Paris (www.anleihencheck.de) - Laut Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer von Edmond de Rothschild Asset Management, hat die bisherige Entwicklung der Desinflation in den USA Potenzial - in Europa setzt sie zwar ein, ihre Dynamik ist jedoch unklar.
In seinem aktuellen Letter from the CIO erkläre Melman, warum bei der beginnenden Desinflation die Rentenmärkte attraktiv bleiben und die Aktienmärkte ein Aufwärtspotenzial behalten würden.
Die Aktienmärkte hätten seit Jahresbeginn von der Desinflation, der Stärkung des Vertrauens in die Erholung der chinesischen Wirtschaft und der besseren Entwicklung der europäischen Wirtschaft profitiert. Diese außergewöhnliche Kombination positiver Faktoren dürfte allerdings kaum von Dauer sein. Die chinesische Börse habe sich seit Ende Oktober bereits um rund 50 Prozent erholt. Das Potenzial für sinkende Energiepreise scheine erschöpft zu sein.
Aktienmärkte würden jedoch ihr Aufwärtspotenzial behalten, indem sie den 'Wendepunkt' der Zentralbanken durch die Einführung einer neutralen Geldpolitik und die Extrapolation einer expansiveren Geldpolitik antizipieren würden. An den Aktienmärkten seien die Experten weiterhin insgesamt neutral ausgerichtet. Sie würden weiterhin Schwellenländeraktien bevorzugen, hätten jedoch relativ wenig geografische Allokationen vorgenommen und würden in ihre drei Themen des Jahres investieren: Gesundheit, Big Data und Humankapital.
Solange sich die Desinflation in einem zwar bescheidenen, aber ansonsten ereignislosen Umfeld fortsetzt, was für uns das zentrale Szenario bleibt, gibt es für uns solide Gründe, höhere Bewertungen bei Anleihen und Aktien zu antizipieren, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management. (23.02.2023/alc/a/a)
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