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3,2 Prozent Wachstum in den USA - Wie wird die FED reagieren?
30.04.19 13:00
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - In dieser Woche steht wieder eine Zinsentscheidung in den USA an, so die Experten von LYNX Broker.
Am Mittwoch werde die amerikanische Notenbank FED das dritte Mal in diesem Jahr über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Angesichts der aktuellsten Zahlen, die eine äußerst geringe Inflation ergaben würden, sei eine Anhebung des Leitzinses eher unwahrscheinlich. Bereits im März hätten die Verantwortlichen signalisiert, dass sie angesichts der aktuellen Finanzlage amerikanischer Unternehmen und geopolitischer Bedenken auf weitere Erhöhungen verzichten würden.
"Die letzten Zahlen aus den USA liefern an sich keinen Grund zur Besorgnis. Die Arbeitsmarktzahlen im März sind stabil und konnten die Befürchtungen eines schwachen Februars entkräften. Auch das Bruttosozialprodukt ist mit 3,2 Prozent im ersten Quartal stärker ausgefallen als erwartet", erkläre Sascha Sadowski, Finanzmarktexperte beim Online-Broker LYNX. Gründe für diese guten Zahlen sehe er sowohl in Investitionen und Exporten im privaten Sektor als auch in höheren Ausgaben durch die öffentliche Hand.
Anlass zur Sorge, dass die Wirtschaft überhitzen könnte, erkenne er trotz dieser Zahlen nicht. "Der Index der privaten Konsumausgaben ist nur um 1,3 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass die Inflation in den USA auf einem äußerst niedrigen Niveau ist und deutlich unter dem von der FED anvisierten Ziel von zwei Prozent liegt. Weitere Zinserhöhungen zur aktuellen Zeit würden dieses Ziel noch weiter gefährden und sind deshalb eher unwahrscheinlich", führe Sadowski aus.
Doch die Analyse der aktuellen Veröffentlichungen zum Bruttoinlandsprodukt würden noch weitere Daten zeigen, die Anlass zu dieser Einschätzung geben würden. So sei das Wachstum
im ersten Quartal hauptsächlich durch Investitionen in Lagerbestände getrieben gewesen, während die Investitionen in neue Anlagen deutlich langsamer gestiegen seien. "Die Anlageinvestitionen sind lediglich um 2,7 Prozent gestiegen, das ist nur die Hälfte des Wachstums im letzten Quartal des vergangenen Jahres und ein Bruchteil des Vergleichswertes aus 2018, der bei 11,5 Prozent lag. Damit sehen die Daten zwar gut aus, zeigen aber gleichzeitig, dass das Wachstum nicht nachhaltig ist", befürchte der Experte.
Trotzdem liege das Wachstum mit 3,2 Prozent deutlich über den von der FED prognostizierten 2,1 Prozent für das Jahr 2019 aus dem März. "Das wird die FED-Verantwortlichen erstmal nicht dazu bewegen, von ihrem Kurs abzurücken. Allerdings werden sie sich Fragen gefallen lassen müssen, wie sie zu diesen Zahlen kommt. Bereits jetzt werden Stimmen laut, dass es sich bei den FED-Zahlen lediglich um Panikmache handle", so Sadowski. Diese Meinung teile der Experte jedoch nicht. "Wie bereits beschrieben stammt ein großer Teil der aktuellen 3,2 Prozent Wachstum nicht aus nachhaltigen wachstumsfördernden Investitionen. Zudem lassen die Effekte von Trumps Steuerreform langsam aber sicher nach und auch die geopolitischen Fragen rund um den Handelskrieg und die Sanktionen gegen den Iran sind weit davon entfernt gelöst zu sein. Ob sich die Zahlen aus dem ersten Quartal also auch auf den Rest des Jahres übertragen lassen ist zumindest derzeit fraglich." (30.04.2019/alc/a/a)
Am Mittwoch werde die amerikanische Notenbank FED das dritte Mal in diesem Jahr über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Angesichts der aktuellsten Zahlen, die eine äußerst geringe Inflation ergaben würden, sei eine Anhebung des Leitzinses eher unwahrscheinlich. Bereits im März hätten die Verantwortlichen signalisiert, dass sie angesichts der aktuellen Finanzlage amerikanischer Unternehmen und geopolitischer Bedenken auf weitere Erhöhungen verzichten würden.
Anlass zur Sorge, dass die Wirtschaft überhitzen könnte, erkenne er trotz dieser Zahlen nicht. "Der Index der privaten Konsumausgaben ist nur um 1,3 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass die Inflation in den USA auf einem äußerst niedrigen Niveau ist und deutlich unter dem von der FED anvisierten Ziel von zwei Prozent liegt. Weitere Zinserhöhungen zur aktuellen Zeit würden dieses Ziel noch weiter gefährden und sind deshalb eher unwahrscheinlich", führe Sadowski aus.
Doch die Analyse der aktuellen Veröffentlichungen zum Bruttoinlandsprodukt würden noch weitere Daten zeigen, die Anlass zu dieser Einschätzung geben würden. So sei das Wachstum
im ersten Quartal hauptsächlich durch Investitionen in Lagerbestände getrieben gewesen, während die Investitionen in neue Anlagen deutlich langsamer gestiegen seien. "Die Anlageinvestitionen sind lediglich um 2,7 Prozent gestiegen, das ist nur die Hälfte des Wachstums im letzten Quartal des vergangenen Jahres und ein Bruchteil des Vergleichswertes aus 2018, der bei 11,5 Prozent lag. Damit sehen die Daten zwar gut aus, zeigen aber gleichzeitig, dass das Wachstum nicht nachhaltig ist", befürchte der Experte.
Trotzdem liege das Wachstum mit 3,2 Prozent deutlich über den von der FED prognostizierten 2,1 Prozent für das Jahr 2019 aus dem März. "Das wird die FED-Verantwortlichen erstmal nicht dazu bewegen, von ihrem Kurs abzurücken. Allerdings werden sie sich Fragen gefallen lassen müssen, wie sie zu diesen Zahlen kommt. Bereits jetzt werden Stimmen laut, dass es sich bei den FED-Zahlen lediglich um Panikmache handle", so Sadowski. Diese Meinung teile der Experte jedoch nicht. "Wie bereits beschrieben stammt ein großer Teil der aktuellen 3,2 Prozent Wachstum nicht aus nachhaltigen wachstumsfördernden Investitionen. Zudem lassen die Effekte von Trumps Steuerreform langsam aber sicher nach und auch die geopolitischen Fragen rund um den Handelskrieg und die Sanktionen gegen den Iran sind weit davon entfernt gelöst zu sein. Ob sich die Zahlen aus dem ersten Quartal also auch auf den Rest des Jahres übertragen lassen ist zumindest derzeit fraglich." (30.04.2019/alc/a/a)


