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Anleihen: Euro-Bund-Future hält sich
11.12.17 08:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf die Nachricht über eine grundsätzliche Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien, in Kürze in die zweite Phase der Brexit-Verhandlungen eintreten zu können, reagieren Anleger mit Erleichterung, so die Deutsche Börse AG.
Der Euro-Bund-Future habe am Morgen gut 20 Basispunkte leichter eröffnet. Aktuell notiere das hiesige Zinsbarometer für zehnjährige Staatsanleihen bei 163,17 Prozent. Das sei ein leichtes Plus im Vergleich zum Wochenbeginn. Sollten die Staats-und Regierungschefs sowie die EU-Kommission mit den erzielten Ergebnissen vor allem hinsichtlich der irischen Grenzfrage und den Rechten von EU-Bürgern nach dem EU-Austritt zufrieden sein, werde es im nächsten Schritt insbesondere um die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Europäischer Union und dem Königreich samt angestrebter mehrjähriger Übergangsphase gehen.
Auch die Vereinigten Staaten kämen ihrem Haushalt für das kommende Jahr schrittweise näher. Nach dem zunächst bis zum 22. Dezember abgewendeten so genannten Government Shutdown - sprich dem Einstellen der Arbeit von US-Regierungsbehörden bei Erreichen des gegenwärtig geltenden Schuldenlimits - rechne Robert Halver von der Baader Bank mit einer Einigung. Vor dem Hintergrund öffentlich zur Schau getragener, theatralischer Auseinandersetzungen würde vermutlich rechtzeitig ein Budget verabschiedet. Die Zustimmung der Demokraten werde aller Voraussicht nach mit republikanischen Zugeständnissen in puncto Gesundheitssystem und Katastrophenschutz gesichtswahrend erkauft. Auch würden die Demokraten mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Kongresswahlen wohl kaum als Staatsbankrotteure dastehen wollen.
Bereits erfolgreich abgeschlossen seien die Diskussionen um die Auszahlung der nächsten Kreditrate für Griechenland. "Nachdem Athen eine Reihe von zum Teil einschneidenden Zugeständnissen an die internationalen Geldgeber gemacht hat, können am 22. Januar nächsten Jahres fünf Milliarden Euro ausgezahlt werden", fasse Klaus Stopp zusammen. Die zwei Monate anhaltenden Verhandlungen und Inspektionen bezeichne der Rentenhändler der Baader Bank als eher kurz. Dennoch habe Athen weitreichenden Reformen zugestimmt.
Durch die Privatisierung von vier Kohlekraftwerken werde beispielsweise der staatliche Energiemarkt geöffnet. Der bestehenden Vetternwirtschaft solle mit künftig öffentlichen Ausschreibungen von Schlüsselpositionen entgegengetreten werden. Das werde gleichzeitig Spareffekte in der Verwaltung mit sich bringen. "Selbst beim Streikrecht gibt es Einschnitte." Statt wie bisher einen Arbeitskampf lediglich auszurufen, dürfe künftig nur mit einer Mehrheit im Rahmen einer Urabstimmung gestreikt werden.
Zugestimmt zum Maßnahmenpaket habe Tsipras auch deshalb so zügig, weil er sich ab 2018 wieder zu vertretbaren Konditionen über den Kapitalmarkt refinanzieren wolle. Für Stopp habe der Regierungschef allerdings ein Glaubwürdigkeitsproblem, da Tsipras sich immer wieder von bereits vereinbarten Reformen distanziert habe. Auch deshalb würden griechische Staatsanleihen nach wie vor mit höheren Risikoaufschlägen gehandelt als die Bonds anderer hochverschuldeter europäischer Staaten. Hinzu komme die an Schwung verlierende Wirtschaft des Landes. Im dritten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,3 Prozent zugelegt. In den beiden Quartalen zuvor seien es 0,8 und 0,7 Prozent gewesen. "Das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr wird damit wohl geringer ausfallen, als von der Regierung in Athen erhofft."
