München (www.anleihencheck.de) - Mercedes-Benz, Renault und Stellantis repräsentieren drei unterschiedliche strategische Ausrichtungen innerhalb der globalen Automobilindustrie, so das Zertifikate-Team der Bank Vontobel Europe AG im aktuellen "Aktienanleihen Investor".
Mercedes-Benz stärke seine Position als führende Luxusmarke durch technologischen Wandel und eine klare Fokussierung auf margenstarke Segmente. Renault treibe seine Transformation über Elektrifizierung, Plattforminnovationen und internationale Marktimpulse voran. Stellantis nutze seine breite Mehrmarkenstruktur und eine flexible Antriebsstrategie, um regionale Wachstumschancen und Produktoffensiven zu realisieren. Gemeinsam stünden die Unternehmen für die technologische, strukturelle und geografische Neuausrichtung eines Industriezweigs, der sich im Übergang zu software- und plattformgetriebenen Geschäftsmodellen befinde und Anlegern vielfältige Zugangsmöglichkeiten biete.
Die Mercedes-Benz Group AG gehöre zu den weltweit führenden Herstellern von Premium-Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Die Marke Mercedes-Benz werde im Ranking "Best Global Brands 2025" mit einem Markenwert von rund 50 Mrd. USD bewertet und als wertvollste Luxus-Automobilmarke aufgeführt. Das Formel-1-Engagement verstärke die globale Markenreichweite, da das Team 2024 ein kumuliertes TV-Publikum von rund 1,6 Mrd. Zuschauern erreicht habe. Mercedes-Benz stehe zugleich für eine lange Tradition technologischer Erneuerung, auf der das heutige Premium- und Top-End-Segment des Unternehmens aufbaue.
Das Unternehmen verfüge über ein globales Produktions- und Entwicklungsnetzwerk und sei mit seinen Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und Mercedes-Benz Vans in den wichtigsten Automobilmärkten präsent. Ein Schwerpunkt liege auf dem Top-End-Segment, zu dem unter anderem S-Klasse, G-Klasse, Maybach-Modelle und AMG-Fahrzeuge zählen würden. Aktuell befinde sich Mercedes-Benz in einer Phase umfassender Produkt- und Technologieerneuerung. Bis Ende 2027 plane der Konzern mehr als 40 Produktneueinführungen und Modellüberarbeitungen. Grundlage würden flexible Fahrzeugarchitekturen bilden, die unterschiedliche Antriebskonzepte ermöglichen würden. Parallel dazu führe Mercedes-Benz mit MB.OS eine eigene softwaredefinierte Fahrzeugarchitektur ein.
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeite das Unternehmen an einer strukturellen Senkung von Material-, Fix- und Investitionskosten und passe seine globale Produktions- und Lieferkettenstruktur an. Dazu würden Standardisierung, Digitalisierung und verstärkter KI-Einsatz sowie mehr lokale Fertigung zählen. Auf dieser Basis ziele die Mercedes-Benz Group darauf ab, ihre Profitabilität langfristig zu sichern.
Renault SA zähle zu den traditionsreichsten Automobilherstellern Europas und sei heute Teil einer spezialisierten Einheit für innovative Mobilitätslösungen. Die Gruppe sei in 114 Ländern präsent und vereine die Marken Renault, Dacia, Alpine und Mobilize. Renault verfüge über ein ausgewogenes Portfolio aus elektrischen, hybriden und verbrennungsmotorischen Modellen und stärke seine Marktposition durch eine Value-over-Volume-Strategie. Diese zeige sich unter anderem in einem hohen Retail-Anteil sowie stabilen Restwerten.
Die Gruppe habe in den vergangenen Jahren wichtige strukturelle Schritte eingeleitet. Im Kerngeschäft sei der weltweite Absatz in den ersten neun Monaten 2025 um 3,8% gestiegen. Modelle wie Renault 5 E-Tech oder Scenic E-Tech würden die Position im EV-Markt festigen. Dacia stärke seine Rolle als margeneffiziente Retailmarke, Alpine verzeichne Wachstum durch die elektrische A290.
