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18.09.25 11:00
Keine Zinsanhebung in Japan: Zinsdifferenzen stützen den Yen, Risikoprämien für langlaufende Staatsanleihen bleiben hoch

Dublin (www.anleihencheck.de) - Die jüngsten Schlagzeilen über ein unerwartet positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Japan und ein starker Binnenkonsum haben bei Investoren die Erwartung geschürt, dass die japanische Notenbank die Zinsen bald erhöhen und die Emission langfristiger japanischer Staatsanleihen reduzieren könnte, so Cathal Gaffney, Portfolio Manager bei Mediolanum International Funds.

Mediolanum International Funds gehe jedoch davon aus, dass die Bank of Japan bei ihrer Sitzung am 19. September weiterhin vorsichtig bleibe und die Zinsen unverändert lasse. Denn jüngste Berichte würden auch einen Rückgang der Produktion, der Exporte und der Unternehmensgewinne zeigen. Gleichzeitig lasse der Inflationsdruck nach.

Zwar habe die Unsicherheit im Hinblick auf die US-Zölle abgenommen, doch die Notenbank konzentriere sich weiterhin auf harte Daten, bevor sie eine weitere Normalisierung in Betracht ziehe. Die Märkte würden derzeit eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Jahr 2025 einpreisen. Sollte es dazu kommen, könnte dies günstigere Zinsdifferenzen schaffen und den japanischen Yen stützen - zumal andere Zentralbanken wie etwa die Federal Reserve eine lockere Geldpolitik verfolgen würden. Deswegen sei Mediolanum International Funds in der japanischen Währung übergewichtet.

Nach dem Rücktritt von Premierminister Shigeru Ishiba sei zudem die politische Unsicherheit hoch, denn der neue Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei werde erst am 4. Oktober gewählt. Die Märkte würden eine expansivere Fiskalpolitik erwarten - das könnte dazu führen, dass die Zinsstrukturkurve bei japanischen Staatsanleihen steiler werde. Der Druck auf den Markt bleibe bestehen: Da die Inlandsnachfrage begrenzt sei, würden voraussichtlich Händler und ausländische Investoren den größten Teil des Angebots an langlaufenden japanischen Staatsanleihen absorbieren. Die Risikoprämien bei Auktionen langfristiger Anleihen dürften angesichts der politischen und fiskalischen Unsicherheit weiterhin hoch bleiben. (18.09.2025/alc/a/a)


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