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06.02.25 08:45
11,75% Vontobel-Aktienanleihe auf Adobe, Straumann und VAT: Die Stunde der gefallenen Engel - Anleiheanalyse

München (www.anleihencheck.de) - Die Aktienmärkte haben sich im vergangenen Jahr von ihrer Glanzseite gezeigt, so das Zertifikate-Team der Bank Vontobel Europe AG im aktuellen "Aktienanleihen Investor".

Egal, ob S&P® 500, DAX® oder SMI®, sie alle hätten zugelegt. Der Aufschwung sei aber nicht in der ganzen Breite angekommen, diverse Titel seien den Indices deutlich hinterhergehinkt. Mit einigen dieser "Fallen Angels" seien spannende Recovery-Stories verbunden. Die Schnäppchenjagd könne also beginnen.

Als "Fallen Angels" würden in der christlichen Theologie jene Engel bezeichnet, die aus dem Himmelreich verbannt worden seien. Auf den Kapitalmarkt projiziert, handle es sich bei einem "Fallen Angel" um Instrumente, die bei Börsianern in Ungnade gefallen seien. Allerdings müsse nach einer stattlichen Underperformance bzw. einem Absturz nicht aller Tage Abend sein. Finanzfachleute würden manche Krisenkinder wieder auferstehen lassen.

Bestes Beispiel sei der Arznei-Auftragsfertiger Lonza, der durch das Ende der Pandemie in die Tiefe gerissen worden sei. Mit einem frischen Management und neuem Wachstumsplan habe der Bluechip das Jahr 2024 als Spitzenreiter im SMI® beendet. Allerdings werde nicht jeder gefallene Engel wiederbelebt. Unternehmen, die fundamental am Boden kleben bleiben würden, würden auch an der Börse nicht rehabilitiert.

Die Investmentidee hinter einem Recovery-Trade beziehe sich darauf, Qualitätsaktien zu finden, die möglicherweise zu heftig abgestraft worden seien und damit eine echte Chance auf eine Wende hätten. Dieser Ansatz bedürfe einer fundierten Analyse, welche auf klaren Selektionskriterien basiere. Die Experten von Vontobel hätten mit einem derartigen fundamentalen Ansatz den Markt auf Nachzügler durchforstet. Dabei sei der Fokus auf Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen gefallen, die bereits Maßnahmen ergriffen hätten, die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Auch Gesellschaften mit strukturellen Veränderungen sowie frischem Management seien in Erwägung gezogen worden.

Das Vorgehen lasse sich wie bei einer Besorgung im Supermarkt beschreiben: Gekauft würden ausschließlich die hochwertigen Sonderangebote, um keine Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Firmen mit strukturellen Problemen, wie beispielsweise die Autohersteller, kämen dagegen nicht in den Einkaufswagen.

Trotz der geschichtsträchtigen Hausse an der Wall Street habe so manch prominenter US-Titel den Rückwärtsgang eingelegt.

Das gelte beispielsweise für Nike. Der weltgrößte Sportartikelhersteller habe die falschen Weichen gestellt und damit deutlich Marktanteile an Konkurrenten wie Deckers oder On eingebüßt. Laut den Experten von Consumer Edge habe Nike im vergangenen Jahr auf dem Heimmarkt 2 Prozent seines Marktanteils verloren, in Europa seien es sogar 6,2 Prozent gewesen.

Der neue Chef Elliott Hill, der aus dem Ruhestand zurückgeholt worden sei, krempele den Konzern nun um und möchte diesen mit höheren Preisen und einem besseren Verhältnis zu Partnern wieder auf Kurs bringen. Zudem solle es weniger Preisnachlässe und Rabattaktionen geben, dafür aber mehr Artikel im Premium-Bereich verkauft werden. Der 61-jährige Manager setze auch auf eine stärkere emotionale Bindung zu den Verbrauchern.

Mit neuen Führungsspitzen würden auch BASF und Nestlé versuchen das Ruder herumzureißen. Beim Chemieriesen hänge es nun an Markus Kamieth, den Konzern auf Profitabilität zu trimmen. Als Teil der Portfoliooptimierung habe dieser im September 2024 angekündigt, die seit Jahren laufenden Aufräumungsarbeiten fortzusetzen. Seit 2010 seien bereits Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von rund 9,5 Milliarden Euro akquiriert und Segmente mit Erlösen von circa 30 Milliarden Euro devestiert worden (BASF, Pressemitteilung, 26.09.2024). Unter dem neuen Chef hätten 2024 die Sparte mit Flockungsmitteln für Bergbauanwendungen und das Geschäft mit Lebensmittel-Zusatzstoffen den Besitzer gewechselt. Die Agrar-Sparte solle wiederum an die Börse gebracht werden. Die Aktionäre müssten sich zwar noch auf holprige Zeiten einstellen, allerdings könnte BASF - insbesondere, wenn die Konjunktur wieder anziehe - die Früchte des Umbaus ernten.

Dies hoffe der neue Nestlé-Konzernchef Laurent Freixe auch. Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller sei gerade dabei, unter anderem die Sorgenkinder wie das Wassergeschäft oder Teile des Kaffee-Geschäfts aufzupäppeln. Daneben versuche der Konzern den Appetit der Verbraucher durch verstärkte Werbe- und Marketingaktivitäten zu erhöhen. Diese sollten bis Ende 2025 auf 9 von zuletzt 8 Prozent des Umsatzes steigen. Zudem würden die Erträge aus Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen in Wachstum und Marktanteilsgewinne fließen. Bis die Aufbruchstimmung tatsächlich in den Büchern ankomme, dürfte es zwar noch eine Weile dauern, allerdings werde an der Börse die Zukunft gehandelt und daher könnte die Aktie bereits vorher eine Wende einläuten (Nestlé, Pressemitteilung, 19.11.2024).

