Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet ihre Politik des billigen Geldes weiter aus, do Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
So habe die Notenbank zum Monatsbeginn ihr Ankaufprogramm für Anleihen beschleunigt. In der Woche bis zum 6. November habe die EZB Staatsanleihen im Wert von 12,93 Mrd. EUR in ihre Bücher genommen, nach 10,57 Mrd. EUR in der Vorwoche. Die Erhöhung der Schlagzahl sei allerdings dem bevorstehenden Jahresultimo und dem damit einhergehenden Austrocknen der Sekundärmärkte geschuldet. Doch sei es auch als Vorgeschmack zu sehen, auf die im Vormonat von EZB-Präsident Mario Draghi angedeutete Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen.
Ziel der Maßnahmen sei bekanntlich, dass die Banken dadurch mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben würden, was die Konjunktur und auch die Inflation anheizen solle. Bisher aber seien die Implikationen auf die Teuerung bescheiden geblieben. Hier setze auch die Argumentation der Kritiker wie die von Bundesbank-Chef Jens Weidmann an, der sich klar gegen eine Fortführung der expansiven Geldpolitik ausgesprochen habe. Die niedrige Inflation sei Folge des niedrigen Ölpreises und kein Ausdruck von Deflation, habe er gesagt. Seit Beginn des Programms im März dieses Jahres hätten die EZB und die nationalen Zentralbanken der Euro-Länder Staatsanleihen im Volumen von 406,57 Mrd. EUR angekauft. Das Programm solle bis September 2016 laufen und dann einen Gesamtumfang von 1,14 Bill. EUR erreichen.
Nun seien allerdings Signale zu vernehmen, nach denen die EZB ihr Anleiheprogramm zwar nicht weiter ausdehnen, dafür aber den Strafzins deutlich erhöhen werde. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen von EZB-Ratsmitgliedern erfahren habe, gebe es bei verschiedenen Notenbankern Überlegungen, den Einlagensatz, der seit September 2014 bei minus 0,2% liege, weiter zu senken. Damit würde sich also der Strafzins für Banken, die Gelder bei der EZB parken würden, erhöhen. Vor diesem Hintergrund würde es nicht verwundern, wenn die EZB bei ihrer nächsten geldpolitischen Zinssitzung Anfang Dezember eine entsprechende Entscheidung fällen werde. In einer solchen Maßnahme erkenne die Notenbank offenbar nicht nur einen gewissen Handlungsspielraum, sondern erachte dieses Instrument auch als das am wenigsten umstrittene.
Die kritischen Stimmen gegen die Geldschwemme würden indessen lauter. Auch der Sachverständigenrat für Wirtschaftsfragen habe die Notenbank nun ermahnt, ihre Geldpolitik nicht weiter zu lockern. Die derzeitige Niedrigzinsphase berge Risiken für die Finanzstabilität und höhle mittelfristig die Geschäftsmodelle von Banken und Versicherungen aus, sei im Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen zu lesen. Konkret werde gefordert, die im März gestarteten Wertpapierkäufe zurückzufahren oder früher zu beenden.
Doch nicht nur bei der Bundesbank und den Wirtschaftsweisen, auch in der EZB selbst wachse indessen offenbar der Unmut über die Politik des lockeren Geldes von Mario Draghi. So berichte Reuters von erheblichen Konflikten zwischen Finanzwächtern und Notenbankern in der EZB. Auf der einen Seite möchten demnach die Kontrolleure der EZB die Banken mit schärferen Kapitalvorgaben krisenfester machen. Auf der anderen Seite hätten Geldpolitiker Rückschläge für die immer noch sehr zögerliche Kreditvergabe im Währungsraum befürchtet.
Die Konflikte würden sich offenbar auch an der Festlegung der neuen Mindestkapitalanforderungen entzünden, die die Kontrolleure des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus' (SSM) den von ihr durchleuchteten Banken vorgeben würden. Würden die Mindestkernkapitalquoten für 2016 um voraussichtlich 0,3 Prozentpunkte angehoben, könne dies im Extremfall dazu führen, dass Institute frisches Kapital aufnehmen oder bestimmte Geschäfte aufgeben müssen. Dies wäre zum Verdruss der Notenbanker innerhalb der EZB, die befürchten würden, eine solch versteckte Kapitalerhöhung könne zu einer gebremsten Kreditvergabe führen. Die Ziele einer lockeren Geldpolitik würden dann konterkariert werden, würden sie argumentieren. Der Widerspruch zwischen Krisensicherheit von Banken und expansiver Geldpolitik sei also vorprogrammiert.
