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12.11.19 12:30
KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,75%-Schlote Holding GmbH-Anleihe als "attraktiv" bewertet

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der neuen 6,75%-Anleihe (ISIN DE000A2YN256 / WKN A2YN25) der Schlote Holding GmbH kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die Schlote Gruppe mit Sitz in Harsum (Niedersachsen) blicke in diesem Jahr auf eine 50-jährige eigentümergeführte Firmengeschichte zurück. Die Aktivitäten würden sich in die drei Geschäfts- bzw. Produktionsbereiche Getriebe-, Antriebs- und Fahrwerkskomponenten gliedern. Der Schwerpunkt der Leistungen liege in der mechanischen Bearbeitung der Bauteile, der Vormontage von einbaufertigen Komponenten für die Automobil- und Zulieferindustrie sowie der Fertigung von Druckgussformen für Gießereien. In den größten Segmenten "Getriebe" (68%) und Antrieb (28%) würden im Wesentlichen Gehäuseteile jeglicher Art bearbeitet, wie Kupplungs-, Getriebe-, Turbinen- und Pumpengehäuse, Mechatronikteile, Gehäuse für Turbolader und Kurbelwellen-Lagerdeckel.

Die Schlote Gruppe profitiere sowohl vom Trend zu mehr automatisierten Getrieben als auch vom starken Wachstum bei Turboladergehäusen, da der Trend zum Motor-"Downsizing" zu einer deutlich steigenden Nachfrage bei Turboladern führe. Somit verfüge man auch über eine hohe Expertise bei Hybridantrieben. Derzeit erhalte das Unternehmen zahlreiche Nachfragen für gemeinsame Projekte mit sog. OEMs (Original Equipment Manufactures) bei Elektro-Antrieben. Im kleineren Segment "Fahrwerk" (4%) würden Komponenten im Bereich "Lagerung und Kinematik" für Vorder- und Hinterachsen fertig vormontiert.

Produziert werde an neun Standorten in Deutschland, Tschechien und seit 2013 auch in China (Tianjin) u.a. mit dem Partner Trimet (Tochter von Beijing Automotive Group (BAIC)), welcher ein Joint Venture mit Daimler bilde. Insgesamt würden ca. 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Schlote Gruppe unterhalte langjährige mittel- und unmittelbare Geschäftsbeziehungen zu allen renommierten OEMs wie Volkswagen, Audi, Porsche, Daimler, BMW, Mini, Opel und Renault und so genannten Tier-1-Lieferanten wie ZF Friedrichshafen, Continental, Magna und IHI. Für ca. 40% aller Aufträge sei man derzeit Alleinlieferant.

Im Geschäftsjahr 2018 habe die Schlote-Gruppe einen Konzernumsatz von 254 Mio. Euro nach 231 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum erzielt. Seit dem Jahr 2005 bedeute dies einen Anstieg um 272%. Der Konzernumsatz des ersten Halbjahres 2019 sei mit 118,6 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresperiode mit 130,7 Mio. Euro rückläufig. Ursache hierfür seien im Wesentlichen Minderabrufe der Kunden Continental, ZF Friedrichshafen, IHI, VW, BMW und Mini, aber auch bei Kunden im Bereich Metallguss. Im Bereich Getriebe- und Antriebstechnik habe die geplante Gesamtleistung aufgrund des guten Produktmixes übertroffen werden können, insbesondere bei den Projekten DQ 500 und DQ 200. Das Unternehmen sei insbesondere bei den sog. (plug-in) Hybridgetrieben sehr gut positioniert.

Für das zweite Halbjahr würden leichte Rückgänge beim Getriebe DL 382 erwartet. Gleichwohl prognostiziere die Unternehmensgruppe für das Gesamtjahr 2019 ein über Plan liegendes Ergebnis. Zuversichtlich stimme ein für Anfang 2020 beabsichtigter Serienstart des Volkswagen Hybridgetriebes DQ400, wo erste Vorserienteile in der zweiten Jahreshälfte 2019 gefertigt würden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des ersten Halbjahres 2019 bewege sich mit 18,1 Mio. Euro fast unverändert auf dem Niveau der Vorjahresperiode (18,4 Mio. Euro), was auf die parallel in allen Werken durchgeführten Kostensenkungs- und Effizienzprogramme zurückzuführen sei.

