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Anleihemarkt: Beliebte Bundesanleihen
16.05.14 15:58
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Enttäuschende Wachstumszahlen aus der Eurozone treiben Anleger zurück in sichere Häfen, so die Deutsche Börse AG.
Während Staatsanleihen der Euro-Peripherie angesichts vergleichsweise hoher Renditechancen noch bis vor kurzem bei vielen Investoren hoch im Kurs gestanden hätten, werde nun Kasse gemacht und in vermeintlich sichere Anlagen umgeschichtet. "Noch am gestrigen Donnerstag waren die Renditen für spanische und italienische Staatstitel nicht zuletzt wegen Spekulationen über weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen in der Eurozone auf Rekordtiefs gefallen. Seitdem geht es für die Risikoaufschläge aber wieder aufwärts", melde Arthur Brunner von der ICF AG.
So seien die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen Italiens seit gestern von 2,88 auf 3,12 Prozent gestiegen und auch spanische und portugiesische Titel würden aktuell rund 20 Basispunkte höher als am Vortag rentieren. Bei den als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen hingegen gebe die Rendite weiter nach. Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 146,48 Prozent, vor einer Woche habe der Indikator für langfristige Zinserwartungen bei 144,89 gestanden. Zehnjährige Bundesanleihen würden nur noch rund 1,30 Prozent Rendite abwerfen, verglichen mit 1,45 Prozent am vergangenen Freitag.
Auslöser für die jüngste Ausweitung der Renditeabstände zwischen deutschen und Peripherieanleihen seien aus Sicht von Spezialisten Wachstumssorgen um die Eurozone. "Die gestrigen BIP-Zahlen haben einmal mehr verdeutlicht, dass Deutschland zwar sehr gut dasteht, aber Frankreich, Portugal und vor allem Italien hinter den Erwartungen zurückbleiben und die Gefahr besteht, dass die Eurozone doch wieder in die Rezession zurückfällt", kommentiere Daniel Förtsch von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft und spreche von steigender Unsicherheit am Markt.
Auch Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank mache die jüngsten Wachstumszahlen für die Trendwende bei den Euro-Renditen verantwortlich: "Die BIP-Datenveröffentlichung schürte wieder vehement die Spekulationen über angedeutete Maßnahmen der EZB und gab den Kursen von Bundesanleihen erneut einen kräftigen Schub nach oben. Die Kurse in der Euro-Peripherie litten dagegen unter massiven Kursverlusten."
Die Wirtschaft der Eurozone sei im ersten Quartal nur um 0,2 Prozent gewachsen anstatt der erwarteten 0,4 Prozent. "Dabei waren die Zahlen aus Deutschland äußerst positiv, aber die BIP-Zahlen aus Frankreich und besonders Italien enttäuschten. Auch in den Niederlanden und Portugal ließ die Konjunkturentwicklung zahlenmäßig noch zu wünschen übrig", fasse Hellwig zusammen.
Auf dünnem Eis würden sich derzeit Anleger bewegen, die auf Anleihen der russischen Föderation setzen würden. So sehe das zumindest Klaus Stopp von der Baader Bank, der eine anziehende Nachfrage nach diesen Titeln beobachte - egal, ob in Euro, US-Dollar oder Rubel notiert. "Vor dem Hintergrund des Konflikts um die Ukraine muss aber - ganz abgesehen von Währungsrisiken - jederzeit mit Rückschlägen gerechnet werden. Die Entwicklung in der Ost-Ukraine ist schließlich weiterhin hochexplosiv", warne der Spezialist jedoch.
Während auf Rubel lautende Titel im dreijährigen Bereich - am Beispiel einer bis Juni 2017 laufenden Staatsanleihe (ISIN RU000A0JRJU8 / WKN A1GTUZ) - mit rund 8,6 Prozent rentieren würden, würden in US-Dollar gelistete Titel etwa 2,4 Prozent Rendite abwerfen, genauso wie eine russische Staatsanleihe (ISIN XS0767469827 / WKN A1G280) mit Laufzeit April 2017. Im langfristigen Bereich von 14 Jahren Laufzeit liege das Renditeniveau bei knapp 9 Prozent für eine Rubel-Anleihe (ISIN RU000A0JTK38 / WKN A1HFLY) und 5,8 Prozent für einen auf US-Dollar lautenden und seitens des Gläubigers kündbaren Bond (ISIN XS0088543193 / WKN 248505).
