München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Kraft Heinz (ISIN US5007541064 / WKN A14TU4) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.
Der US-amerikanische Lebensmittelkonzern, der unter anderem hinter der ikonischen Ketchup-Marke "Heinz Tomato Ketchup" stehe, habe herausfordernde Zeiten hinter sich. Kraft Heinz bereite die schwächelnde Nachfrage nach seinen Kernprodukten Schwierigkeiten. Nun stehe eine Aufspaltung des Unternehmens an. Anders als bei einer Abspaltung entstünden zwei komplett neue Unternehmen. Könnte diese Maßnahme ein Startschuss zu einer Trendumkehr sein?
Kraft Heinz habe zu kämpfen
Die Popularität von Fitness-Influencern, Abnehmspritzen und Donald Trumps MAHA-Kampagne ("Make America Healthy Again", auf Deutsch: "Macht Amerika wieder gesund") unterstreiche, dass der Trend gegen Fast Food laufe. Dies bekämen auch Lebensmittelgiganten wie Nestlé, Kraft Heinz und Co. zu spüren. Ein Jahrzehnt nach der Fusion sei den zwei Lebensmittelriesen Kraft Foods und Heinz der Appetit vergangen. Doch nicht nur der Trend zu gesunder Ernährung bereite dem Mega-Konzern Mühe, Kraft Heinz habe in den Jahren seit dem Zusammenschluss auch nicht die erwarteten Synergien mobilisieren können. Die mehrheitlich auf den US-Markt ausgerichteten Marken des ehemaligen Unternehmens Kraft hätten nicht so gut wie geplant zur global orientierten Heinz gepasst.
Die Auftrennung solle einer klaren Logik folgen: Zwei unterschiedlich operierende Unternehmen sollten entflochten werden. Unter dem Arbeitstitel "Global Taste Elevation" bündele Kraft Heinz künftig die global ausgerichteten, margenstärkeren Marken rund um Saucen, Aufstriche und Gewürze mit einem Umsatzvolumen von rund 15 Mrd. US-Dollar. Daneben solle die stärker regional fokussierte "North America Grocery Co." mit klassischen, im US-amerikanischen Raum gut bekannten Marken wie "Oscar Mayer", "Kraft Singles" und "Lunchables" entstehen. CEO Carlos Abrams-Rivera übernehme die nordamerikanische Einheit, für den global orientierten Teil des Konzerns laufe die Suche nach einer Geschäftsführung noch an.
Das Ziel: Fokussierung und Komplexitätsabbau. Fast 200 Marken in 55 Kategorien über 150 Länder hinweg überforderten Marketingbudgets, Innovationszyklen und IT-Architektur. Die Trennung solle die Kapitalallokation und Priorisierung verbessern, ohne das nötige Größenmomentum völlig zu verlieren. Die Hauptsitze sollten in Pittsburgh und Chicago verbleiben, der Vollzug sei für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Wie verdaue der Markt die Aufspaltung?
Reaktionen auf den Plan würden gemischt ausfallen. Befürworter würden auf das Kellogg-Beispiel (Kellanova/WK Kellogg) verweisen, wo die Abspaltung grundsätzlich positiv verlaufen sei und Klarheit geschaffen habe. Kritiker wie beispielsweise Warren Buffett, der einen substanziellen Anteil am Kraft-Heinz-Konzern halte, würden vor Kosten, Doppelstrukturen und negativen Synergien in Beschaffung, Logistik und IT warnen. Ein großer Aktionär, der dem Vorhaben nicht wohlwollend gegenüberstehe, könne eine Belastung darstellen. Für Anleger zähle daher weniger das Versprechen der Entflechtung als dessen Umsetzung: eine klare Zuordnung der Marken, disziplinierte Kostenarbeit und eine sichtbare Trendumkehr in den Verkaufsvolumina. Gelinge dies, könnte die Spaltung einen organisatorischen Neustart darstellen.
Wie wirke sich die Aufspaltung auf Strukturierte Produkte aus?
Bei sogenannten Corporate Actions (Deutsch: Kapitalereignisse) eines Basiswerts könnten die Bedingungen eines darauf bezogenen Strukturierten Produkts so angepasst werden, dass der wirtschaftliche Wert des Strukturierten Produkts auf den betroffenen Basiswert möglichst unverändert bleibe. Zu diesen Corporate Actions würden neben Fusionen und Übernahmen auch Abspaltungen oder Spin-offs zählen. Emittenten von Strukturierten Produkten könnten sich für die Anpassung ihrer Produkte an den Mitteilungen und Vorgaben von Terminbörsen orientieren. Welche Anpassungen im Einzelnen vorgenommen würden, lasse sich daher im Vorfeld nicht verbindlich sagen, da dies von verschiedenen Faktoren abhänge, wie u.a. von den durch die Terminbörsen vorgenommenen Anpassungsmaßnahmen bei Derivaten auf den Basiswert. Die Anpassungen würden vom Emittenten jeweils veröffentlicht (bei Vontobel-Produkten abrufbar über die Produktdetailseite) und würden üblicherweise zum Stichtag bzw. Vollzug der betreffenden Transaktion (Corporate Action) erfolgen. Mögliche Anpassungen könnten etwa das Bezugsverhältnis des Strukturierten Produkts betreffen, die jeweilige Barriere oder den Basispreis. Je nach Art und Umfang der zugrunde liegenden Transaktion im Basiswert seien auch Änderungen oder Anpassungen im Basiswert denkbar, wie eine Ersetzung oder Bezugnahme auf einen Korb von Basiswerten, z.B. auf zwei Unternehmen nach einer Ab-/Aufspaltung. Erscheine eine Anpassung nicht wirtschaftlich sinnvoll möglich, könnten Produkte auf den betreffenden Basiswert im Einzelfall auch gekündigt werden.
Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Aktienanleihe mit Barriere (ISIN DE000VH4YUV1 / WKN VH4YUV) auf Kraft Heinz, die zum 13.10.2025 gezeichnet werden könne. Der Kupon p.a. sei auf 7,25% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 26,06 USD, die Barriere 20,85 USD (80,00%), das Bezugsverhältnis 38,37299. Die Laufzeit ende am 20.12.2024. (Stand: 01.10.2025, 09:10)
Bitte beachten Sie auch Risiken und wichtige Hinweise unter folgendem Link. (Ausgabe vom 29.09.2025) (01.10.2025/alc/a/a)
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