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Die Angst vor dem Ende von QE- Vorboten an den Rentenmärkten?


12.06.13 13:15
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit äußerst gemischten Gefühlen blicken die Manager von Rentenfonds auf den Börsenmonat Mai zurück, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Während die führenden Aktienmärkte außer Japan sich noch nahe historischer Höchststände hätten behaupten können, seien die Renditen lang laufender Staatsanleihen kräftig gestiegen und hätten entsprechende Kursverluste ausgelöst. Die Renditen der US-Treasuries mit zehn Jahren Laufzeit hätten sich von Anfang bis Ende Mai von 1,63% auf 2,15% erhöht. Der Renditenanstieg um 25% schmerze insbesondere Investoren in lang laufenden Anleihen, deren Kurse von 100 auf 96 gesunken seien.

Durch den Renditenanstieg auf 2,15% sei die Dividendenrendite des S&P mit zuletzt 1,93% jetzt wieder niedriger als die der Treasuries. In der Eurozone hätten sich die Renditen der 10J Benchmarkanleihen Bunds von 1,17% auf 1,53% erhöht. Ähnlich sei der Anstieg in Japan von 0,6 auf über 0,9% ausgefallen. Bei der hohen Staatsverschuldung von 240% des BIPs könne sich Nippon höhere Zinsen gar nicht leisten.

Der Renditenanstieg resultiere aus der zunehmenden Sorge der Anleger vor einem Ende der quantitativen Lockerungen (QE). Die zahlreichen Aufkaufprogramme der Notenbanken seien der Treibriemen für den Anstieg der Obligationenkurse auf historische Höchststände gewesen. Die Zentralbanken würden die Finanzmärkte mit Liquidität in einer Größenordnung fluten, die historisches Neuland sei. Allein die FED und die BoJ würden monatlich Wertpapiere für USD 159 Mrd. kaufen. Die EZB sei die einzige unter den wichtigen Zentralbanken, die seit 16 Monaten keine Staatsanleihen mehr gekauft habe.

So würden die Finanzmärkte mit Argwohn die Konjunkturentwicklung in aller Welt verfolgen. Sollte diese besser ausfallen, rücke das Ende von QE unweigerlich näher und die Renditen würden noch viel höher auf ein marktkonformes Niveau steigen. Noch sei die Konjunktur in der ganzen Welt viel zu labil, um ein Ende von QE vorhersagen zu können. Doch die Börsen würden dieses Ende weit vorwegnehmen. So könnten die zehnjährigen Renditen bis Ende 2013 bei den Treasuries mindestens auf 2,75% (Kurs dann 91%) und bei den Bunds auf 2,25% steigen.

Die globalen Rentenmärkte würden sehr früh beginnen, das Ende von QE vorwegzunehmen. Deshalb: Nur noch kurze Laufzeiten im Depot halten! (12.06.2013/alc/a/a)