London (www.anleihencheck.de) - Vor dem Hintergrund der starken Juni-Daten zu den Beschäftigungszahlen und der Inflation in den USA dürfte eine Zinserhöhung um bis zu 100 Basispunkte diskutiert warden, so Tim Drayson, Head of Economics bei Legal & General Investment Management (LGIM).
Die FED lege aktuell zwar mehr Gewicht darauf, die Inflation einzudämmen, nachdem sich die Einstufung als vorrübergehendes Phänomen nicht bewahrheitet habe. Trotzdem könne es weiterhin möglich bleiben, die Inflation zu senken, ohne die Wirtschaft abzuwürgen.
Die Experten würden einen weiteren Zinsschritt in Höhe von 75 Basispunkten erwarten, was die Markterwartungen bestätigen sollte. In Anbetracht der bereits in diesem Jahr eingeleiteten Maßnahmen bedürfe es keiner härteren Schritte, die die Finanzmärkte in Unruhe versetzen würden. Die Inflationserwartungen scheinen sich in Grenzen zu halten, sodass die FED etwas Zeit gewinnt, um die Auswirkungen ihres Kurswechsels zu analysieren, so die Experten von Legal & General Investment Management.
Wie gehe es weiter? Die schwachen Konjunkturindikatoren und die niedrigere Inflation dürften es der FED ermöglichen, die Zinsen langsam anzuheben. Im weiteren Verlauf des Jahres dürfte sich das Wachstum stabilisieren, da eine niedrigere Gesamtinflation die Realeinkommen privater Haushalte weniger belaste. Die Inflation im Dienstleistungssektor dürfte sich jedoch als hartnäckig erweisen und die Kerninflation weiterhin weit über dem Zielwert halten. Die Hoffnung auf eine weiche Landung der Wirtschaft, die gerade noch bestehe, könnte 2023 allerdings schon wieder begraben sein. (26.07.2022/alc/a/a)
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