Erweiterte Funktionen

Anleihe-Strategie liefert Antworten auf Nullzins-Trend


11.07.16 08:50
Moventum

Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Die Negativ-Rendite hat inzwischen auch zehnjährige Bundesanleihen erreicht, so die Anlageexperten der Luxemburger Fondsplattform Moventum.

Selbst einige Unternehmensanleihen würden auf diesem Niveau rentieren. Die Fondsplattform Moventum beobachte diese Entwicklung schon seit längerem und reagiere auf die jüngsten Veränderungen. "Im Rahmen unserer jüngsten Asset-Allocation-Konferenz haben wir beschlossen, die Duration unseres Anleihen-Portfolios auch weiterhin kurz zu halten. Dies ist weniger einer Erwartung höherer Zinsen geschuldet - diese erwarten wir nicht - sondern eher der Einschätzung, dass die Volatilität am längeren Ende in keinem Verhältnis zu den erwirtschafteten Renditen in diesem Segment steht", erkläre Sascha Werner, Analyst bei Moventum.

Die derzeitigen Entwicklungen am Anleihemarkt würden die Kluft zwischen den Erwartungen der Anleger und dem, was klassische Anleihen leisten könnten, vergrößern. "Während sich Anleger sichere Renditen wünschen, sorgt der Markt für eine Verschiebung hin zu Papieren, die ein größeres Risiko bergen", sage Werner. Die Fonds-Vermögensverwalter von Moventum hätten daher sämtliche Anleihe-Strategien unter die Lupe genommen und Bereiche mit unzureichenden Renditen aus der Asset Allocation gestrichen.

"Zunächst einmal haben wir rentenlastige Absolute-Return-Strategien heruntergefahren. Diese können im derzeitigen Marktumfeld nicht punkten. Von diesen und anderen alternativen Ansätzen haben wir uns daher größtenteils getrennt", erkläre Werner. Stattdessen setze Moventum stärker auf High-Yield-Papiere mit kurzer Kapitalbindung und mische zudem Anleihen aus Schwellenländern, ebenfalls mit kurzer Kapitalbindung, bei. "Dies ist der zweite Punkt. Und gerade in Emerging Markets zeigen sich noch immer Chancen. Angesichts des schwierigen makroökonomischen Umfeldes kaufen wir fast ausschließlich Fonds, die in selektierte Schwellenland- Anleihen in Hartwährung investieren", ergänze der Analyst.

Zum dritten habe sich Moventum von europäischen Staatsanleihen weitestgehend verabschiedet. Stattdessen würden sich US-Treasuries anbieten, die teilweise gegen Währungseffekte abgesichert würden. "Unterm Strich ist die Rendite abgesicherter US-Staatsanleihen attraktiver als bei Staatspapieren aus dem europäischen Raum", wisse Werner.

Hinzu komme, dass die massiven Markteingriffe der Europäischen Zentralbank das Bewertungsniveau europäischer Staatspapiere verzerrt hätten. "Die Renditen von Papieren aus Spanien oder Italien spiegeln oftmals nicht das tatsächliche Risiko wider, das den Papieren innewohnt", so der Analyst. Hier sei es notwendig, sich selbst Gedanken über die Bonität zu machen, gerade wenn ein Portfolio nicht auf Trading oder Spekulation sondern auf lange Frist ausgerichtet werde.

Um in Zeiten schwindender Renditen und wachsender politischer Unsicherheit gewappnet zu sein, setze das Team von Moventum auch weiterhin auf eine ausgewogene Asset Allokation, die sich am Markt bietende Chancen nutze, ohne zu große Risiken einzugehen. Bislang sei das dem MoventumPlus Private Wealth Management mit einer Rendite von 1,22 Prozent seit Jahresbeginn gut gelungen.

"In Zeiten wachsender Unsicherheit und schwindender Erträge kommt es für langfristig orientierte Investoren entscheidend darauf an, auf der Suche nach Rendite mit Augenmaß vorzugehen und bestehende Risiken unbedingt zu berücksichtigen", erkläre Werner. "Es macht keinen Sinn, sich blind auf verbliebene Rendite-Bringer zu stürzen. Einer ausgewogenen Asset Allocation und der fundierten Auswahl geeigneter Instrumente kommt gerade jetzt eine große Bedeutung zu." (Ausgabe vom 08.07.2016) (11.07.2016/alc/a/a)