Technologisch befinde sich Renault in einer Phase vertiefter Transformation. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge habe 2025 über 40% erreicht. Mit Ampere treibe Renault eine softwareorientierte Plattform voran, gestützt durch eine Partnerschaft mit Ford. Ab 2028 sollten zwei Ford-Modelle auf Ampere-Basis produziert werden.
Zur Stärkung der finanziellen Basis setze Renault seine Effizienzprogramme fort. Der Konzern bestätige für 2025 eine operative Marge von 6,5% sowie einen Free Cashflow von 1,0 bis 1,5 Mrd. Euro.
Stellantis N.V. gehöre zu den größten Automobilherstellern der Welt und bündle ein breites Markenportfolio. Im dritten Quartal 2025 habe das Unternehmen Nettoerlöse von 37,2 Mrd. Euro erzielt (+13%). Wachstumstreiber seien Nordamerika, Europa und Middle East und Africa. Stellantis verfolge eine Mehrenergie-Strategie, die unterschiedliche Antriebsoptionen biete.
Operativ befinde sich Stellantis in einer Phase der Strategieanpassung. Bis Ende 2025 seien zehn neue Modelle geplant. In Nordamerika ziele Stellantis mit neuen Motorvarianten und Modellreihen auf margenstarke Segmente. In Europa würden neue Modelle wie Citroën C3 oder Fiat Grande Panda die Marktposition stärken.
Strategisch setze Stellantis auf Kostendisziplin, gezielte Investitionen und regionale Wachstumsprogramme. Die Lagerbestände würden diszipliniert gesteuert. In den USA habe Stellantis ein Investitionsprogramm über 13 Mrd. USD angekündigt. Das Unternehmen bestätige, dass sich die Kennzahlen in der zweiten Jahreshälfte 2025 verbessern sollten.
Eine interessante Investitionsmöglichkeit könnten Multi-Aktienanleihen darstellen. Investoren könnten zum Beispiel in eine Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VJ0NVE4 / WKN VJ0NVE) auf die Basiswerte Mercedes-Benz, Renault, Stellantis mit Fälligkeit am 18. Dezember 2026 investieren. Sie biete einen festen Kupon in Höhe von 16,25 Prozent p.a. Anleger würden keine zusätzlichen Erträge (wie z.B. Dividenden) erhalten und keine weiteren Rechte aus den Basiswerten (Aktien) besitzen. Die Bewertung der Basiswerte erfolge am Laufzeitende.
1. Wenn der Beobachtungskurs aller Basiswerte im Beobachtungszeitraum immer auf oder über der jeweiligen Barriere liege, würden Anleger am Rückzahlungstag den Nennbetrag erhalten.
2. Wenn der Kurs mindestens eines Basiswerts im Beobachtungszeitraum mindestens einmal unter der jeweiligen Barriere liege, könnten zwei Szenarien eintreten:
a) Anleger würden am Rückzahlungstermin den Nennbetrag erhalten, wenn der Referenzpreis aller Basiswerte am Bewertungstag auf oder über dem jeweiligen Basispreis liege.
b) Wenn der Referenzpreis mindestens eines Basiswerts am Bewertungstag unter dem jeweiligen Basispreis liege, würden sie den Basiswert mit der schlechtesten Wertentwicklung (Worst-Of) entsprechend des Bezugsverhältnisses dieses Basiswerts erhalten.
Chancen und Risiken
Multi-Aktienanleihen seien insbesondere für Anleger geeignet, die von zukünftig seitwärts tendierenden Märkten oder von leichten Kursrückgängen und einer abnehmenden Volatilität ausgehen würden. Sie würden einen attraktiven festen Kupon bieten, der unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte zur Auszahlung komme.
Zu beachten sei jedoch: Bei diesen Produkten würden Art und Höhe der Rückzahlung in Abhängigkeit der Entwicklung des Basiswerts mit der schlechtesten Wertentwicklung bestimmt (sogenannte Worst-Of-Struktur). Gegenüber Produkten ohne Worst-Of-Struktur bestehe ein erhöhtes Risiko eines Verlusts des investierten Betrags. Selbst wenn sich alle Basiswerte insgesamt positiv entwickeln würden, komme es für die Rückzahlung allein auf den Basiswert mit der schlechtesten Wertentwicklung an.
Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Dezember 2025)
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Ausgewählte Risiken:
Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.
Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.
Emittenten-/Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (12.12.2025/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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