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03.12.21 10:00
Das Börsenunwort des Jahres steht fest
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die österreichische Finanz-Community hat abgestimmt und zum fünften Mal das österreichischen Börsenunwort gewählt, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei der Entscheidung durch eine Jury stünden Signifikanz, Popularität und linguistische Bedeutung der Wörter im Fokus.

Die Finanz-Community sei dem Aufruf der Wiener Börse gefolgt und habe sich für ein neues Börsenunwort entschieden: "Inflationsgespenst" habe im Jahr 2021 gesiegt. Der Begriff der "Inflation" geistere im Börsenumfeld in diesem Jahr besonders häufig herum. In oftmals mit Ängsten behafteten Diskussionen zeige er sich gleich einem Gespenst.

Dies habe sich auch in den Nominierungen zum Börsenunwort 2021 widergespiegelt. Die Inflationsrate im Euroraum sei Eurostat zufolge im November auf 4,9 Prozent gestiegen. Dies sei das bisher höchste Niveau seit Beginn der Messung im Jahr 1997. In der Fachwelt würden sich 2021 die Geister darüber scheiden, welche Auswirkungen die Preissteigerungen den Börsenmärkten in den kommenden Jahren bescheren würden und ab wann Gegenmaßnahmen wie Zinserhöhungen erforderlich seien. Auch über die Finanzbranche hinaus, sei das Thema Teil des Alltags.

"Verbraucher merken den Preisanstieg im Supermarkt, an der Tankstelle und selbst morgens beim Bäcker. Sparer, die ihre Vermögenswerte nur in Spareinlagen und Barmitteln parken, verlieren", erkläre Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse. "Lässt man 10.000 Euro unverzinst bei einer Inflation von 2,5 Prozent zehn Jahre lang liegen, so verringert sich die reale Kaufkraft um ein Fünftel", so Boschan. Sachwerte hingegen seien der beste Inflationsschutz. Über Beteiligungen an Unternehmen könnten Anleger langfristig von steigenden Preisen profitieren, sei es über höhere Kurse oder über Dividenden. "Dieses Finanzwissen ist entscheidend und kann die Furcht mildern", sage Boschan.

Seit 2017 starte die Wiener Börse jährlich einen Aufruf an die heimische Finanz-Community, das Börsenunwort des Jahres zu nominieren. Begriffe, die Branchenvertretern im laufenden Jahr negativ aufgefallen seien, würden dabei entgegengenommen. Bei der Entscheidung durch eine Jury stünden Signifikanz, Popularität und linguistische Bedeutung der Worte im Fokus.

Ziel sei es, einen thematischen und sprachlichen Nerv des sich zu Ende neigenden Börsenjahres zu treffen und mit der jährlichen Veröffentlichung einen Beitrag zur Zeitgeschichte zu leisten. Wie bereits vergangenes Jahr habe es eine hohe Anzahl an Einreichungen zum Thema "Corona" gegeben. Außerdem hätten "Lieferkettenprobleme" sowie "Chip-Verknappung" hoch im Kurs gestanden. Als letzte Börsenunwörter hätten sich "coronabedingt" (2020), "Brexit" (2019), "Strafzölle" (2018) und "Negativzinsen" (2017) durchsetzen können. (03.12.2021/alc/a/a)


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