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13.01.17 10:00
Notenbanken bleiben auch 2017 marktbeherrschend

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Zurückblickend lässt sich konstatieren, dass nichts an der Börse einfacher ist, als den Vortag nochmals zu handeln, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Diese alte Börsenweisheit lasse sich auch auf einen längeren Zeitraum übertragen wie beispielsweise das Jahr 2016, das an ungewöhnlichen Ereignissen, welche die Börsen kräftig durchgeschüttelt hätten, nicht arm gewesen sei. So hätten neben den regionalen Krisen insbesondere die Entscheidung über den EU-Austritt Großbritanniens und die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten oftmals für nicht nachvollziehbare Kursbewegungen gesorgt.

Aber 2016 sei Vergangenheit und nun gelte es, sich für 2017 zu rüsten! Doch seien die Einflussfaktoren für das neue Jahr so unkalkulierbar, dass grundsätzlich alles möglich erscheine. Deshalb werden Wucht und Schnelligkeit von Marktverwerfungen die neue Normalität sein und uns durch das ganze Börsenjahr begleiten, so die Analysten der Baader Bank. Das bedeute gleichzeitig, dass sich Investoren insbesondere im noch neuen Jahr wie auf einem zugefrorenen See verhalten sollten. Auch dort sei die persönliche Einschätzung des Gefahrenpotenzials unabdingbar. Sei das Eis an manchen Stellen noch dick und tragfähig, so könne es an anderen Stellen dünn und brüchig sein - oder durch eine zu große Belastung bzw. Tauwetter schnell seine Stabilität einbüßen.

Die Erzeuger von solchen Rahmenbedingen seien u.a. die Notenbanken, welche auch in diesem Jahr mit den Folgen politischer Ereignisse (Wahlen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und eventuell auch in Italien) umzugehen hätten. Zusätzlich würden allerdings auch Themen wie die "Auferstehung" der Bankenkrise, die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten Donald Trump, der Beginn der Brexit-Verhandlungen sowie die von manchen versuchte Selbstzerstörung des gemeinsamen Europas durch die Rückbesinnung auf nationale Werte die Märkte bewegen.

Insbesondere "D.T. - der Unberechenbare" spiele mit Gedanken, sich von diversen Handelsabkommen zu befreien und die USA wie ein Unternehmen zu führen. Dieser neue Ansatz von Politik sei sicherlich nicht verwerflich, aber Handel und Frieden würden eng miteinander zusammenhängen. So sei jeder gute Kaufmann im Sinne guter geschäftlicher Beziehungen am Wohlergehen seiner Kunden interessiert und würde gegen diese nie einen "Krieg" führen.

Das beste Beispiel für gelungene Friedenspolitik infolge einer Annäherung in wirtschaftlicher Hinsicht sei hierbei immer noch Europa. Auch wenn man nicht mit allen Errungenschaften in Europa glücklich sei, so könne man dennoch auf die bisher längste Friedensphase in Kerneuropa stolz sein. Dieses für die gesamte EU-Bevölkerung sehr hohe Gut gelte es auch in den kommenden Jahren zu erhalten und zu verteidigen. In Ermangelung politischer Unterstützung werde die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin mit ihren geldpolitischen Entscheidungen für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgen müssen. Es bleibe abzuwarten, wie ihr dies gelingen werde.

Über den weiteren Kurs der US-Notenbank sei eine gewisse Verunsicherung an den Kapitalmärkten eingetreten. Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Protokoll der Federal Reserve Bank (FED) über deren Dezember-Sitzung mache deutlich, dass die in Aussicht gestellten und bereits eingepreisten Zinserhöhungen noch nicht in Stein gemeißelt seien. Laut der Mitschrift der FED-Sitzung würden die Währungshüter zwar mehrheitlich davon ausgehen, dass sich die US-Konjunktur besser entwickeln könnte als bisher angenommen. Jedoch hätten die Teilnehmer darauf hingewiesen, dass noch erhebliche Unsicherheiten über den wirtschaftspolitischen Kurs der künftigen US-Regierung bestünden und u.a. auch die US-Dollar-Stärke kritisiert.