Die Risse innerhalb Europas, die unter anderem durch die uneinheitliche Flüchtlingspolitik verursacht würden, würden sich vertiefen. So wolle der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic die ins Land drängenden Flüchtlinge nach Ungarn umleiten lassen. Während die ungarische Regierung ihrerseits auch an der Grenze zu Kroatien einen Zaun baue, um die Ankunft weiterer Flüchtlinge zu verhindern. Genauso sei Ungarn bereits an der Grenze zu Serbien verfahren gewesen.
Die Zentrifugalkräfte innerhalb Europas seien jedenfalls an vielen Stellen zu spüren, unter anderem in Katalonien, wo gerade der amtierende Ministerpräsident Artur Mas als Kandidat für die Wiederwahl im Parlament in Barcelona im ersten Wahlgang am Dienstag gescheitert sei. Die Fliehkräfte, die in der spanischen Region herrschen würden, seien aber einen Tag früher deutlich geworden, als das Parlament Kataloniens für die Unabhängigkeit von Spanien gestimmt habe. Demnach solle der Prozess zur Abspaltung in den kommenden 18 Monaten erfolgen. Bis dahin dürfte das spanische Verfassungsgericht über den Antrag der Regierung in Madrid entschieden haben, ob denn das Votum der Katalanen mit der Verfassung vereinbar sei.
Gestürzt worden sei indessen die Mitte-Rechts-Regierung in Lissabon. Nur gut einen Monat nach der Parlamentswahl in Portugal habe die linke Opposition die Regierung per Misstrauensvotum zu Fall gebracht. Damit könne der bisherige Ministerpräsident Pedro Passos Coelho seine strenge Sparpolitik, die zu einer Stabilisierung des ehemaligen Krisenlands geführt habe, nicht mehr fortsetzen.
Und dann sei da noch der britische Premierminister David Cameron, der in dieser Woche offiziell seine Reformforderungen für einen Verbleib in der Europäischen Union vorgestellt habe. Der Londoner PM wolle die EU-Mitgliedschaft der Briten, die gerne von "the continent" reden würden, wenn sie Europa meinen würden, neu verhandeln. Das bedeute nichts anders als dass Cameron Sonderkonditionen in Brüssel erzwingen wolle. Unter anderem wolle der Premier erreichen, dass Einwanderer aus Europa keine Sozialleistungen in Großbritannien beziehen dürften, zumindest nicht während der ersten vier Jahre. Damit aber würde man die Arbeitnehmerfreizügigkeit aussetzen - eine Forderung, auf die Brüssel schwer eingehen könnte, stelle sie doch einen der Grundpfeiler der EU dar. Dies zeige auch das Dilemma von Cameron, der zwischen banalen und Maximalforderungen lavieren müsse, stehe er doch zu Hause unter Druck der europafeindlichen Partei Ukip. Cameron habe bis Ende 2017 ein Referendum angekündigt, in dem die Briten entscheiden sollten, ob sie in der EU bleiben möchten oder nicht. Umfragen zufolge sei der Ausgang völlig offen.
Diese auseinander strebenden Kräfte, die die genannten Beispiele gemein hätten, müssten nicht bedeuten, dass Europa zerfalle. Aber die Möglichkeit, dass sich die Staatengemeinschaft in zwei verschiedene Zonen aufspalte, könne nicht mehr ausgeschlossen werden.
Seit Anfang 2013 hätten sich im Zuge der Verabschiedung der neuen BASEL III Richtlinien so genannte Additional Tier 1-Anleihen, z.B. Contingent Convertible Bonds (CoCos), als Refinanzierungsinstrumente etabliert, welche den Emittenten helfen sollten, ihre Eigenkapitalausstattung in wirtschaftlich ungünstigen Zeiten zu verbessern. Dies werde dadurch erreicht, dass beispielsweise bei Unterschreiten einer vorher definierten Eigenkapitalschwelle eine Wandlung dieser Anleihe in Eigenkapital (Aktien) erfolge oder ein automatischer Haircut bei dieser Anleihe ausgelöst werde, um die Eigenkapitalquote zu steigern. Der Markt für CoCos sei noch relativ jung und das Volumen der begebenen Instrumente (derzeit ca. 117 Mrd. EUR) betrage laut Expertenschätzungen weniger als die Hälfte des erwarteten Emissionsvolumens.
