Brechen (www.anleihencheck.de) - Die Kalenderwoche 11 im März 2020 (09.03. bis 13.03.) wird als eine der verlustreichsten Wochen in die Geschichte der Kapitalmärkte eingehen, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.
Der große Crash im Zuge der Corona-Krise habe weltweit in nur wenigen Tagen Werte im Billionenbereich vernichtet und die Börsen in allen Regionen der Erde in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Kurse deutscher Mittelstandsanleihen seien davon nicht verschont geblieben und würden - wenn auch geringfügiger als die großen Aktienwerte - in der vergangenen Woche in etwa zwischen 10% und 25% verlieren. In den nächsten Wochen werde es für die deutsche Bevölkerung und auch für die deutschen Unternehmen drastische Einschränkungen geben, um der Ausbreitung des Corona-Virus Einhalt zu gebieten. Die Bundesregierung stelle kurzfristige Hilfsmittel in Milliardenhöhe für die deutsche Wirtschaft bereit.
Der Corona-Krise zum Trotz habe die FCR Immobilien AG in der vergangenen Woche die Zeichnungsphase für ihre neue 4,25%-Unternehmensanleihe 2020/25 (ISIN DE000A254TQ9 / WKN A254TQ) gestartet. Die Zeichnungsfrist laufe voraussichtlich bis zum 25. März 2020. Das Anleihe-Angebot richte sich sowohl an institutionelle Investoren als auch an Privatanleger mit einer Mindestzeichnungssumme von 1.000 Euro. Die neue FCR-Anleihe 2020/25 habe eine Laufzeit von fünf Jahren und habe ein Emissionsvolumen von bis zu 30 Mio. Euro. Die FCR Immobilien AG habe im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis verzeichnet und möchte ihr Immobilien-Portfolio in 2020 auf rd. 500 Mio. Euro ausbauen.
Auch die SCORE CAPITAL AG begebe derzeit erstmals eine unbesicherte fünfjährige Unternehmensanleihe (ISIN DE000A254SG2 / WKN A254SG) mit einem Zinskupon von 5,00% p.a. Im Rahmen der Emission würden bis zu 20 Mio. Euro ausschließlich institutionellen Investoren mit einer Mindestzeichnung von 100.000 Euro und einer Stückelung von 1.000 Euro angeboten. Aktuell werde eine erste Tranche in Höhe von bis zu 10 Mio. Euro emittiert. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS (ISIN LU0974225590 / WKN A1W5T2) habe sich an der Neuemission der 5,00%-Anleihe der SCORE CAPITAL AG mit einer Zeichnung beteiligt.
In einem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer würden die Experten der KFM Deutsche Mittelstand AG die 5,00%-Anleihe (ISIN DE000A254SG2 / WKN A254SG) der SCORE CAPITAL AG als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" mit 3,5 von 5 möglichen Sternen einstufen. In einem aktuellen Barometer-Update würden die KFM-Analysten die 8,50%-Anleihe (ISIN DE000A19WVN8 / WKN A19WVN) der R-LOGITECH S.A.M. weiterhin als "äußerst attraktiv" bewerten und erneut die Bestnote von 5 Sternen vergeben. Besonders in China dürfte R-Logitech nach Meinung der KFM-Experten dank der Tochtergesellschaft Euroports aktuell vom Corona-Virus profitieren. Dadurch, dass die Waren aus China seit mehreren Wochen nicht ausgeführt werden könnten, dürfte R-Logitech mit ihren Lagerhallen durch einen höchstwahrscheinlichen Warenstau außerordentliche Erträge erwirtschaften, so die Analysten.
Die publity AG erwirtschafte nach vorläufigen Zahlen in 2019 ein außerordentliches Konzernergebnis von rd. 62 Mio. Euro und übertreffe somit die eigene Prognose und den Vorjahreswert von 24,6 Mio. Euro deutlich. Der Gewinnsprung resultiere laut publity maßgeblich aus dem signifikanten Ausbau des Immobilienportfolios, das in der PREOS Real Estate AG gebündelt sei.
Die Karlsberg Brauerei GmbH blicke ebenfalls auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück und erziele einen Jahresüberschuss von 8,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,0 Mio. Euro). Die JDC Group AG habe das Geschäftsjahr 2019 auch erfolgreich abgeschlossen. Auf Basis der vorläufigen Geschäftszahlen sei der Umsatz im Gesamtjahr 2019 um rund 18 Prozent auf 111,7 Mio. Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei von 1,5 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro gewachsen. Im Jahr 2020 erwarte das Unternehmen auf der Basis bereits abgeschlossener Kooperationen einen Umsatzzuwachs auf 125 Mio. Euro bis 132 Mio. Euro sowie eine weitere Steigerung des EBITDA. Das Geschäftsmodell der JDC Group AG sei von der Corona-Krise nicht unmittelbar betroffen. Insbesondere bestehe keine wesentliche Abhängigkeit von Lieferketten oder externen Dienstleistern.
Für die Deutsche Rohstoff AG sei die Situation angesichts der aktuellen Ölpreis-Entwicklung derzeit hingegen schwierig, dennoch habe das Unternehmen die Ölproduktion des Konzerns im ersten Quartal 2020 zu ca. 80%, im ersten Halbjahr zu 65% und im Gesamtjahr zu 55% preislich absichern können. Die vorläufigen Finanzkennzahlen für das Jahr 2019 lägen am unteren Ende der Prognosen. So habe der Deutsche Rohstoff-Konzern im Geschäftsjahr 2019 lediglich einen Gewinn von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 17,9 Mio. Euro) erzielt. Der Anleihe-Kurs der neuen Deutschen Rohstoff-Unternehmensanleihe 2019/24 (ISIN DE000A2YN3Q8 / WKN A2YN3Q) sei in den letzten Tagen auf 77% gesunken.
Die AGRARIUS AG habe ihre sechsjährige Unternehmensanleihe 2020/26 (ISIN DE000A255D70 / WKN A255D7) im Volumen von 5,0 Mio. Euro platziert. Die Mindestzeichnungssumme habe 100.000 Euro betragen und sich an qualifizierte Anleger gerichtet. Die Anleihe sei bei einer Laufzeit von sechs Jahren (bis 01.03.2026) mit einem Zinskupon in Höhe von 5,00% p.a. ausgestattet. Die Media and Games Invest plc habe die eigene Beteiligung an der gamigo AG von 53% auf 99,9% erhöht. Die Transaktion sei in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen worden. In einem in der vergangenen Woche veröffentlichten und Ende Februar (vor dem großen Corona-Crash) geführten Interview habe die Anleihen Finder Redaktion mit den Geschäftsführern der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank über die derzeitige Entwicklung der Finanzbranche gesprochen.
Den kompletten Beitrag zusammen mit den wichtigsten KMU-Anleihen-News der KW11 - 2020 im Überblick finden Sie hier. (News vom 14.03.2020) (16.03.2020/alc/n/a)
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