Allerdings: Sollte sich die US-Konjunktur besser entwickeln als erwartet, könnte die US-Notenbank auch gezwungen sein, gegenzusteuern und die Zinsen rascher anzuheben. Dieses Szenario habe in den vergangenen Wochen den US-Dollar immer stärker werden lassen. Doch dieser Trend sei momentan gebrochen, sodass Zweifel an rasch steigenden Zinsen angebracht seien.

Wie schwierig das Marktumfeld auch für Notenbanken sei, verdeutliche die Tatsache, dass die US-Notenbank für 2016 "lediglich" rund 92 Mrd. US-Dollar an das Finanzministerium in Washington überweisen werde, denn im Vorjahr seien es noch 97,7 Mrd. US-Dollar gewesen.

Man brauche kein Hellseher zu sein, um zu prognostizieren, dass sich die EZB im Jahr 2017 vornehmlich mit dem Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Zinspolitik beschäftigen müsse. Scheine doch mit dem Anstieg der Inflation auf 1,7% im Dezember der Punkt gekommen zu sein, an dem sich die Frage nach der Zinswende aufdränge. Hinzu komme, dass die europäische Wirtschaft insgesamt nicht schlecht dastehe.

Bereits festgelegt habe die EZB, ihr Wertpapierkaufprogramm (Quantitative Easing/QE) über März 2017 bis zum Jahresende zu verlängern - und zwar ab April mit einem von 80 auf 60 Mrd. Euro reduzierten Monatsvolumen. Allerdings mit der Option, das Volumen bei Bedarf wieder aufzustocken. Denn natürlich müssten die Notenbanker ihre Entscheidungen sorgfältig abwägen, um das zarte Pflänzchen aufkeimenden Wachstums nicht vorschnell wieder abzuwürgen. Sollten im Zuge möglicher weiterer Leitzinserhöhungen in den USA auch in Euroland die langfristigen Kreditzinsen anziehen, könnte dies die hiesige Wirtschaft schnell unter Druck bringen. So wolle die EZB flexibel bleiben und bei Bedarf die lockere Geldpolitik fortsetzen. Einen weiteren Grund, die Zinsen niedrig zu halten, würden die Schuldensünder unter den EU-Ländern liefern. Müssten diese höhere Zinsen an ihre Gläubiger zahlen, drohe nicht nur Griechenland die Zahlungsunfähigkeit.

Deshalb dürfe der Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik nicht allzu früh erwartet werden, zumal deren Anhänger, die so genannten Tauben, nach Einschätzung der "Börsen-Zeitung" im EZB-Rat in der Überzahl seien. Somit bleiben uns die Risiken einer überzogenen Flutung der Märkte mit Geld, welche zu einer Fehlallokation von Ressourcen und dem Aufblähen von Blasen führen, noch lange Zeit erhalten, so die Analysten der Baader Bank.

Darüber hinaus würde ein später Einstieg in den Ausstieg besonders für Sparer zu einem unliebsamen Effekt führen. Sollte nämlich die Inflation in den Jahren 2017 bis 2019 von 1,3% auf 1,7% anziehen, wie es die Notenbanker erwarten würden, und gleichzeitig die Zinsen nahe der Nulllinie bleiben, würden Anleger unter'm Strich eine Menge Geld verlieren. Das schlimmste Jahr habe für die Sparer also erst vor wenigen Tagen begonnen!

Somit bleibe den Notenbankern nur die Hoffnung, dass die Inflation in den nächsten Monaten stagniere, da ihnen ansonsten bei Nichtreaktion eine politische Motivation unterstellt werden könnte. Man dürfe gespannt sein, wie sich die EZB aus der selbst gebauten Zwickmühle befreien werde.

Man stelle sich die Frage, ob Bond-Anleger Volkswagen weiterhin die Treue halten würden. Inzwischen sei der Deal in trockenen Tüchern, denn Volkswagen habe sich am Mittwochabend mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich geeinigt. Demnach müsse der Wolfsburger Autobauer Strafzahlungen in Höhe von 4,3 Mrd. US-Dollar leisten.

Volkswagen habe bislang insgesamt 18,2 Mrd. Euro für die Folgen des Abgasskandals zurückgelegt. Das Gros davon dürfte bereits für Entschädigungen von US-Kunden und Strafen in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen reserviert sein und somit werde die zurückgelegte Summe nicht ausreichen.

