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Anleihemarkt: Aufflackern der Eurokrise durch Zypern sorgt für Flight to quality


09.04.13 15:35
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Diskussionen über die Lösung der zyprischen Bankenkrise führten wieder zu einer Flucht in deutsche Bundesanleihen, so die Experten von Pioneer Investments Austria.

Die Renditen für 10-jährige deutsche Bundesanleihen seien auf 1,3% gefallen, nachdem sie im Januar auf über 1,7% angestiegen seien.

In Zypern müssten erstmals Sparer mit Guthaben über EUR 100.000 zur Rettung des Bankensektors (7x so groß wie das Bruttoinlandsprodukt) beitragen. Dadurch sei es zu einer Ausweitung der Risikoaufschläge der Peripherieländer gegenüber Deutschland gekommen.

So seien die Spreads im 10-jährigen Laufzeitenbereich von Italien gegenüber Deutschland von 2,6% auf 3,5%, in Spanien von 3,5% auf 3,7% gestiegen. Italien leide zusätzlich darunter, dass sich die Parteien seit den Wahlen noch immer auf keine Regierungskoalition hätten einigen können.

Der Euro-Staatsanleihenmarkt habe im März um +0,4% zugelegt, Deutschland sei mit +0,9% Spitzenreiter gewesen, Irland habe mit -0,1% das Schlusslicht gebildet (seit Jahresanfang liege Irland mit einem Plus von 4,3% deutlich an der Spitze, die Niederlande würden mit -0,6% das Schlusslicht bilden).

Die Renditen 10-jähriger italienischer Staatsanleihen seien von ihren Höchstständen im November 2011 von fast 7,5% auf 4,1% gefallen (Jan. 2013) und hätten per Ende März wieder bei 4,7% gelegen.

Vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich würden die Renditen von Staatsanleihen mittlerweile relativ deutlich unter den Inflationsraten liegen. Man spreche von "financial repression": Die Anleger würden niedrige Zinsen erhalten, "real" verlieren, der Staat und Kreditnehmer würden dafür weniger für Kredite zahlen und könnten sich so rascher entschulden. Dies führe dazu, dass Anleger auf der Suche nach Rendite in riskantere Anlagen (Unternehmensanleihen, High Yield Anleihen und Emerging Markets Anleihen) wechseln würden. Dieser Trend dürfte auch 2013 weiter anhalten.

Unternehmensanleihen seien 2013 bisher um 1,5% gestiegen, Euro High Yield Anleihen hätten ihre Outperformance mit einem Plus von 1,5% fortsetzen können. Euro Staatsanleihen der Kernländer würden seit Jahresanfang mit -0,04% im Minus, Peripherieländer mit +1,32% im Plus liegen. Die Experten von Pioneer Investments Austria bleiben positiv für Unternehmens-, Euro High Yield und Emerging Markets Anleihen. (Ausgabe April 2013) (09.04.2013/alc/a/a)