Die speziellen Risiken, die sich aus dieser komplexen Struktur ergeben würden, habe die britische Finanzaufsicht FCA bereits im vergangenen Jahr erkannt und daher die von ihr überwachten Finanzinstitute explizit angewiesen, dass ein aktiver Vertrieb von CoCos an Privatkunden nicht erfolgen dürfe. Auch die damalige Präsidentin der Finanzaufsicht BaFin, Elke König, habe bereits im Mai 2014 darauf hingewiesen, dass die neuartigen Anleihen nicht für alle Anleger geeignet seien. Ein Vertriebsverbot sei damals allerdings nicht ausgesprochen worden.
Ein zusätzliches Spannungsfeld baue sich nun im Rahmen der neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken der EU auf, die gemäß KWG im Inland durch die Bundesbank durchgesetzt würden. Die Bundesbank verlange, je nach Systemrelevanz und weiteren weichen Kriterien, eine bestimmte Mindestkapitalausstattung, die den Anlegern jedoch nicht bekannt sei. Werde diese Schwelle unterschritten, so könne die Bundesbank neben der Zahlung von Dividenden und Boni an die Mitarbeiter auch die Zinszahlung auf AT1-Anleihen verbieten. Dadurch würden AT1-Anleihen zwei Risiken bergen:
1. Ausfall der Zinszahlung bei Unterschreiten der Mindestkapitalanforderung der Bundesbank und
2. bei Erreichen der in den Anleihebedingungen von CoCos definierten Eigenkapitalschwelle, die Wandlung in Eigenkapital oder einen Haircut.
Ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte biete hier die Deutsche Bank. Diese habe unlängst auf ihrer Hauptversammlung bestätigt, für dieses und das kommende Geschäftsjahr auf die Zahlung von Dividenden zu verzichten und die Boni für Mitarbeiter zu reduzieren, da kein Gewinn in ausreichender Höhe zu erwirtschaften sein werde. Über die Gründe, weshalb diese Entscheidung auch bereits für das Folgejahr getroffen worden sei, würden die Marktteilnehmer noch heute rätseln. Habe die Bundesbank bereits Einfluss auf diese Entscheidung gehabt? Bestehe das Risiko, dass die Zinszahlungen auf die AT1-Anleihen ebenfalls ausfallen würden? Welche Auswirkungen die Zahlung bzw. die Nichtzahlung des Kupons der Deutschen Bank AT1-Anleihen auf das Gesamtkonstrukt CoCos haben werde, bleibe abzuwarten.
Gewiss sei allerdings, falls die Bundesbank die Zahlung eines Kupons einer solchen AT1-Anleihe untersagen sollte, dass dies das Vertrauen der Anleger in den noch jungen Markt der CoCos erheblich schwächen und eine Umsetzung der BASEL III Richtlinien zumindest in diesem Punkt erschweren würde. Eine solche Art der Kapitalaufnahme dürfte den Banken somit auf Jahre unmöglich sein. Das Problem sei inzwischen erkannt worden und an einer rechtlichen Regelung werde nach Aussage der Chefin des Aufsichtsgremiums SSM der EZB, Danièle Nouy, gearbeitet.
Hellas plane die Rückkehr an den Anleihemarkt. Die Regierung in Athen habe bekannt gegeben, dass Griechenland sich im kommenden Jahr wieder Geld am Anleihemarkt besorgen wolle. Geplant sei laut Finanzminister Euklides Tsakalotos eine Rückkehr an den Bondmarkt in der zweiten Jahreshälfte 2016. Seit Mitte 2014 habe Athen keine Staatsanleihen bei privaten Investoren platziert.
Indessen warte Athen auf grünes Licht für Milliardenhilfen zugunsten griechischer Banken und für eine neue Kreditrate. Vor Auszahlung weiterer zwei Mrd. EUR herrsche Uneinigkeit zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern. Bevor die Gelder fließen würden, solle die Regierung mehr Reformen als bisher in die Tat umsetzen. Es gehe für die Links-Rechts-Regierung vor allem um den Schutz ärmerer Bürger, die Athen vor einer Beschlagnahmung ihrer Wohnung schützen wolle, falls sie Kredite nicht bezahlen könnten.
Rasch freigegeben werden sollten indessen Finanzspritzen von bis zu 10 Mrd. EUR für Griechenlands Banken. Allerdings müssten auch hierfür noch Bedingungen erfüllt werden, habe der Chef des Eurorettungsschirms ESM, Klaus Regling gesagt, der darauf hoffe, dass dies im Laufe der Woche noch passieren werde. Die griechischen Banken würden weniger Geld brauchen als zunächst erwartet, was allerdings nur bedingt als positive Nachricht angesehen werden sollte.