Den Anleihehandel beschreibe Gregor Daniel als insgesamt vorweihnachtlich beschaulich. Die im Raum stehende Bilanzfälschung der Steinhoff-Gruppe habe in dieser Woche einen Ausverkauf von Bonds des Unternehmens ausgelöst. Unter anderem würde eine in 2025 fällige Anleihe (ISIN XS1650590349 / WKN A19LXV) des weltweit zweitgrößten Möbelherstellers abgestoßen. Ebenso seien Anleger aus einer Steinhoff-Wandelanleihe geflüchtet.
Mittlerweile habe Moodys dem Konzern das Investment Grade aberkannt. Damit sehe die Ratingagentur ernste Zweifel, dass Steinhoff seien Schulden begleichen könne. "Das Papier ist derzeit nur etwas für Zocker", urteile der Händler der von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Der Europäischen Zentralbank dürfte das nicht gefallen." Die Währungshüter nähmen im Rahmen ihres Anleihen-Kaufprogramms seit Mitte 2016 auch Unternehmensanleihen in ihre Bücher und hielten unter anderem Werte vom Poco-Mutterkonzern Steinhoff.
Die Schweizer UBS Bank habe in diesem Zusammenhang ermittelt, dass in den Bilanzen der EZB mittlerweile 26 Bonds ohne Investment Grade auftauchen würden. Weitere 84 Titel kämen auf gerade mal eine Stufe darüber. Könne ein Emittent seinen Verpflichtungen bei der EZB nicht nachkommen, hafte Deutschland nach einem festgelegten Schlüssel für etwa ein Viertel der Verluste.
Bei drei Neuemissionen von Volkswagen mit einem Volumen von insgesamt zwei Milliarden Euro hätten Investoren beherzt zugegriffen, wie Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank berichte. Ein bis 2025 laufender Wert (ISIN XS1734548644 / WKN A1X3P2) mit einem Kupon von 1,25 Prozent sei ebenso gut angekommen wie eine mit jährlich 0,75 Prozent Zinsen ausgestattete Anleihe (ISIN XS1734548487 / WKN A1X3P1), die 2023 zur Rückzahlung anstehe. "Beide sind 750 Milliarden Euro schwer und haben eine für Privatanleger geeignete Stückelung von 1.000 Euro." Bond Nummer drei (ISIN XS1734547919 / WKN A1X3P0) sei in Einheiten von 100.000 Euro zu haben. "Die drei Bonds sind seit heute im Handel." (Ausgabe vom 08.12.2017) (11.12.2017/alc/a/a)
Der Euro-Bund-Future habe am Morgen gut 20 Basispunkte leichter eröffnet. Aktuell notiere das hiesige Zinsbarometer für zehnjährige Staatsanleihen bei 163,17 Prozent. Das sei ein leichtes Plus im Vergleich zum Wochenbeginn. Sollten die Staats-und Regierungschefs sowie die EU-Kommission mit den erzielten Ergebnissen vor allem hinsichtlich der irischen Grenzfrage und den Rechten von EU-Bürgern nach dem EU-Austritt zufrieden sein, werde es im nächsten Schritt insbesondere um die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Europäischer Union und dem Königreich samt angestrebter mehrjähriger Übergangsphase gehen.
Auch die Vereinigten Staaten kämen ihrem Haushalt für das kommende Jahr schrittweise näher. Nach dem zunächst bis zum 22. Dezember abgewendeten so genannten Government Shutdown - sprich dem Einstellen der Arbeit von US-Regierungsbehörden bei Erreichen des gegenwärtig geltenden Schuldenlimits - rechne Robert Halver von der Baader Bank mit einer Einigung. Vor dem Hintergrund öffentlich zur Schau getragener, theatralischer Auseinandersetzungen würde vermutlich rechtzeitig ein Budget verabschiedet. Die Zustimmung der Demokraten werde aller Voraussicht nach mit republikanischen Zugeständnissen in puncto Gesundheitssystem und Katastrophenschutz gesichtswahrend erkauft. Auch würden die Demokraten mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Kongresswahlen wohl kaum als Staatsbankrotteure dastehen wollen.