Aber nicht nur im Segment der Staatsanleihen, auch am Markt für Unternehmensanleihen sei laut Förtsch eine steigende Unsicherheit spürbar. Das zeige sich bereits seit Mitte der Woche an sich ausweitenden Spreads - also einem zunehmendem Abstand zwischen der An- und Verkaufsseite. "Positiv ist das nicht zu werten", meine der Spezialist.
Im Fokus der Investoren stehe nach wie vor die Anleihe (ISIN DE000A1KQXX5 / WKN A1KQXX) des Immobilienentwicklers Golden Gate, deren Kurs in der vergangenen Woche wegen Liquiditätssorgen zeitweise bis auf 80 Prozent abgerutscht sei.
"Dank der Meldung, dass Objekte veräußert werden sollen, um die Zinszahlungen zu sichern, ist die Anleihe wieder angesprungen und notiert aktuell bei 92,50 Prozent. Dass das Unternehmen dann aber noch eine Pressemitteilung über ein Folgerating hinterhergeschoben hat, stößt bei Anlegern jedoch auf Skepsis", wisse Förtsch und ergänze, dass es geradezu danach aussehe, als versuche Golden Gate nach außen hin unbedingt gut auszusehen. "Angesichts einiger Pleiten von Unternehmen, denen es bis zuletzt vermeintlich gut ging, sind viele Investoren hellhörig geworden", erkläre der Händler.
Anleger würden auch bei Südzucker aufhorchen: "Nachdem die Hybridanleihe (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) der Südzucker AG in den vergangen Wochen kontinuierlich nach oben gelaufen ist, kam diese Woche die Trendwende. Der Emittent kündigte eine Dividendenkürzung von 0,90 auf 0,40 Euro an und erwartet eine schlechtere Geschäftsentwicklung. Dies führte zu Verkäufen der Anleihe und deutlich gesunkenen Notierungen", wisse Hellwig. Der Preis sei im Verlauf der Woche von 100,75 auf unter 98 Prozent gefallen.
Die Ankündigung seitens der deutschen Regierung, dass der Verkauf der Depfa Bank plc gestoppt werde und stattdessen die Bank mithilfe der Bad Bank FMS Wertmanagement abgewickelt werde, habe zur Wochenmitte für heftige Turbulenzen bei den Preisen der drei Funding-Anleihen (ISIN DE000A0E5U85 / WKN A0E5U8; ISIN XS0178243332 / WKN 916788; ISIN XS0291655727 / WKN A0LPRW) der Depfa gesorgt.
"Zum Handelsstart gaben die Notierungen zwischen 20 und 25 Prozent nach, konnten sich im Verlauf des ersten Handelstages aber wieder deutlich von ihren Tiefstständen erholen. Der Dienstagsschluss liegt aber noch ein gutes Stück oberhalb der aktuellen Notierungen", merke Hellwig an. Hauptsächlich werde nach Auskunft des Spezialisten in den beiden kleingestückelten Gattungen (ISIN DE000A0E5U85 / WKN A0E5U8; ISIN XS0178243332 / WKN 916788) gehandelt, die Notiz mit 50.000er Stückelung (ISIN XS0291655727 / WKN A0LPRW) bleibe indes eher umsatzarm.
Weiterhin auf hohe Liquidität treffe laut Förtsch die in der vergangenen Woche emittierte Anleihe (ISIN XS1064049767 / WKN A11QFG) der Württembergischen Lebensversicherung mit Laufzeit bis 2044 und Kupon von 5,25 Prozent.
Neu in den Handel sei diese Woche die 2019 fällige Anleihe (ISIN XS1067862919 / WKN A1ZH6Q) der Schäffler Finance BV gekommen. "Trotz der für Kleinanleger unhandlichen Größenordnung von 100.000 Euro gab es erste Umsätze, wobei sich Angebot und Nachfrage die Waage gehalten haben", fasse Hellwig zusammen.
