdichten würden, könnten diese Absicherungen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Experten von BlueBay Asset Management würden feststellen, dass in Zeiten, in denen die Märkte unter Druck geraten würden, oft die Tendenz bestehe, den "schmerzhaften Handel" zu suchen, der einen Markteinbruch auslösen werde. Deshalb könnten die Renditen nach Erachten der Experten von BlueBay Asset Management in den nächsten ein bis zwei Wochen noch weiter sinken. Die Experten seien jedoch nach wie vor der Meinung, dass sich eine solche Bewegung letztlich eher als eine Rally in einem Bärenmarkt für Zinsen erweisen werde. Daher würden die Experten dazu neigen, Geschäfte mit langer Laufzeit zu schließen und erneut Short-Positionen einzugehen, sollten die Renditen deutlich sinken.

Auf den Sitzungen der politischen Gremien werde weiterhin die Ansicht vertreten, dass die Inflation das wichtigste Thema für die Zentralbanker sei. Es scheine Einigkeit darüber zu herrschen, dass die FED die Zinssätze erst dann wieder anheben werde, wenn die Kerninflation unter 3 Prozent falle. Das dürfte erst in zwölf Monaten oder möglicherweise noch später der Fall sein. Die Arbeitsmärkte scheinen übermäßig angespannt zu sein und es besteht die Sorge, dass der Wettbewerb um Arbeitskräfte die Löhne in die Höhe treibt, so die Experten von BlueBay Asset Management.

Unter diesem Gesichtspunkt scheine es klar zu sein, dass die Refinanzierungsbedingungen, obwohl sie sich 2022 stark verschärft hätten, von Anfang an sehr akkommodierend gewesen seien, sodass in den kommenden Wochen und Monaten eine weitere Verschärfung erforderlich sein werde.

Daraus folge, dass die Aktienkurse weiter unter Druck bleiben könnten. Auch wenn wir in den letzten Monaten das Schlimmste hinter uns haben, ist es vielleicht noch zu früh, um eine konstruktivere Haltung einzunehmen, so die Experten von BlueBay Asset Management.

Letztendlich seien die Experten von BlueBay Asset Management davon überzeugt, dass die FED die Inflation im Griff behalten werde, und eine Rezession in den USA weiterhin für unwahrscheinlich halten, wobei sie die Wahrscheinlichkeit für die nächsten 18 Monate auf etwa 30 Prozent schätzen würden. In der Eurozone seien die Rezessionsrisiken wesentlich höher. Da die Inflation erst im dritten Quartal ihren Höhepunkt erreiche, sähen die Experten Belastungen für den Konsum, während gleichzeitig die Perspektiven für Investitionen durch die erhöhte geopolitische Unsicherheit beeinträchtigt würden. (20.05.2022/alc/a/a)





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