rationalem Verstand auch wieder nicht, sich einigermaßen zu informieren. Ein wenig Medienkompetenz voraussetzend.
Nur ein Beispiel: Die festgehaltenen Militärbeobachter der OSZE. Wenn man natürlich sofort auf den Propagandazug einer Partei aufspringt, ist es natürlich sofort klar: Spione!
Ein Blick auf die OSZE-Seite reicht, um zu erfahren: waren die für die OSZE unterwegs oder nicht. Die OSZE sagt ja, sie waren von uns eingespannt und handelten im Einklang mit der - von Russland, Mitglied der OSZE, zumindest noch in Genf unterstützten - OSZE-Mission.
Natürlich erfährt man nicht alles. Aber wenn man in der Lage ist, Meinung und Nachricht zu filtern (das geht), sich unterschziedliche Quellen anschaut (unter Prüfung der Quellen, ob sie eher Partei sind, ob sie besonders meinungsdominierend oder eher nachrichtendominiert sind, welche politische Richtung sie regelmäßig tendenziell vertreten usw.), dann denke ich, dass man sich angesichts der Vielzahl von Quellen zumindest ein Bild machen kann. Allerdings muss man auch bereit sein, sein Bild ständig zu überprüfen und vor allem muss man in der Lage sein, nicht auf festgefügten Weltbildern sitzen zu bleiben. Das heißt, man muss auch sich Meinungen, Fakten und Quellen stellen, die erstmal in der Lage sind, sein eigenes Bild in Frage zu stellen. Wenn ich das web straight nach dem durchwühle, was meine festgefügte Meinung bestärkt, dann ende ich in den Fängen der Propagandisten, die "die Wahrheit" sagen, weil sie meine Position stützen, selbst wenn es aus fragwürdigsten Quellen kommt. ----------- "Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts." - Ilias, 2. Gesang, 486 |