Vom 19. bis voraussichtlich 30. Mai (12 Uhr) könnten Anleger eine Anleihe (ISIN DE000A11QHZ0 / WKN A11QHZ) der HanseYachts AG über die Börse Frankfurt zeichnen. Die Emission laufe bis 2019 und werde mit 8 Prozent verzinst. (16.05.2014/alc/a/a)
Während Staatsanleihen der Euro-Peripherie angesichts vergleichsweise hoher Renditechancen noch bis vor kurzem bei vielen Investoren hoch im Kurs gestanden hätten, werde nun Kasse gemacht und in vermeintlich sichere Anlagen umgeschichtet. "Noch am gestrigen Donnerstag waren die Renditen für spanische und italienische Staatstitel nicht zuletzt wegen Spekulationen über weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen in der Eurozone auf Rekordtiefs gefallen. Seitdem geht es für die Risikoaufschläge aber wieder aufwärts", melde Arthur Brunner von der ICF AG.
So seien die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen Italiens seit gestern von 2,88 auf 3,12 Prozent gestiegen und auch spanische und portugiesische Titel würden aktuell rund 20 Basispunkte höher als am Vortag rentieren. Bei den als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen hingegen gebe die Rendite weiter nach. Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 146,48 Prozent, vor einer Woche habe der Indikator für langfristige Zinserwartungen bei 144,89 gestanden. Zehnjährige Bundesanleihen würden nur noch rund 1,30 Prozent Rendite abwerfen, verglichen mit 1,45 Prozent am vergangenen Freitag.
Auslöser für die jüngste Ausweitung der Renditeabstände zwischen deutschen und Peripherieanleihen seien aus Sicht von Spezialisten Wachstumssorgen um die Eurozone. "Die gestrigen BIP-Zahlen haben einmal mehr verdeutlicht, dass Deutschland zwar sehr gut dasteht, aber Frankreich, Portugal und vor allem Italien hinter den Erwartungen zurückbleiben und die Gefahr besteht, dass die Eurozone doch wieder in die Rezession zurückfällt", kommentiere Daniel Förtsch von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft und spreche von steigender Unsicherheit am Markt.
Auch Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank mache die jüngsten Wachstumszahlen für die Trendwende bei den Euro-Renditen verantwortlich: "Die BIP-Datenveröffentlichung schürte wieder vehement die Spekulationen über angedeutete Maßnahmen der EZB und gab den Kursen von Bundesanleihen erneut einen kräftigen Schub nach oben. Die Kurse in der Euro-Peripherie litten dagegen unter massiven Kursverlusten."
Die Wirtschaft der Eurozone sei im ersten Quartal nur um 0,2 Prozent gewachsen anstatt der erwarteten 0,4 Prozent. "Dabei waren die Zahlen aus Deutschland äußerst positiv, aber die BIP-Zahlen aus Frankreich und besonders Italien enttäuschten. Auch in den Niederlanden und Portugal ließ die Konjunkturentwicklung zahlenmäßig noch zu wünschen übrig", fasse Hellwig zusammen.
Auf dünnem Eis würden sich derzeit Anleger bewegen, die auf Anleihen der russischen Föderation setzen würden. So sehe das zumindest Klaus Stopp von der Baader Bank, der eine anziehende Nachfrage nach diesen Titeln beobachte - egal, ob in Euro, US-Dollar oder Rubel notiert. "Vor dem Hintergrund des Konflikts um die Ukraine muss aber - ganz abgesehen von Währungsrisiken - jederzeit mit Rückschlägen gerechnet werden. Die Entwicklung in der Ost-Ukraine ist schließlich weiterhin hochexplosiv", warne der Spezialist jedoch.
Während auf Rubel lautende Titel im dreijährigen Bereich - am Beispiel einer bis Juni 2017 laufenden Staatsanleihe (ISIN RU000A0JRJU8 / WKN A1GTUZ) - mit rund 8,6 Prozent rentieren würden, würden in US-Dollar gelistete Titel etwa 2,4 Prozent Rendite abwerfen, genauso wie eine russische Staatsanleihe (ISIN XS0767469827 / WKN A1G280) mit Laufzeit April 2017. Im langfristigen Bereich von 14 Jahren Laufzeit liege das Renditeniveau bei knapp 9 Prozent für eine Rubel-Anleihe (ISIN RU000A0JTK38 / WKN A1HFLY) und 5,8 Prozent für einen auf US-Dollar lautenden und seitens des Gläubigers kündbaren Bond (ISIN XS0088543193 / WKN 248505).
