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20.03.15 16:56
Anleihemarkt: Starker Euro-Bund-Future

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bremsspuren hinsichtlich der Zinsfantasie in den USA sowie die Fortsetzung im Griechenlanddrama bestimmen Händlern zufolge das Bild an den Rentenmärkten, so die Deutsche Börse AG.

Zwar rücke die erste Leitzinsanhebung in den USA seit 2006 immer näher. "Das Tempo der Erhöhung scheint aber langsamer als bisher prognostiziert", bemerke Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapier Handelsbank. Derzeit werde der September als Termin für den ersten Zinsschritt gehandelt.

Der Grund für den erneuten Aufschub liege in verringerten Wachstums- und Inflationserwartungen. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten auf eine vorübergehende Wachstumsdelle gedeutet. "Der genaue Zeitpunkt ist aber gar nicht so entscheidend. Wichtig ist vielmehr, dass überhaupt wieder ernsthaft über eine zeitnahe Straffung der Geldpolitik diskutiert wird", meine Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank. Damit könne man sich einer Normalisierung in der Geldpolitik nähern.

Die italienische Regierung habe laut Brunner erfolgreich eine neue Anleihe (ISIN IT0005041980 / WKN A1ZY0Y) mit einem jährlichen Kupon von 1,625 Prozent platziert. "Das Volumen betrug acht Milliarden Euro, weshalb die EZB in dieser Woche vermutlich leicht ihr durchschnittliches Kaufpensum europäischer Staatsanleihen erreicht." Dieses betrage rund neun Milliarden Euro.

Derweil spiele in der griechischen Tragödie ein weiterer, vielleicht entscheidender Akt. Nach erheblichem Druck aus Brüssel habe sich die griechische Regierung in der Nacht zum Freitag verpflichtet, in den kommenden Tagen eine neue "vollständige Liste spezifischer Reformen" vorzulegen. Die Hoffnung auf schnelles Geld für Griechenlands stufe die HSBC dennoch als unrealistisch ein. Kurzfristige Finanzlücken könnten mit Notkrediten gestopft werden. Die europäischen Währungshüter hätten Medienberichten zufolge den Rahmen für die so genannten ELA-Kredite für griechische Banken um etwa 3,3 auf 68,3 Milliarden Euro erhöht.

"Tsipras ist keiner, den man sich als Verhandlungspartner wünscht", bringe es Gregor Daniel auf den Punkt. Für den Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft würden sich Griechenland und Brüssel mittlerweile der Insolvenzverschleppung schuldig machen. Griechische Bonds stünden angesichts der unsicheren Zukunft Athens durch die Bank unter Druck.

"Insbesondere Anleihen von griechischen Banken werden abgestoßen", berichte auch Brunner und nenne beispielhaft einen mit 5,0 Prozent Zinsen ausgestatteten Wert der Piraeus Group (ISIN XS1048577529 / WKN A1ZE3K). "Die Anleihe notierte am Montag knapp über 73 Prozent und steht derzeit bei 66,85 Prozent."

Der Handel mit Unternehmensanleihen laufe Brunner zufolge in ruhigen Bahnen, wobei sich die Kurse der Mittelstands-Anleihen auf einem soliden Niveau gehalten hätten. Nach Anhebung seiner Bonität durch die Ratingagentur Moody's habe Volkswagen die Gelegenheit ergriffen und über das niederländische Tochterunternehmen Volkswagen International Finance zwei neue variable Hybridanleihen mit einem Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro am Markt erfolgreich platziert.

Ausgestattet mit 2,5 Prozent Zinsen könne Bond Nummer eins (ISIN XS1206540806 / WKN A1ZYTJ) zum 20. März 2022 vonseiten des Schuldners zurückgezahlt werden. Für Anleihe Nummer zwei (ISIN XS1206541366 / WKN A1ZYTK) gebe es einen Kupon von 3,5 Prozent, wobei Volkswagen zum 20. März 2030 ein Kündigungsrecht habe. Gleichzeitig hätten sich Anleger verstärkt von einer bestehenden VW-Anleihe (ISIN XS1048428442 / WKN A1ZE21) getrennt, die im Wochenverlauf von 115,40 auf 112,75 Prozent nachgegeben habe, berichte Brunner.

Klare Favoriten habe es in dieser Woche weder auf der Kauf- noch auf der Verkaufsseite gegeben, wie Tillmann die Handelswoche im Bereich Unternehmensanleihen zusammenfasse. "Bei Verkaufswünschen war es manchmal schwer, Käufer für Euro-Anleihen zu finden." So mancher Anleger sei nur zu niedrigeren Preisen eingestiegen. "Nicht nur Emittenten aus der zweiten Reihe waren betroffen, sondern auch Bonds bonitätsstarker Unternehmen."

Bei Hellwig hätten US-Dollar-Bonds von Hyundai (ISIN US44891CAA18 / WKN A1ZYU9), APT Pipelines (ISIN USQ04578AD42 / WKN A1VJZS) und Citigrou (ISIN US172967JK88 / WKN A1ZYTX) zu den umsatzstärksten Bonds in dieser Woche gehört. Bewegung auf beiden Seiten gebe es in Eurowerten von Discovery Communication (ISIN XS1117298247 / WKN A1ZYSS) und der niederländischen NN Group (ISIN XS1204254715 / WKN A1ZYLD). Ebenso gebe es Interesse an einer in Norwegischen Kronen notierten Nordea Bank-Anleihe (ISIN XS1202091671 / WKN A1ZYNZ). (20.03.2015/alc/a/a)



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