https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/...utes-ende-nehmen/ Die Corona-Krise hat eine gewaltige Umverteilung innerhalb der EU in Gang gesetzt, dazu kommen Hilfsprogramme innerhalb Deutschlands. Der Gesamtbetrag der Hilfsprogramme summiert sich auf 40 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Professor Hans-Werner Sinn fordert eine Rückkehr zu Maß und Mitte.... Tichys Einblick: Nun fordern viele nach dem Stillstand eine „große Transformation“ Richtung CO2 -Neutralität und umweltneutrale Wirtschaft – und die Begrenzung der Starthilfen, etwa für nicht geschlechtergerechte Unternehmen …
Hans-Werner Sinn: Das halte ich für falsch. Ich bin ja auch ein Kritiker der Energiepolitik, die gleichermaßen teuer und wirkungslos ist. Wir machen es damit der deutschen Wirtschaft schwer, ohne dass das Klima etwas davon hat. Das sollten wir noch mal überdenken, auch für andere Ideen. Denn man kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Die Kosten durch die Krise sind so ungeheuer groß, dass wir mit ideologisch motivierten Ausgabenprogrammen vorsichtig sein sollten.
Tichys Einblick: Nun hat der Staat einen großen Teil der wegen des Lockdown ausgefallenen Einkommen durch Kurzarbeitergeld und vielerlei Zuschüsse und Programme ersetzt. Finanziert wird das durch extrem wachsende Staatsverschuldung und durch die schnell laufende Druckerpresse. Kann das gut gehen? Sinn:t... Nicht richtig ist aber, dass man diese Schuldpapiere, die von den Staaten ausgegeben werden, an die Notenbank verkauft und diese Gelder über welche Programme auch immer dann verteilt. Denn das bedeutet, dass die Menschen nicht arbeiten und trotzdem ihr Einkommen erhalten. Dieses Geld aber kommt direkt aus der Druckerpresse. Es werden also keine Güter oder Dienstleistungen als Gegenposition für dieses neu gedruckte Geld produziert. Das führt über einen längeren Zeitraum zu einem gefährlichen Geldüberhang......Nach den derzeitigen Planungen für 2020 kommen 1,1 Billionen Euro an neuem Geld aus dem Eurosystem hinzu; Geld, das dann im Kreislauf zirkuliert. Das wären also zusammen mit den bisherigen zusätzlichen 3,7 Billionen aus der Bekämpfung der Eurokrise insgesamt 4,8 Billionen Euro. Vor zwölf Jahren, als die europäischen Volkswirtschaften zusammen nicht kleiner waren, betrug diese Summe erst 1,2 Billionen. .....
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