Bereits erfolgreich abgeschlossen seien die Diskussionen um die Auszahlung der nächsten Kreditrate für Griechenland. "Nachdem Athen eine Reihe von zum Teil einschneidenden Zugeständnissen an die internationalen Geldgeber gemacht hat, können am 22. Januar nächsten Jahres fünf Milliarden Euro ausgezahlt werden", fasse Klaus Stopp zusammen. Die zwei Monate anhaltenden Verhandlungen und Inspektionen bezeichne der Rentenhändler der Baader Bank als eher kurz. Dennoch habe Athen weitreichenden Reformen zugestimmt.
Zugestimmt zum Maßnahmenpaket habe Tsipras auch deshalb so zügig, weil er sich ab 2018 wieder zu vertretbaren Konditionen über den Kapitalmarkt refinanzieren wolle. Für Stopp habe der Regierungschef allerdings ein Glaubwürdigkeitsproblem, da Tsipras sich immer wieder von bereits vereinbarten Reformen distanziert habe. Auch deshalb würden griechische Staatsanleihen nach wie vor mit höheren Risikoaufschlägen gehandelt als die Bonds anderer hochverschuldeter europäischer Staaten. Hinzu komme die an Schwung verlierende Wirtschaft des Landes. Im dritten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,3 Prozent zugelegt. In den beiden Quartalen zuvor seien es 0,8 und 0,7 Prozent gewesen. "Das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr wird damit wohl geringer ausfallen, als von der Regierung in Athen erhofft."
Den Anleihehandel beschreibe Gregor Daniel als insgesamt vorweihnachtlich beschaulich. Die im Raum stehende Bilanzfälschung der Steinhoff-Gruppe habe in dieser Woche einen Ausverkauf von Bonds des Unternehmens ausgelöst. Unter anderem würde eine in 2025 fällige Anleihe (ISIN XS1650590349 / WKN A19LXV) des weltweit zweitgrößten Möbelherstellers abgestoßen. Ebenso seien Anleger aus einer Steinhoff-Wandelanleihe geflüchtet.
Mittlerweile habe Moodys dem Konzern das Investment Grade aberkannt. Damit sehe die Ratingagentur ernste Zweifel, dass Steinhoff seien Schulden begleichen könne. "Das Papier ist derzeit nur etwas für Zocker", urteile der Händler der von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Der Europäischen Zentralbank dürfte das nicht gefallen." Die Währungshüter nähmen im Rahmen ihres Anleihen-Kaufprogramms seit Mitte 2016 auch Unternehmensanleihen in ihre Bücher und hielten unter anderem Werte vom Poco-Mutterkonzern Steinhoff.
Die Schweizer UBS Bank habe in diesem Zusammenhang ermittelt, dass in den Bilanzen der EZB mittlerweile 26 Bonds ohne Investment Grade auftauchen würden. Weitere 84 Titel kämen auf gerade mal eine Stufe darüber. Könne ein Emittent seinen Verpflichtungen bei der EZB nicht nachkommen, hafte Deutschland nach einem festgelegten Schlüssel für etwa ein Viertel der Verluste.
Bei drei Neuemissionen von Volkswagen mit einem Volumen von insgesamt zwei Milliarden Euro hätten Investoren beherzt zugegriffen, wie Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank berichte. Ein bis 2025 laufender Wert (ISIN XS1734548644 / WKN A1X3P2) mit einem Kupon von 1,25 Prozent sei ebenso gut angekommen wie eine mit jährlich 0,75 Prozent Zinsen ausgestattete Anleihe (ISIN XS1734548487 / WKN A1X3P1), die 2023 zur Rückzahlung anstehe. "Beide sind 750 Milliarden Euro schwer und haben eine für Privatanleger geeignete Stückelung von 1.000 Euro." Bond Nummer drei (ISIN XS1734547919 / WKN A1X3P0) sei in Einheiten von 100.000 Euro zu haben. "Die drei Bonds sind seit heute im Handel." (Ausgabe vom 08.12.2017) (11.12.2017/alc/a/a)
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| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



