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15.08.19 09:10
Der Club der Schuldenverdiener - Staatsanleihen von sechs Ländern bieten über alle Laufzeiten nur negative Renditen

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Anfang August lieferten erstmals in der Geschichte alle Bundesanleihen eine negative Rendite, so die Experten von Quant.Capital Management.

Damit trete Deutschland dem exklusiven Club der Länder mit nur negativen Renditen bei, dem bislang die Schweiz, die Niederlande, Dänemark, Schweden und die Slowakei angehören würden. Neue Aufnahmekandidaten stünden aber schon bereit.

Die Niedrigzinsphase treibe interessante Blüten: Die Welt sei geteilt in Länder, die für die Geldaufnahme Geld bezahlen würden - und in die, die damit Geld verdienen würden. Zur ersten Gruppe würden die USA, China, Großbritannien, genauso wie Griechenland, Argentinien oder Südafrika gehören. Diese Länder würden über alle Laufzeiten hinweg Zinsen auf das geliehene Geld zahlen.

Vor allem im kurzfristigen Bereich seien weitere Staaten mittlerweile in der Lage, einen negativen Zins auf ihre Schuldpapiere zu schreiben: Mit Portugal, Spanien und auch Irland würden einige vermeintliche Krisenstaaten der Eurozone dazu gehören. Aber auch Bulgarien müsse erst ab Laufzeiten von mehr als vier Jahren positive Renditen bieten.

Mit Österreich und Finnland stünden zwei weitere Länder kurz vor dem Sprung in den Club der Schuldenverdiener. Japan stehe schon länger davor, sei aber bisher noch nicht eingetreten. Sie alle würden nur noch für 30-jährige Laufzeiten Zinsen zahlen - oder für eher unübliche Papiere mit extrem langen Laufzeiten - bei allen anderen Anleihekategorien seien die Renditen mittlerweile ins Minus gerutscht. Gut möglich, dass hier bald sogar die besonders langen Laufzeiten keinen positiven Ertrag mehr bringen würden.

Zudem verrate der Blick auf den Zins-Tracker (www.zins-tracker.de), in dem die gängigen Laufzeiten bis 30 Jahre dargestellt würden, dass in vielen Ländern in den vergangenen Tagen neue Tiefststände bei den Anlagerenditen erreicht worden seien: Die Zahl der Felder mit dunkelroter Farbe sei gewaltig.

Abgesehen vom Risiko, mit Zinsanlagen kein Geld zu verdienen, zeige der Blick auf die Zinstabelle aber auch, dass die Konjunktur auf wackeligen Beinen stehe: In einigen Staaten würden für kurze Laufzeiten höhere Zinsen bezahlt als für die Langläufer. Eine solche inverse Zinsstruktur gelte als verlässlicher Indikator einer Konjunkturabschwächung. Ausgeprägt sei das bereits in den USA zu sehen, auch Großbritannien rutsche in diese Richtung. Bei einigen anderen Volkswirtschaften würden die Zinskurven bereits bedrohlich flach wirken. Hier sei also aus Risikosicht Gefahr im Verzug. (Ausgabe vom 14.08.2019) (15.08.2019/alc/a/a)



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