Brechen (www.anleihencheck.de) - Die beiden 2017er Anleihen (ISIN DE000A19MDV0 / WKN A19MDV und ISIN NO0010795701 / WKN A19JEV) der Metalcorp Group sind wie viele anderen Unternehmensanleihen in der aktuellen Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen worden, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.
Die Kurse würden derzeit lediglich um die 60% notieren. Und das trotz des risikoaverses Geschäftsmodells des Unternehmens?
Die Experten der KFM Deutsche Mittelstand AG hätten die Metalcorp in der aktuellen Situation noch einmal geprüft und sähen das Unternehmen aufgrund ihrer risikoaversen Volumen- und Dienstleistungsstrategie auch in Covid-19-Zeiten sehr gut aufgestellt. Vor allem, weil die deutschen Standorte der Metalcorp für ihre Kunden die Lücken in der internationalen Lieferkette ersetzen könnten.
Risikoaverses Geschäftsmodell: Metalcorp konzentriere sich auf so genannte Back-to-Back-Geschäfte ohne eigene Lagerhaltung, sodass das operative Geschäft weitgehend unabhängig von der aktuellen Preisentwicklung der internationalen Rohstoffmärkte sei. Metalcorp fungiere dabei vornehmlich als Dientsleister zwischen Lieferanten und Kunden.
"Lückenfüller" für Binnen-Nachfrage
Die Wertschöpfungstiefe der Gruppe werde in Zukunft durch den Aufbau von eigenen Produktionskapazitäten und Rohstoffressourcen sukzessive weiter erhöht, so die Experten. Die Ergebnisentwicklung der letzten Jahre, die sich weitgehend unbeeinflusst von den allgemeinen Schwankungen der Metallpreise positiv entwickle, bestätige diesen Kurs. Obwohl der Umsatz 2019, bedingt durch einen veränderten Produktmix und niedrigere Metallpreise, im Vergleich zum Vorjahr um 11,9% zurückgegangen sei, habe das vorläufige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 8,3% gesteigert werden können. Einzig ein massiver Nachfragerückgang könnte hier zu Verwerfungen führen. Allerdings, so die KFM-Analysten, könne hiervon noch lange nicht die Rede sein, weil nach Einschätzung der Experten die Metalcorp-Standorte Stockach und Berlin weiterhin unter Volllast laufen würden, da die Binnen-Nachfrage aufgrund der Unterbrechung der internationalen Lieferketten deutlich gestiegen sein sollte.
Einschätzung: Weiterhin 5 Sterne
ANLEIHE CHECK I: Die im Juni 2017 emittierte Anleihe (ISIN NO0010795701 / WKN A19JEV) der Metalcorp Group B.V. sei mit einem Zinskupon von 7,00% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 06.06. und 06.12.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis zum 06.06.2022. Im Rahmen der ausschließlich institutionellen Investoren angebotenen Anleiheemission seien 70 Mio. Euro platziert worden.
ANLEIHE CHECK II: Die im Oktober 2017 emittierte Anleihe (ISIN DE000A19MDV0 / WKN A19MDV) der Metalcorp Group B.V. sei mit einem Zinskupon von 7,00% p.a. (Zinstermin jährlich am 02.10.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis zum 02.10.2022. Insgesamt liege das Anleihenvolumen bei aufgestockten 120 Mio. Euro.
INFO: Der von der KFM initiierte Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS sei seit Fondsauflage im November 2013 in verschiedenen Anleihen der Metalcorp Group investiert.
Dienstleister Metalcorp
Hintergrund: Die Metalcorp Group sei als Dienstleister zum Handel mit Stahl- und Nichteisen-Produkten tätig. Daneben würden eigene Produktionsstätten, die das Kerngeschäft unterstützen würden, betrieben. Metalcorp konzentriere sich auf Dienstleistungen im Rohstoffsegment ohne eigene Lagerhaltung, sodass das operative Geschäft weitgehend unabhängig von der aktuellen Preisentwicklung der internationalen Rohstoffmärkte sei. Wesentliche Bestandteile der Metalcorp Group seien die seit 1997 aktive BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH - ein in Europa führender unabhängiger Produzent von Sekundäraluminium - sowie die seit den 1960er Jahren aktive Steelcom-Gruppe. In den letzten Jahren sei die Geschäftstätigkeit durch weitere Übernahmen - zum Beispiel Tennant Metals (2011), CRI Industries (2013) und Nikolaidis (2015) - strategisch ergänzt worden.
Seit Juli 2018 sei die Stockach Aluminium GmbH komplett im Besitz von Metalcorp. Weiterhin werde das Bauxit/Aluminium-Projekt in Guinea entwickelt, dessen Produktion ebenfalls in die bestehenden Stoffströme eingebunden werde. Hier sei bereits der Probebetrieb aufgenommen worden, sodass ab dem 4. Quartal 2020 die geplante Fördermenge von 3 Mio. Tonnen pro Jahr vollständig erreicht werden könne. Mit ihren Tochtergesellschaften und Repräsentanzen sei die Gruppe in 18 Ländern mit mehr als 300 Mitarbeitern weltweit aktiv und verfüge über vier Produktionsstätten in Europa. Zum 01.11.2018 habe die Gesellschaft ihren Sitz nach Luxemburg verlegt, um die Unternehmensstruktur zu vereinfachen.
Hinweis: Die KFM-Analysten würden in diesen Tagen der Coronakrise Sonderstatements zu ausgewählten Mittelstandsanleihen veröffentlichen, die sich im Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS befänden. Der Anleihen Finder werde darüber vollumfänglich berichten.
Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 26.03.2020) (27.03.2020/alc/n/a)
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