Eine Männerfreundschaft zwischen Mario Draghi und Peter Gauweiler werde das wohl nicht mehr werden. So habe der CSU-Politiker in Karlsruhe erneut gegen Maßnahmen zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise geklagt. Heuer richte sich Gauweilers Ansinnen gegen das gewaltige Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Das so genannte Quantitative Easing (QE) sei undemokratisch und heble das Wahlrecht der Deutschen aus, argumentiere Gauweiler und erhebe schwere Vorwürfe gegen EZB-Präsident Draghi.
Dieser dürfte aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit etwa als früherer Generaldirektor des italienischen Finanzministeriums nicht an geldpolitischen Beschlüssen zugunsten von Krisenstaaten wie Italien oder Griechenland mitwirken. "Es besteht die Besorgnis der Befangenheit", so Gauweiler. Auch das Anstreben einer Inflation von knapp 2% widerspreche der im Vertrag von Maastricht festgeschriebenen Preisstabilität. Unter Staatsrechtlern gelte eine solche Klage als juristisches Neuland.
Obwohl sich das Jahr 2015 dem Ende zuneige, würden verschiedene Unternehmen nochmals am Kapitalmarkt aktiv und sich um ihre Refinanzierung kümmern. Staugefahr bestehe allerdings nicht und so erinnere das Emissionsverhalten an das Einfädeln auf eine nur spärlich befahrene Autobahn.
Gasgebend und damit diesem Umstand folgend habe der bayerische Motorenbauer BMW eine 5-jährige Anleihe (ISIN XS1321956333 / WKN A18UWD) im Volumen von 1,25 Mrd. EUR begeben. BMW zahle den Investoren hierbei jährlich 0,875% bis zum 17.11.2020. Die Anleihe sei mit +63 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Ausgabepreis von 99,937% ergeben habe. Durch die gewählte Mindestanlagesumme von 1.000 EUR solle der Kauf dieses Bond auch für Retail-Investoren ermöglicht werden.
Aber auch Zulieferer wie der US-amerikanische Hersteller von Kfz-Teilen BorgWarner Inc. habe sich mit einer Anleihe (ISIN XS1317708805 / WKN A1Z9Z1) an den Kapitalmarkt gewagt. Das Unternehmen habe 500 Mio. EUR für sieben Jahre refinanziert und zahle dafür einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,8%. Das Papier sei mit +128 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Ausgabepreis von 99,603% entsprochen habe. Die Anleihe verfüge über ein optionales Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). BorgWarner habe sich bei dieser Anleihe für einen Mindestanlagebetrag von 100.000 EUR entschieden.
Doch auch der britische Anbieter von Bezahlfernsehen Sky habe eine 10-jährige Anleihe (ISIN XS1321424670 / WKN A18UQ2) im Gesamtvolumen von 500 Mio. EUR begeben. Die Anleihe sei mit einem fixen Kupon in Höhe von 2,25% bis zum Laufzeitende am 17.11.2025 und einer Make-Whole-Option ausgestattet. Der Bond sei mit +130 bps über Mid Swap gepreist worden, was zu diesem Zeitpunkt einen Ausgabepreis von 99,593% bedeutet habe. Durch die Mindestanlagesumme von 100.000 EUR richte sich diese Anleihe insbesondere an institutionelle Anleger.
Der richtungsweisende Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) für deutsche Staatsanleihen habe in den vergangenen Wochen eine wahre Achterbahnfahrt hingelegt. In erster Linie dafür verantwortlich seien die US-Notenbank FED sowie die Europäische Zentralbank (EZB). Nicht enden wollende Spekulationen über die künftige Geldpolitik dieser beiden Schwergewichte würden für eine ausgeprägte Volatilität an den Anleihemärkten sorgen.
So habe das Rentenbarometer Ende Oktober noch bei 158,26% und damit auf einem Sechs-Monats-Hoch notiert. Nach den starken US-Arbeitsmarktzahlen am Freitag sei der Bund-Future gewaltig unter Abgabedruck geraten und sei in der Folge bis auf 154,81% gefallen. So niedrig habe das Sorgenbarometer zuletzt Ende September notiert. Dies sei einer Rendite für zehnjährige Bundespapiere von 0,72% gleichgekommen.