Dennoch hätten die Anleger am Bondmarkt Volkswagen die Treue gehalten. Die Anleihen des Autobauers hätten in dieser Woche allesamt nach oben tendiert. So habe ein bis 4/2022 laufender Titel (ISIN XS1050917373 / WKN A0JCC0) der Volkswagen Leasing auf rund 106,92% angezogen, nachdem er am 06.12. bei 105,075% bewertet worden sei. Ähnlich hätten sich die Corporates von Volkswagen im langfristigen Bereich entwickelt, was an einer 1/2030 fälligen Anleihe (ISIN XS1167667283 / WKN A1ZUTM) deutlich werde, die auf ca. 94,75% geklettert sei. Am 08.12. habe dieser Bond noch bei 89,539% notiert. Die nächsten Handelstage würden zeigen, ob ein Umdenken der Investoren im Zuge der neuesten Entwicklung im Abgasskandal erfolgt sei oder ob man Volkswagen die Treue halte.

6,6 Mrd. Euro werde der italienische Staat zur Rettung der seit Jahren kriselnden Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) aufbringen, die nach Angaben der EZB insgesamt 8,8 Mrd. Euro frisches Kapital benötige. Die restlichen 2,2 Mrd. Euro müssten institutionelle Anleger beisteuern. Ihre Anleihen würden in Aktien umgewandelt, was einem Wertverlust von einem Viertel gleichkommen solle.

Italiens drittgrößtes Kreditinstitut und das älteste aktive Bankhaus der Welt leide unter einem riesigen Berg fauler Kredite, der bis zu 45 Mrd. Euro betragen solle. Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) Ende Juli 2016 habe die BMPS am schlechtesten abgeschnitten.

Die EZB habe der Bank bis zum 31. Dezember 2016 Zeit gegeben, um ihre Finanzlage ins Lot zu bringen. Ansonsten habe man mit Abwicklung gedroht. Die italienische Regierung in Rom habe für BMPS sowie anderer Krisenbanken einen 20 Mrd. Euro schweren Rettungsfonds zur Verfügung gestellt. Davon profitiere nun als erste Bank die BMPS. Rechtliche Grundlage des mit Steuergeldern ausgestatteten italienischen Rettungsfonds sei eine immer noch geltende Krisen-Richtlinie der EU, die eine Ausnahmeregelung aus der Zeit der Finanzkrise darstelle.

Indessen fürchte ifo-Chef Clemens Fuest langfristig den Austritt Italiens aus der EU. Das Wohlstandsniveau für Italien liege auf dem Level des Jahres 2000, habe er dem "Tagesspiegel" gesagt. Wenn sich daran nichts ändere, so meine Fuest, würden sich die Italiener irgendwann von der Eurozone verabschieden wollen. Probleme gebe es auch dann, wenn Italien einen Antrag beim Rettungsschirm ESM stellen würde. Mit seiner Zustimmung zu einem Rettungsprogramm für Italien würde der Bundestag dem Steuerzahler Risiken aufbürden, deren Höhe er weder kenne noch kontrollieren könne.

In den vergangenen Jahren sei der Emissionszug immer erst mit einiger Verspätung ins Rollen gekommen und es habe einige Wochen gedauert, bis er Fahrt aufgenommen habe. In diesem Jahr sei das allerdings anders gewesen und bereits kurz nach dem Jahreswechsel sei "Leben in die Bude" gekommen.

Einen Blitzstart habe der bayerische Motorenbauer BMW mit einer Dualtranche hingelegt. Es seien insgesamt 2 Mrd. Euro refinanziert worden. Bei dem ersten Bond handle es sich um eine 4-jährige 1,25 Mrd. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1548436556 / WKN A19BGQ). Die Investoren würden bis zur Fälligkeit am 12.01.2021 eine jährliche Verzinsung in Höhe von 0,125% erhalten. Emittiert worden sei der Bond zu 99,741% (+20 Bps über Mid Swap). Die zweite Tranche (ISIN XS1548436473 / WKN A19BGR) umfasse ein Volumen von 750 Mio. Euro und biete eine jährliche Verzinsung von 0,75% bis zum Ende der Laufzeit am 12.07.2024. Das Preising sei mit +42 Bps über Mid Swap erfolgt, was einem Emissionspreis von 99,429% entsprochen habe.

