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2024 wird das Jahr der Zinssenkungen


20.12.23 11:00
Aramea Asset Management

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Für das Kapitalmarktjahr 2024 ist Felix Herrmann, Chefvolkswirt und Portfoliomanager bei ARAMEA Asset Management, grundsätzlich zuversichtlich gestimmt.

Das liege insbesondere an der konstruktiven Erwartung für die internationalen Rentenmärkte. Diese dürften aus Sicht eines Euro-Anlegers einen positiven Ertrag von mehr als fünf Prozent liefern und somit das Jahr 2023 in Sachen Performance toppen. An den Aktienmärkten würden die Bäume 2024 wohl nicht in den Himmel wachsen, die starke Entwicklung aus diesem Jahr werde sich kaum wiederholen lassen. Allerdings spreche aus Sicht von Herrmann vor allem der Ausblick auf fallende Leitzinsen in den USA und der Eurozone für Rückenwind - nicht nur für die Renten-, sondern eben auch für die Aktienmärkte.

Der bisherige Inflationsrückgang in der westlichen Welt sei zuvorderst angebotsseitig bedingt gewesen. Solle heißen: weniger Lieferkettenprobleme und niedrigere Energie- und Nahrungsmittelpreise. 2024 werde wohl auch die Nachfrage den Disinflationstrend befeuern. Gleiches gelte für Überkapazitäten im verarbeitenden Gewerbe in China, die sich bereits in fallenden Importpreisen niederschlagen würden. Diese Entwicklung dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der unterliegende binnenwirtschaftliche Inflationsdruck in den nächsten Jahren hoch bleiben werde.

Mit Blick auf die Zentralbanken werde 2024 das Jahr der Zinssenkungen. Ob diese jedoch so zeitnah erfolgen würden, wie es die Marktteilnehmer derzeit hoffen würden, sei fraglich. Herrmann rechne mit einer ersten Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve im zweiten Quartal 2024 und der Europäischen Zentralbank im dritten Quartal 2024. Die dann beginnenden Leitzinssenkungszyklen könnten zumindest bis zu den jeweils neutralen Leitzinsniveaus recht aggressiv ausfallen. (20.12.2023/alc/a/a)