Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Dass die Inflation in den USA doch hartnäckiger ist als gedacht, hat überrascht, so die Deutsche Börse AG.
Im Januar seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3 Prozent gestiegen, wie am Mittwoch bekannt geworden sei. Das sei der höchste Stand seit einem halben Jahr. Auch die Kerninflation - also ohne Lebensmittel- und Energiepreise - sei mit 3,3 Prozent höher ausgefallen als erwartet. "Das Inflationsziel von 2 Prozent bleibt außer Reichweite", habe Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba kommentiert. "Daher dürfte die US-Notenbank darin bestärkt werden, bezüglich Zinssenkungen eine vorsichtige und zurückhaltende Strategie zu fahren."
Schon am Dienstag habe US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem US-Senat deutlich gemacht, dass es keine Eile bei der Anpassung der Geldpolitik gebe. Wirtschaft und Arbeitsmarkt seien in einer guten Verfassung und Inflation und Lohndynamik immer noch erhöht. "Wir fühlen uns bestätigt in unserer Außenseitermeinung, dass die US-Notenbank erst am Ende dieses Jahres ihre Leitzinsen senken wird", bemerke Berndt Fernow von der LBBW. "Man ist geneigt hinzuzufügen: Wenn überhaupt."
Auch an den Geldterminmärkten werde für die US-Notenbank nun nur noch eine einzige Zinssenkung in diesem Jahr eingepreist. Für die EZB würden hingegen mehrere Zinssenkungen und - wie die Deutsche Bank berichte - kumuliert 81 Basispunkte erwartet. Dennoch seien die langfristigen Renditen auch hier im Wochenvergleich gestiegen: Zehnjährige Bundesanleihen würden am Freitagmorgen mit 2,42 Prozent nach 2,36 Prozent vor einer Woche rentieren.
Aus dem Handel mit Unternehmensanleihen melde Daniel Nachfrage nach Deutsche Telekom-Bonds mit Fälligkeit 2032 (XS2987630873) und Rendite von knapp 3 Prozent. Agon Alihajdari von der Steubing AG nenne Anleihen von Knorr-Bremse mit Laufzeit bis Juni dieses Jahres (XS1837288494) sowie Bayer (XS2630111719) und Deutsche Bahn, jeweils bis 2033 (XS2624017070). Sie würden aktuell mit 2,1 Prozent, 3,4 Prozent und 2,8 Prozent rentieren.
Südzucker-Hybridanleihen (XS0222524372) hätten sich etwas erholten können, nachdem Europas größter Zuckerkonzern die Prognose angehoben habe. "Nach vielen schlechten Nachrichten 2024 sind das endlich wieder gute", bemerke Brunner. Käufe und Verkäufe gleichermaßen sehe er zudem für den Nordic Bond von Mutares (NO0012530965).
Auch US-Dollar-Bonds kämen gut an, Daniel zufolge etwa von Alphabet mit Fälligkeit 2030 (US02079KAD90) und aktuell 4,6 Prozent.
Die rege Emissionstätigkeit setze sich fort. Wie Brunner berichte, sei Italien mit neuen Staatsanleihen auf den Markt gekommen: Laufzeit bis 2040 und Kupon von 3,85 Prozent (IT0005635583). Zudem habe es zwei Aufstockungen von EU-Anleihen um insgesamt 11 Milliarden Euro gegeben. Die eine laufe bis 2031 und biete 2,5 Prozent (EU000A3L1DJ0), die andere bis 2050 und 3,2 Prozent (EU000A3K4EU0).
Ebenfalls aufgestockt worden sei laut Brunner der April 2024 emittierte Nordic Bond von GoCollective, mit Laufzeit bis 2027 (NO0013185835). (14.02.2025/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.de