Auch HeidelbergCement rüste sich für kommende Aufgaben im neuen Jahr durch die Emission einer 750 Mio. Euro schweren Anleihe (ISIN XS1549372420 / WKN A19BPE). Das Papier biete eine Verzinsung von 0,50% p.a. bei einer Laufzeit bis zum 18.01.2021 und sei mit einem optionalen Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) ausgestattet. Der Emissionspreis sei bei 99,822% fixiert worden (+55 Bps über Mid Swap).

Ganz zur Freude vieler Privatanleger seien die hier genannten Anleihen mit einer Mindeststückelung von 1.000 Euro emittiert worden.

Egal ob Ölpreis, Aktien- oder Rentenmärkte, überall habe es 2016 Rekorde zu verzeichnen gegeben. Nicht zuletzt auch bei der Emissionstätigkeit von Corporate Bonds. Insgesamt sei ein Bruttoemissionsvolumen von 320 Mrd. Euro am Markt platziert und der bisherige Rekord mit 319 Mrd. Euro aus dem Jahre 2009 eingestellt worden.

Nicht ganz so aufregend sei die vergangene Woche verlaufen. Die Emittenten hätten sich zurückgehalten und so habe sich auch am Primärmarkt die "stade" Zeit breitgemacht. Dennoch würden bekanntlich Ausnahmen die Regel bestätigen und so sei es gekommen, dass der US-amerikanische Medizingerätehersteller Zimmer Biomet Holdings eine Dualtranche im Gesamtvolumen von 1 Mrd. Euro emittiert habe. Beide Teile seien gleich gewichtet.

Bei der ersten Anleihe (ISIN XS1532765879 / WKN A1899T) handle es sich um einen 6-jährigen Titel mit Laufzeitende am 13.12.2022. Das Unternehmen zahle den Anlegern einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,414%. Gepreist worden sei der Bond bei +115 Bps über Mid Swap und dies habe einen Ausgabepreis von Pari ergeben. Bei der zweiten Anleihe (ISIN XS1532779748 / WKN A1899U) handle es sich um einen 10-jährigen Bond mit jährlicher Verzinsung von 2,425% und Fälligkeit am 13.12.2026. Emittiert worden sei das Papier ebenfalls zu Pari (Mid Swap +168 Bps).

Zimmer Biomet Holdings habe sich bei beiden Bonds für die Festschreibung eines Sonderkündigungsrechts zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) sowie die Aufnahme der Mindeststückelung von 100.000 Euro in die Anleihebedingungen entschieden.

Die ersten Handelstage des neuen Jahres würden verdeutlichen, dass im Rentenhandel die Orientierungsphase noch nicht abgeschlossen sei und die Händler auf der Suche nach dem Trend 2017 bisher nicht fündig geworden seien. Habe das Rentenbarometer am 2. Januar bis auf 164,94% klettern können, so habe es nur eine Woche später mit 162,47% das bisherige Jahrestief markiert. Inzwischen notiere der Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) infolge der vorgestrigen Pressekonferenz von D.T. - dem Unberechenbaren wieder über der psychologischen Marke von 164%.

Bereits dieser Jahresauftakt zeige, dass es noch einige Wochen dauern könne, bis sich die Akteure an den Finanzmärkten mit den neuen Gegebenheiten arrangiert hätten. Börsianer würden die freie Sicht lieben und nicht gerne im Nebel stochern. Selbstverständlich könne man zwar auch in solchen Märkten Gewinne erzielen, aber es seien doch eher zufallsbedingte Erträge.

Somit würden die Marktteilnehmer hoffen, dass sich in den kommenden Tagen die Nebelbänke auflösen würden. Solange dies aber nicht der Fall sei, müsse auf Sicht gefahren werden und daher habe man gespannt auf die gestrige Rede der FED-Präsidentin, Janet Yellen, geblickt, die im Rahmen des Town-Hall-Meetings in Washington gesprochen habe. Marktteilnehmer hätten sich hierbei neue Erkenntnisse zu Wachstums- und Inflationsperspektiven erhofft, um Rückschlüsse auf die weitere Geldpolitik in den USA ziehen zu können.

Es sei schon immer so gewesen, dass sich mit einem Jahreswechsel Neuerungen einstellen würden, aber manche Abläufe unverändert bleiben würden. So werde sich der Refinanzierungsbedarf der USA nicht reduzieren und man werde weiterhin wöchentlich mit einer Flut von Geld- und Kapitalmarktpapieren konfrontiert. In dieser Handelswoche seien beispielsweise T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten für insgesamt 107 Mrd. US-Dollar ausgegeben worden. Darüber hinaus seien noch Kapitalmarktpapiere mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren in einem Gesamtvolumen von 56 Mrd. US-Dollar den interessierten Investoren zum Kauf angeboten worden.