Der Turnaround stehe bei Mondelez ebenfalls auf dem Plan. Der US-Süßwarenhersteller habe zuletzt bereits eine Belebung seines Geschäfts verzeichnet. Im dritten Quartal habe das Unternehmen dank einer verbesserten Preisgestaltung Absatz, Umsatz und Gewinn steigern und damit die Erwartungen übertreffen können. Allen voran in Europa, Nordamerika und China habe der Hersteller von Marken wie Milka und Oreo gepunktet. Dass CEO Dirk Van de Put Vertrauen in die Zukunft habe, zeige ein jüngst angekündigtes Aktienrückkaufprogramm. Zwischen Anfang 2025 und Ende 2027 sollten eigene Anteile im Wert von bis zu 9 Milliarden US-Dollar erworben werden.

Während Mondelez zuletzt auch im kriselnden Reich der Mitte wieder Fortschritte erzielt habe, sei China der Hemmschuh für Unternehmen wie ASML und Kering. Letztgenannter Hersteller der bekannten Gucci-Handtaschen spüre deutlich die Zurückhaltung der chinesischen Kundschaft bei hochpreisiger Designermode, Schmuck und Accessoires. So habe Kering im Quartal bis September 2024 einen Umsatzrückgang von 30 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum erlitten. Die Aktie sei daraufhin im November auf das tiefste Niveau seit Anfang 2017 abgetaucht. In diesem Jahr könnte es in Fernost zu einer Umkehr kommen. Peking habe bereits mehrfach angekündigt, das Wachstum mit unterschiedlichen Maßnahmen zu fördern.

Auch ASML leide unter einem schwachen China-Geschäft. Dies liege aber weniger daran, dass es an Nachfrage nach den Maschinen des Chipindustrieausrüsters fehle, sondern vielmehr an einem US-Embargo für Technologie-Exporte nach China. Demzufolge werde sich den Prognosen zufolge der China-Anteil am Konzernumsatz auf 20 Prozent halbieren. Allmählich sollten aber die negativen Nachrichten alle auf dem Tisch liegen. Erst vor wenigen Wochen habe der Weltmarktführer in EUV-Lithografie Systeme seine längerfristigen Ziele bekräftigt, den Umsatz bis 2030 auf 44 bis 60 Milliarden Euro auszubauen. Zum Vergleich: Für 2025 würden 30 bis 35 Milliarden Euro anvisiert. Als Wachstumstreiber sehe das Management die zunehmende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz (ASML, Pressemitteilung, 02.12.2024).

KI sei auch das Stichwort bei Adobe. Das Unternehmen habe kürzlich KI-bezogene Softwaretools lanciert und investiere weiter kräftig in KI-basierte Bild- und Videogenerierungstechnologien, um der zunehmenden Konkurrenz durch Startups wie Stability AI Parole bieten zu können. Sobald Adobe den Kapitalmarkt überzeugen könne, wie sich die Fortschritte in der Videogenerierungstechnologie monetarisieren lassen würden, könnte der Underperformer wieder auf die Überholspur wechseln. 2024 habe die Aktie rund ein Viertel nachgegeben und notiere derzeit mit einem KGV von unter 20 deutlich unter Branchenkollegen wie Microsoft oder Autodesk.

Die beiden Schweizer Mid-Caps VAT und Straumann hätten 2024 ebenfalls prozentual zweistellig zurückgesetzt. Erstgenannter Chip-Zulieferer sei operativ bereits wieder auf den Wachstumskurs eingeschwenkt. Die Aufträge hätten in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 68 Prozent zugelegt. Auch 2025 erwarte der Vorstand kontinuierlich verbessernde Bedingungen. Fortschritte in der Fertigungstechnologie im Marktsegment Logic-Chips seien laut VAT die wichtigsten Triebkräfte für das erwartete Wachstum im neuen Jahr.

Straumann sei operativ ebenso auf einem guten Weg. Der Zahnimplantat Hersteller habe im dritten Quartal ein Umsatzplus von 11,2 Prozent erzielt. Den größten Beitrag habe die Region Asien-Pazifik mit einem Anstieg um knapp ein Fünftel geliefert. Da Nordamerika, der zweitgrößte Markt von Straumann, aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, hätten sich Anleger zunächst bei der Aktie weiter zurückgehalten. Allerdings könnten Börsianer schon bald wieder ihr Augenmerk auf die erstklassigen Margen sowie den Marktanteilsgewinnen bei Zahnimplantaten, transparenten Zahnspangen und digitalen Zahnheilkundelösungen legen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 4,00% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VG4LTT5 / WKN VG4LTT) auf die Aktien von Adobe (ISIN US00724F1012 / WKN 871981), Straumann (ISIN CH1175448666 / WKN A3DHHH) und VAT (ISIN CH0311864901 / WKN A2AGGY). Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 20.03.2026. (Stand: 05.02.2025) (Ausgabe Februar 2025)



Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten-/Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (06.02.2025/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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