Zürich (www.anleihencheck.de) - Das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Kräften an den Finanzmärkten und bei der globalen Wirtschaftsentwicklung bleibt vorerst bestehen, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.
Wir sind unverändert im Goldilocks-Umfeld (liquide Geldpolitik, tiefe Inflation und eine - wenn auch relativ schwache - wirtschaftliche Erholung nach dem Schock), so die Experten von Fisch Asset Management. Hinzu komme eine "Wall of Worry" in Form einer realistischen Einschätzung der Lage durch viele Marktteilnehmer und Konsumenten. Historisch habe diese Kombination stets für eine solide Unterstützung der Aktien- und Kreditmärkte gesorgt, wie man sie auch aktuell beobachte.
Daher verfolgen wir die weitere Entwicklung genauestens, so die Experten von Fisch Asset Management. Denn die Schwäche des US-Dollar stelle einen grundlegenden Wechsel im aktuellen Reaktionsverhalten des Finanzsystems auf die Geldpolitik dar. Zudem bestünden weiterhin verschiedene andere Risiken: Die Konjunktur beginne sich nach einem Zwischenspurt (aufgrund des Nachholbedarfs) wieder abzuschwächen. Gleichzeitig seien die Bewertungen der Finanzmärkte auf sehr hohem Niveau, hätten sich von der fundamentalen Realität abgekoppelt und seien stark von einer lockeren Geldpolitik abhängig. Und dies alles vor dem Hintergrund weiterer Rückschläge bei der Bekämpfung der globalen Pandemie.
Kurzfristig dürften sich der fallende Dollar und die liquide Geldpolitik aber noch positiv auf die Märkte auswirken, da die Folgen der erwähnten Kettenreaktion erst mittelfristig wirksam würden. Ein mögliches Überschießen der Inflation werde von den Notenbanken toleriert und der tiefere Wechselkurs reduziere den Stress in vielen Emerging Markets. Letzteren werde es ermöglicht, ihre eigene Geldpolitik umzusetzen und beispielsweise die Zinsen zu senken ohne die eigene Währung damit abzuwerten. (31.07.2020/alc/a/a)
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