Im Fokus der Investoren stehe nach wie vor die Anleihe (ISIN DE000A1KQXX5 / WKN A1KQXX) des Immobilienentwicklers Golden Gate, deren Kurs in der vergangenen Woche wegen Liquiditätssorgen zeitweise bis auf 80 Prozent abgerutscht sei.
"Dank der Meldung, dass Objekte veräußert werden sollen, um die Zinszahlungen zu sichern, ist die Anleihe wieder angesprungen und notiert aktuell bei 92,50 Prozent. Dass das Unternehmen dann aber noch eine Pressemitteilung über ein Folgerating hinterhergeschoben hat, stößt bei Anlegern jedoch auf Skepsis", wisse Förtsch und ergänze, dass es geradezu danach aussehe, als versuche Golden Gate nach außen hin unbedingt gut auszusehen. "Angesichts einiger Pleiten von Unternehmen, denen es bis zuletzt vermeintlich gut ging, sind viele Investoren hellhörig geworden", erkläre der Händler.
Anleger würden auch bei Südzucker aufhorchen: "Nachdem die Hybridanleihe (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) der Südzucker AG in den vergangen Wochen kontinuierlich nach oben gelaufen ist, kam diese Woche die Trendwende. Der Emittent kündigte eine Dividendenkürzung von 0,90 auf 0,40 Euro an und erwartet eine schlechtere Geschäftsentwicklung. Dies führte zu Verkäufen der Anleihe und deutlich gesunkenen Notierungen", wisse Hellwig. Der Preis sei im Verlauf der Woche von 100,75 auf unter 98 Prozent gefallen.
Die Ankündigung seitens der deutschen Regierung, dass der Verkauf der Depfa Bank plc gestoppt werde und stattdessen die Bank mithilfe der Bad Bank FMS Wertmanagement abgewickelt werde, habe zur Wochenmitte für heftige Turbulenzen bei den Preisen der drei Funding-Anleihen (ISIN DE000A0E5U85 / WKN A0E5U8; ISIN XS0178243332 / WKN 916788; ISIN XS0291655727 / WKN A0LPRW) der Depfa gesorgt.
"Zum Handelsstart gaben die Notierungen zwischen 20 und 25 Prozent nach, konnten sich im Verlauf des ersten Handelstages aber wieder deutlich von ihren Tiefstständen erholen. Der Dienstagsschluss liegt aber noch ein gutes Stück oberhalb der aktuellen Notierungen", merke Hellwig an. Hauptsächlich werde nach Auskunft des Spezialisten in den beiden kleingestückelten Gattungen (ISIN DE000A0E5U85 / WKN A0E5U8; ISIN XS0178243332 / WKN 916788) gehandelt, die Notiz mit 50.000er Stückelung (ISIN XS0291655727 / WKN A0LPRW) bleibe indes eher umsatzarm.
Weiterhin auf hohe Liquidität treffe laut Förtsch die in der vergangenen Woche emittierte Anleihe (ISIN XS1064049767 / WKN A11QFG) der Württembergischen Lebensversicherung mit Laufzeit bis 2044 und Kupon von 5,25 Prozent.
Neu in den Handel sei diese Woche die 2019 fällige Anleihe (ISIN XS1067862919 / WKN A1ZH6Q) der Schäffler Finance BV gekommen. "Trotz der für Kleinanleger unhandlichen Größenordnung von 100.000 Euro gab es erste Umsätze, wobei sich Angebot und Nachfrage die Waage gehalten haben", fasse Hellwig zusammen.
Vom 19. bis voraussichtlich 30. Mai (12 Uhr) könnten Anleger eine Anleihe (ISIN DE000A11QHZ0 / WKN A11QHZ) der HanseYachts AG über die Börse Frankfurt zeichnen. Die Emission laufe bis 2019 und werde mit 8 Prozent verzinst. (16.05.2014/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0188 € | 125,1945 € | 0,8243 € | +0,66% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



