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19.02.24 10:50
CE3: Expansiver Budgetentwurf in Polen, kräftige Zinssenkung in Tschechien, Ungarn stimmt Hilfen für die Ukraine zu

Wien (www.anleihencheck.de) - Die neue polnische Regierung unter Donald Tusk versucht, mit Reformen bei Justiz und Medien einen Teil der Maßnahmen der PiS-Vorgängerregierung wieder rückgängig zu machen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management.

Die PiS mobilisiere im Gegenzug ihre Anhänger:innen auf der Straße und zugleich signalisiere der noch von ihr gestellte Staatspräsident zumindest bei einigen geplanten Gesetzen seinen Widerstand. Das polnische Unterhaus habe unterdessen den Budgetentwurf für 2024 verabschiedet. Der Entwurf sehe deutlich steigende Staatsausgaben und ein Haushaltsdefizit von 5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor, müsse aber noch vom Oberhaus (wohl Formsache) und vom Staatspräsidenten bestätigt werden. Volkswirtschaftlich solle Polen 2024 um rund 2,4% wachsen. 2023 seien es magere 0,3% Wachstum gewesen.

Die Notenbank werde bis auf weiteres wenig zur Unterstützung der Konjunktur tun können. Zwar werde die Inflation im Januar gegenüber dem Dezember wohl kräftig zurückgehen, vermutlich auf 4% nach zuvor 6,2%. Zugleich würden im Jahresverlauf aber einige staatlich festgelegte Preisobergrenzen auslaufen, womit neue Inflationsschübe drohen würden. Der polnische Notenbankchef habe von unveränderten Leitzinsen für das gesamte Jahr gesprochen. Dennoch bestehe eine gewisse Chance für Zinssenkungen gegen Jahresende.

Der Aktienmarkt in Warschau habe im Januar minimal (um rund 1%) nachgegeben, sicherlich gut verschmerzbar für Anleger:innen nach den starken Zuwächsen 2023.

Tschechiens Notenbank habe Anfang Februar den Leitzins überraschend kräftig um 0,50% gesenkt, denn sie gehe von kräftig rückläufigen Inflationsraten im Januar aus, die Richtung 3% fallen sollten. Die Kerninflation solle nach Einschätzung der Währungshüter das gesamte Jahr im Zielbereich der Notenbank (1 bis 3%) liegen, was weitere Zinssenkungen in den kommenden Monaten wahrscheinlich mache. Die Notenbank sehe dennoch auch Risiken für negative Inflationsüberraschungen. Zugleich habe sie ihre Wachstumsprognose für Tschechien für das laufende Jahr von 1,2% auf 0,6% gesenkt. Der Aktienindex in Prag habe im Januar um rund 2,2% zugelegt.

Die Teuerungsrate in Ungarn habe im Januar erneut stärker als erwartet nachgegeben und mit 3,8% bereits im Zielbereich der Notenbank gelegen. Vermutlich werde die Inflation in den kommenden Monaten ungefähr auf diesem Niveau verharren. Damit könnte es beschleunigte Zinssenkungen der Notenbank geben. Bisher hätten die Währungshüter in Schritten von 0,75% gesenkt. Ende Februar könnten es dann aber ein voller Prozentpunkt werden.

Premierminister Orban habe unterdessen seine Blockade des großen EU-Hilfspaketes für die Ukraine aufgegeben. Damit könnten möglicherweise in den kommenden Monaten auch weitere Teile der von der EU eigefrorenen Hilfsgelder für Ungarn freigegeben werden. Das sei zum aktuellen Zeitpunkt aber spekulativ. Der Aktienindex in Budapest habe im Januar neuerlich kräftig zugelegt und sei um 5,4% auf neue Rekordhochs gestiegen. (Ausgabe vom 13.02.2024) (19.02.2024/alc/a/a)


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