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Anleihemärkte: Liquidität bleibt ein heißes Thema
19.01.16 10:20
NN Investment Partners
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Liquiditätsdebatte konzentriert sich allerdings auf den Sekundärmarkt für Unternehmensanleihen und nicht etwa den Markt für Neuemissionen, an dem Unternehmen über Investmentbanken Wertpapiere beim Anleger platzieren, so Evan Moskovit, Lead Portfolio Manager Global Investment Grade und US Investment Grade Credit bei NN Investment Partners.
Wie schon der Name sage, finde der Handel am Sekundärmarkt nach der Neuemission statt. Im IG-Segment bewege sich das Transaktionsvolumen bzw. das prozentuale Verhältnis zwischen gehandelten und insgesamt ausstehenden Wertpapieren seit 2008 im Bereich von 65 bis 70 Prozent. 2009 habe es einen Umsatzsprung auf 90 Prozent gegeben. 2010 sei der Umsatz im HY-Segment von 110 Prozent auf 100 Prozent gefallen. Zwar habe das Gesamtvolumen des Anleihehandels, absolut gesehen, zugenommen, doch die Möglichkeiten für Abschlüsse seien nicht mehr ganz so zahlreich und die damit verbundenen Kosten seien gestiegen.
Sowohl im IG- als auch im HY-Segment gelte Folgendes: Erziele man Liquidität für Wertpapiere, die nicht die am stärksten nachgefragten Eigenschaften aufweisen würden (in jüngster Zeit aufgelegte Papiere, bestimmte kreditsichernde Klauseln und strukturelle Merkmale, Emissionsvolumen, Verzinsung usw.), so könnte dies durchaus zu Phasen der Illiquidität und steigender Handelsausgaben führen.
Das Hauptproblem bestehe jedoch in der von den großen Investmentbanken bereitgestellten Liquidität. Diese Banken würden bereits seit Langem als Liquiditätsanbieter für Unternehmensanleihen fungieren und - dank großer Bilanzen und Zugang zu günstiger Finanzierung - so den relativ mühelosen Kauf und Verkauf von Wertpapieren ermöglichen. Die Verabschiedung strikterer Bankenregulierung (Stichwort Dodd-Frank Act, der dem Schutz der Finanzmärkte dienen solle) habe zu einer deutlichen Erhöhung der Kapitalkosten dieser Häuser geführt. Das habe sich erheblich auf ihre Market-Making-Aktivitäten ausgewirkt. Die "Bestände" der Eigenhändler seien massiv geschrumpft; im Ergebnis seien Transaktionen jetzt deutlich schwieriger.
Nach Angaben der Deutschen Bank seien die IG- und HY-Anleihebestände seit 2007 um 80 Prozent zurückgegangen, trotz der explosionsartigen Zunahme des Volumens ausstehender Unternehmensanleihen. Da sie sich nun nicht mehr auf die Market-Maker-Bilanzen stützen könnten, seien Käufer und Verkäufer auf Broker bzw. neue elektronische Plattformen angewiesen, um einen Kontrahenten für den jeweiligen Abschluss zu finden. In dieser "neuen Welt" des Rentenhandels müssten Anleiheinvestoren mit höherer Kursvolatilität, höheren Kosten, längeren Wartezeiten bis zum Abschluss und damit auch größerer Frustration rechnen. (19.01.2016/alc/a/a)
Wie schon der Name sage, finde der Handel am Sekundärmarkt nach der Neuemission statt. Im IG-Segment bewege sich das Transaktionsvolumen bzw. das prozentuale Verhältnis zwischen gehandelten und insgesamt ausstehenden Wertpapieren seit 2008 im Bereich von 65 bis 70 Prozent. 2009 habe es einen Umsatzsprung auf 90 Prozent gegeben. 2010 sei der Umsatz im HY-Segment von 110 Prozent auf 100 Prozent gefallen. Zwar habe das Gesamtvolumen des Anleihehandels, absolut gesehen, zugenommen, doch die Möglichkeiten für Abschlüsse seien nicht mehr ganz so zahlreich und die damit verbundenen Kosten seien gestiegen.
Das Hauptproblem bestehe jedoch in der von den großen Investmentbanken bereitgestellten Liquidität. Diese Banken würden bereits seit Langem als Liquiditätsanbieter für Unternehmensanleihen fungieren und - dank großer Bilanzen und Zugang zu günstiger Finanzierung - so den relativ mühelosen Kauf und Verkauf von Wertpapieren ermöglichen. Die Verabschiedung strikterer Bankenregulierung (Stichwort Dodd-Frank Act, der dem Schutz der Finanzmärkte dienen solle) habe zu einer deutlichen Erhöhung der Kapitalkosten dieser Häuser geführt. Das habe sich erheblich auf ihre Market-Making-Aktivitäten ausgewirkt. Die "Bestände" der Eigenhändler seien massiv geschrumpft; im Ergebnis seien Transaktionen jetzt deutlich schwieriger.
Nach Angaben der Deutschen Bank seien die IG- und HY-Anleihebestände seit 2007 um 80 Prozent zurückgegangen, trotz der explosionsartigen Zunahme des Volumens ausstehender Unternehmensanleihen. Da sie sich nun nicht mehr auf die Market-Maker-Bilanzen stützen könnten, seien Käufer und Verkäufer auf Broker bzw. neue elektronische Plattformen angewiesen, um einen Kontrahenten für den jeweiligen Abschluss zu finden. In dieser "neuen Welt" des Rentenhandels müssten Anleiheinvestoren mit höherer Kursvolatilität, höheren Kosten, längeren Wartezeiten bis zum Abschluss und damit auch größerer Frustration rechnen. (19.01.2016/alc/a/a)


