Personalumbau .... Den Wechsel von Führungskräften bei den Tochterunternehmen kann man auch im Unternehmensregister sehr gut beobachten. Wie soll da Kontinuität für organisches Wachstum entstehen? Die Hallelujameldungen werden wieder genau bis Anfang Q4 anhalten.
Die Bilanzpolitik beobachten auch andere sehr kritisch ...
Ein Beispiel, wie ein Management diese Rechnungslegungsvorschrift zu ihrem Vorteil nutzen kann, fndet sich bei der Euromicron AG: „Zum einen gibt es eine ergebnisorientierte Tantieme in Form einer am EBIT bzw. am EBITDA des Konzerns orientierten variablen Barvergütung, deren Höhe unter Be- rücksichtigung des Konzerngeschäftsergebnisses ermittelt wird. Eine Obergrenze (cap) vermeidet, dass bei stark positiven Entwicklungen ein exzessiv hoher Bonusanspruch entsteht.“ (Euromicron AG (2013), Geschäftsbericht 2012, S. 66.) Das Unternehmen zahlt dem Vorstand eine ergebnisorientierte Tantieme in Abhängigkeit vom EBIT bzw. EBIT- DA. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass alleine in 2012 Entwicklungskosten von 4,5 Mio. Euro aktiviert wurden. Ohne diese Aktivierung hätte das EBITDA 20,5 Mio. Euro anstelle von 25 Mio. Euro betragen. Die vergütungsrele- vante Gewinngröße wäre also um 18 Prozent niedriger ausgefallen. Bei einer Vergütung auf Basis des EBITs würde die Aktivierung der Entwicklungskosten nur eine zeitliche Verschiebung des Aufwandes bedeuten. Das Problem, das hier durch die Vergütung anhand des EBIT- DAs entsteht, liegt in der Tatsache, dass die Abschreibungen auch in den Folgejahren nicht erfasst werden. Entwicklungsaufwendungen haben entsprechend weder im Jahr ihrer Entstehung noch in den Folgejahren Einfluss auf die Managementvergütung. Eine variable Vergütung in Abhängigkeit vom EBITDA wirkt sich folglich positiv für die Manager des Unternehmens aus. Dies auch, wenn der Erfolg des Entwicklungsaufwandes ausbleibt und es zu einer dauerhaften Wertminderung des so gebildeten Vermögensgegenstandes kommt. Als Resultat ist zu konstatieren, dass bei diesem Sachverhalt einzig der Shareholder das Risiko von Fehlinvestitionen zu tragen hat.
Quelle: https://www.bdvb.de/de/medien-presse/bdvb-aktuell.html Ausgabe 123, Seite 22 ff. |