Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zwei Wochen geballter Zinsentscheidungen rund um den Globus nähern sich dem Ende, so die Deutsche Börse AG.
Während die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve die Geldschleusen weiter öffnen würden, würden die Sätze der Schweiz, Japan und Großbritannien erwartungsgemäß auf dem derzeitigen Niveau verharren.
Die People's Bank of China habe die Zinszügel am Morgen ein wenig gelockert. Aufgrund schwächerer Konjunkturdaten werde die Höhe des erst im August eingeführten so genannten Loan Prime Rate (LPR) für Kredite mit einer Laufzeit von einem Jahr um 0,05 auf 4,2 Prozent gesenkt. Damit solle vor allem die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen erleichtert werden. Der Fünfjahres-Satz bleibe bei 4,85 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten habe Peking eigenen Angaben zufolge über die Senkung der Mindestreservesätze über 300 Milliarden US-Dollar an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt.
Für Finanzakteure sei mit der Zinssenkung in den Vereinigten Staaten das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Marktteilnehmer würden nach Ansicht von Baader Bank-Händler Robert Halver fest mit mindestens einer weiteren Reduzierung um 25 Basispunkte bis Anfang 2020 sowie einer Drosselung auf 1,25 Prozent zu Beginn 2021 rechnen.
Mitten in der Diskussion über fallende Zinsen habe die Federal Reserve Arthur Brunner zufolge in dieser Woche den Kapitalmärkten mit einer Liquiditätsspritze aushelfen müssen, da der kurzfristige Finanzbedarf am Repo-Markt nicht habe gedeckt werden können. Für den Händler der ICF Bank sei der Vorfall durchaus bemerkenswert. "Das trieb die Zinsen für diese Transaktionen auf zeitweise über 9 Prozent." Letztendlich habe die Federal Reserve zunächst rund 53 Milliarden US-Dollar in den Markt gepumpt und weitere Unterstützung zugesagt.
Es gebe Stimmen, die in dem Vorfall lediglich ein technisch bedingtes, kurzfristiges Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage sähen. Andere wiederum würden eine strukturelle Dollar-Knappheit erkennen. Im Rahmen eines Repo-Geschäfts überlasse ein Besitzer von Wertpapieren diese gegen Bares plus Zinsen einem anderen Investor. Zur festen Vereinbarung gehöre ein späterer Rückkauf.
Eine vergleichbare, ebenfalls bis 2023 laufende neue BMW-Anleihe (ISIN XS2055727916 / WKN A2R76Q) biete Anlegern mit einem Kupon von 0,0 Prozent keinen Zinsertrag. Der Wert im Volumen von 1,25 Milliarden Euro in Einheiten von 1.000 Euro sei laut Petz zwar ebenfalls erfolgreich platziert worden. "Käufer waren aber zumeist institutionelle Anleger."
"Bonds, die nichts abwerfen oder gar eine Minusrendite erzielen, sind für Privatanleger unattraktiv", stimme Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank zu. Käufer konzentrierten sich eher auf Papiere mit positivem Ertrag. Dazu gehöre gegenwärtig ein zumeist gesuchter, bis Oktober 2026 laufende Volkswagen-Wert (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C), der nominal jährlich 2,25 Prozent abwerfe.
Viel Bewegung mit tendenziell mehr Zuflüssen sehe Daniel in einer im März dieses Jahres ausgegebenen, siebenjährigen HSV-Anleihe (ISIN DE000A2TR0Y1 / WKN A2TR0Y), die jährlich 6,0 Prozent Zinsen ausschütte. Aktuell notiere der Wert über 106 Prozent.
Eine neue, frühzeitig aus der Zeichnung genommene fünfjährige Euroboden-Anleihe (ISIN DE000A2YNXQ5 / WKN A2YNXQ) mit einem Kupon von 5,5 Prozent komme Daniel zufolge ausgesprochen gut an. "Das Papier ist aus dem Stand 2 Prozent höher in den Handel gestartet."
Ebenso griffen Anleger unterm Strich zu einer bis 2024 laufenden Anleihe (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) der FCR Immobilien mit einer jährlichen Verzinsung von 5,25 Prozent.
Brunner spreche von regem Interesse an einer seit heute handelbaren, fünfjährigen EYEMAXX Real Estate-Anleihe (ISIN DE000A2YPEZ1 / WKN A2YPEZ). Der Immobilienentwickler biete jährlich 5,5 Prozent Zinsen. (20.09.2019/alc/a/a)
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