In Euroland würden bekanntlich schon immer "kleinere Brötchen" gebacken und so seien nach der Weihnachtspause sowie dem Ende der Ferienzeit in vielen europäischen Ländern vereinzelt Emissionsaktivitäten beobachtet worden. Aufgestockt worden seien hierbei Altemissionen in den Niederlanden (ISIN NL0010721999 / WKN A1ZDY6, 2047), Österreich (ISIN AT0000A1K9C8 / WKN A18X6P, 2026; ISIN AT0000A1K9F1 / WKN A18X6Q, 2047) und Italien im Volumen von insgesamt ca. 8 Mrd. Euro.

Die beiden zusätzlich in Deutschland im Tender offerierten Anleihen hätten die Angebotspalette abgerundet, wobei die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026) bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,07% zugeteilt worden sei. Das Emissionsvolumen habe sich hierbei um 1 Mrd. Euro auf nun 9,5 Mrd. Euro erhöht. Die neu aufgelegte zehnjährige Anleihe (ISIN DE0001102416 / WKN 110241) mit einem Emissionsvolumen von 5 Mrd. Euro habe hingegen mit einer Durchschnittsrendite von 0,36% zugeteilt werden können.

Besonders erwähnenswert sei die Emissionsplanung des Bundes für das Jahr 2017. Für das Jahr 2016 seien ursprünglich Refinanzierungen in Höhe von ca. 210 Mrd. Euro vorgesehen gewesen, die allerdings aufgrund der hohen Steuereinnahmen unter die Marke von 200 Mrd. Euro hätten gedrückt werden können. Zur Finanzierung des Bundeshaushaltes und seiner Sondervermögen plane der Bund im laufenden Jahr nur noch mit einer Mittelaufnahme von ca. 180 Mrd. Euro. Steuereinnahmen und reduzierte Zinszahlungen würden es möglich machen.

Albert Einstein habe eine besondere Sicht auf den Jahreswechsel gehabt: "Wenn's alte Jahr erfolgreich gewesen sei, dann freue dich aufs neue. Und sei es schlecht gewesen, ja dann erst recht". Dieser zweite Teil treffe sicherlich auf viele Währungen zu.

So habe es für die europäische Gemeinschaftswährung weder im alten Jahr noch bisher im neuen viel Gutes zu vermelden gegeben. Gleich zum Handelsauftakt habe der Euro einen Tiefschlag zu verkraften gehabt und sei bereits am 3. Januar bis auf 1,0341 US-Dollar zurückgefallen, was ein neues 14-Jahres-Tief dargestellt habe. Nach diesem schlechten Start habe es fast nur noch besser werden können. Die Gegenbewegung während der folgenden Handelstage habe die Einheitswährung bis auf 1,0649 US-Dollar ansteigen lassen. Nach der mit Spannung erwarteten ersten Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Trump habe das Devisenpaar Euro/US-Dollar am Donnerstagmorgen bei 1,0630 US-Dollar in den Handel gestartet.

Einen ordentlichen Fehlstart habe die Türkische Lira (TRY) zu verzeichnen gehabt. Die Landeswährung der Türkei befinde sich bereits seit geraumer Zeit stark unter Druck. Insbesondere die Terroranschläge sowie die politischen Unsicherheiten würden immer wieder für historische Tiefstwerte sorgen. So sei die Türkische Lira zum Euro auf ein Allzeittief bei 4,1785 TRY gefallen. Ein US-Dollar sei zeitweise 3,9415 TRY wert gewesen und damit so viel wie nie zuvor. Aufgrund der aktuellen Situation im Land könnte sich der Abwertungstrend weiter fortsetzen.

Dementsprechend hätten Währungsanleihen auf Türkische Lira im Fokus der Privatanleger gestanden. Ebenfalls seien in Bonds lautend auf Mexikanischen Peso, US-Dollar, Südafrikanischen Rand und Brasilianischen Real vermehrt Handelsaktivitäten zu beobachten gewesen.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 12.01.2017) (13.01.2017/alc/a/a)


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