Das EBIT für das erste Halbjahr 2019 betrage 5,1 Mio. Euro (Vj. 5,8 Mio. Euro); das Ergebnis vor Steuern (EBT) für das erste Halbjahr 2019 liege mit 1,0 Mio. Euro unterhalb dem der Vorperiode mit 2,4 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2020 plane die Unternehmensgruppe mit einem EBIT von 16,5 Mio. Euro. Die Planung für das Jahr 2021 sehe bereits ein EBIT von 19,5 Mio. Euro bzw. für 2022 von 21,5 Mio. Euro vor. Dies entspreche exzellenten EBIT-Margen von ca. 12% für 2019 und 16,5% bis 21,5% für die Jahre 2020 bis 2022. Angesichts langer Vorlauf- und Vertragslaufzeiten (fünf Jahre und länger) sei aus heutiger Sicht bis 2022 eine relativ hohe Prognosesicherheit gegeben.

Zum 30.06.2019 weise der Konzernabschluss der Schlote-Gruppe eine wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 21,0% (31.12.2018: 21,7%) aus. Das Guthaben bei Kreditinstituten zum 30.06.2019 betrage 12,0 Mio. Euro nach 16,6 Mio. Euro zum 31.12.2018. Der Cash Flow aus operativer Tätigkeit 2018 habe mit 46,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 29,2 Mio. Euro stark gesteigert werden können. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit habe 2019 -42,7 Mio. Euro nach -26,9 in der Vorjahresperiode betragen. Der positive Free Cash Flow betrage für 2018 somit 3,8 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr. Mit der Anleihe solle gezielt ein zusätzlicher Baustein für die zukünftige Finanzierung geschaffen werden.

Die aktuell emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der Schlote Holding GmbH sei mit einem Zinskupon von 6,75% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 21.05. und 21.11.) ausgestattet und habe eine Laufzeit vom 21.11.2019 bis 21.11.2024. Die Anleihe habe ein Gesamtvolumen von bis zu 25 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro. In den Anleihebedingungen seien vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin ab dem 21.11.2022 zu 103% und ab dem 21.11.2023 zu 102% des Nennwertes vorgesehen. Der Emissionserlös solle neben der Ablösung von Verbindlichkeiten auch Investitionen in die Bearbeitung alternativer Antriebstechnologien (wie Hybridantriebe und auf mittelfristiger Sicht auch reine E-Antriebe) dienen.

In den Anleihebedingungen verpflichte sich die Emittentin unter anderem zu einer umfassenden Transparenz. Darüber hinaus seien in den Anleihebedingungen eine Ausschüttungsbeschränkung bei einer Eigenkapitalquote von unter 25% und eine weit gefasste Negativerklärung verankert. Nach Abschluss der Emission sei die Einbeziehung der Anleihe in den Freiverkehr der Börse Frankfurt vorgesehen.

Trotz allgemeiner Schwäche im Automobilsektor sei die Schlote-Gruppe mittel- bis langfristig gut aufgestellt. Die Präzision der Bauteile im Nanobereich würden nur wenige bis gar keine Konkurrenten erreichen. Die E-Mobilität stelle besonders hohe Anforderungen an die Antriebs- und Fahrwerkstechnik, sodass die Profitabilität der Gesellschaft auch bei diesem neuen Trend gesichert sein sollte. Das Unternehmen sei aufgrund der Variabilität seiner Produkte äußerst anpassungsfähig. So sei es denkbar, dass man künftig die Gehäuse für E-Motoren bearbeiten werde. Aufgrund der hohen Solidität des Unternehmens, der guten betriebswirtschaftlichen Entwicklung sowie des positiven Ausblicks in Verbindung mit der Rendite von 6,75% p.a. (auf Basis des Emissionskurses von 100%) bewerten wir die Schlote-Anleihe als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (12.11.2019/alc/n/a)



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