Der Start in die neue Handelswoche sei wenig verheißungsvoll verlaufen, doch im weiteren Handelsverlauf seien es erneut Meldungen zur EZB-Geldpolitik gewesen, die für neuen Schwung am Bondmarkt gesorgt hätten. So würden sich die Anzeichen verdichten, wonach die EZB auf eine noch lockerere Geldpolitik zusteuere, was wiederum die deutschen Bundesanleihen gestützt habe und den Euro-Bund-Future ins Plus habe drehen lassen. Dadurch habe er sich von seinen Verlusten der vergangenen Tage erholen können und handle zur Stunde bei 156,23%. Zehnjährige Bunds würden somit wieder nur noch bei ca. 0,61% rentieren.
Charttechnisch verlaufe die Unterstützungslinie bei 154,81%, dem Tief vom 9. November und als erster Widerstand fungiere weiterhin der Bereich um 157,11% (mehrere Hochs/Tiefs im Okt./Nov.).
In dieser Handelswoche seien von den Eurostaaten Anleihen im Volumen von ca. 13 Mrd. EUR begeben worden, ohne dass gleichzeitig Rückzahlungen oder Zinszahlungen zu begleichen gewesen seien. Die Eröffnung der Emissionstätigkeit sei den Niederlanden mit einer Aufstockung der 5-jährigen Altemission (ISIN NL0011005137 / WKN A1ZUVV) vorbehalten gewesen und den Schluss bilde am heutigen Donnerstag - wie bereits so oft - Italien, das mit diversen BTP-Aufstockungen am Markt aktiv werde.
Aber auch die Bundesrepublik Deutschland habe sich am Kapitalmarkt präsent gezeigt. So sei bereits am Dienstag die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030559 / WKN 103055; 2030) um 1 Mrd. EUR auf insgesamt 7 Mrd. EUR aufgestockt worden. Die Zuteilung sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,35% erfolgt. Zusätzlich sei am gestrigen Mittwoch das Emissionsvolumen der aktuellen Bundesobligation Serie 172 (ISIN DE0001141729 / WKN 114172) um 3 Mrd. EUR auf 19 Mrd. EUR erhöht worden. Investoren hätten beim Tender eine Durchschnittsrendite von -0,08% erzielen können.
In den USA würden zum Vergleich die 5-jährigen Staatsanleihen aktuell bei ca. 1,70% rentieren. Eine Rendite, die bei uns viele Kapitalsammelstellen glücklich machen würde, so die Analysten der Baader Bank. Doch US-Investoren hätten in dieser Handelswoche sogar zwischen Geldmarkttiteln im Volumen von "nur" 122 Mrd. USD und 10-jährigen-T-Notes für 24 Mrd. USD sowie 16 Mrd. USD als 30-jährige-T-Bonds wählen können. Es sei also nicht gekleckert, sondern geklotzt worden.
Habe man gestern insbesondere im Rheinland den Beginn der fünften Jahreszeit, des Karnevals gefeiert, so habe es bereits am vergangenen Freitag anlässlich der US-Arbeitsmarktdaten am Devisenmarkt geheißen: "Wolle mer se reinlasse?". Mit einem großen Knall seien sie hereingekommen, die Arbeitsmarktdaten aus den USA und mit 271.000 neu geschaffenen Stellen hätten sie den Umfragewert bei weitem übertroffen. Die Gemeinschaftswährung habe dies wie ein Nackenschlag getroffen. Sie sei von 1,0885 bis auf 1,0706 USD zurückgegangen. Am Montag habe sich die Währung der Euroländer um die Marke von 1,075 USD, also auf deutlich ermäßigtem Niveau, wieder etwas stabilisieren können.
Den nächsten Nackenschlag habe die Gemeinschaftswährung aus Portugal erhalten und als Folge der Abkehr vom Reformkurs habe der Euro bis auf 1,0673 USD nachgegeben. Trotz aller Widrigkeiten notiere die Gemeinschaftswährung heute Morgen um die Marke von 1,075 USD.
Auch gegenüber dem Brasilianischen Real (BRL) habe die Währung der Euroländer in dieser Handelswoche wenig zu lachen gehabt. Sie habe sich von 4,1489 bis auf 3,9751 BRL verbilligt. Um mit ihrem Depot für den Jahresendspurt gerüstet zu sein, würden Privatanleger vornehmlich Anleihen auf Türkische Lira, US-Dollar und Brasilianische Real nachfragen.
Disclaimer
Die hier wiedergegebenen Informationen wurden von uns sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.
Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie, für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für dessen zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.
Durch das Bereitstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.
Für alle Hyperlinks gilt: Die Baader Bank erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Baader Bank von den Inhalten der verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.
Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltener weiteren Links übernehmen.
Copyright ©: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.
Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (13.11.2015/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.de