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Anleihen-Handel: EZB-Kurs in der Kritik
06.02.17 09:50
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der jüngste Renditeanstieg hat sich in letzter Woche nicht fortgesetzt, so die Deutsche Börse AG.
"Die aggressiven Äußerungen von Donald Trump lassen die Nachfrage nach Bundesanleihen als sicherem Hafen wieder steigen", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Allerdings gehe er nicht davon aus, dass die alten Hochs im Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) wieder erreicht würden.
Der Euro-Bund-Future habe am Freitagmittag im Vergleich zur Vorwoche etwas fester bei 161,85 Punkten notiert. Zehnjährige Bundesanleihen hätten mit 0,44 Prozent nach 0,47 Prozent am 27.01. rentiert. In ganz Europa hätten Staatsanleihen zuletzt etwas zugelegt, besonders kräftig sei der Anstieg bei britischen Gilts ausgefallen. Die Bank of England habe einer baldigen Zinserhöhung am letzten Donnerstag eine klare Absage erteilt. Einen Tag davor habe die US-Notenbank die Leitzinsen unverändert gelassen und auch keine schnelleren Zinsanhebungen signalisiert.
In der Eurozone sorge die hohe Januar-Inflationsrate von 1,8 Prozent für Unruhe und lasse die Rufe nach einer Verringerung oder einem Ende der Anleihekäufe lauter werden. EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Curé habe am vergangenen Donnerstag aber erklärt, dass die Notenbank nicht auf kurzfristige Schwankungen reagiere - speziell nicht auf die, die von Energie- und anderen Rohstoffpreisen ausgelöst würden.
Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank halte es für wichtig, dass die EZB Ruhe ausstrahle und Hektik vermeide. "Geht man davon aus, dass die Ölpreise über den restlichen Jahresverlauf einen Seitwärtstrend einschlagen, dann wird der Preis im zweiten Halbjahr nur noch etwa 15 Prozent über dem Vorjahr liegen - nach 80 Prozent im Januar - und sich damit lediglich geringfügig im Gesamtpreisindex bemerkbar machen." Entsprechend werde die Inflation am Ende dieses Jahres wieder deutlich unter die 2 Prozent-Marke fallen. "Das Inflationsziel ist also keineswegs dauerhaft erreicht. Vor diesem Hintergrund wäre es eher schädlich, jetzt einen überstürzten Kurswechsel einzuleiten." Dies gelte auch vor dem Hintergrund eines politisch fragilen Umfelds, das sich mit den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich in schweren Turbulenzen äußern könne.
Unterdessen hätten sich die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Europas Peripherie wieder ausgeweitet, wie Brunner feststelle. Betroffen gewesen seien besonders Italien und Portugal. "Man verlässt sich nicht mehr blind auf die EZB", bemerke der Händler.
"Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Schuldenkrise trotz umfangreicher Hilfspakete und EZB-Stützungsmaßnahmen noch nicht ausgestanden ist", kommentiere Marius Schad von der HSH Nordbank. Ohne nachhaltige Reformen in den Krisenländern und politischem Willen würden die EZB und ihre geldpolitischen Instrumente nach wie vor als Stabilitätsanker gebraucht, "besonders in einem Super-Wahljahr wie 2017".
Auf den Verkaufslisten im Handel mit Unternehmensanleihen habe ein bis 2026 laufender Bond (ISIN DE000A1TNC94 / WKN A1TNC9) der Aareal Bank gestanden, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Abgesehen davon sprangen generell Anleihen an, die zuvor bei 60 oder 70 Prozent gehandelt wurden - wohl in der Hoffnung auf eine vorzeitige Rückzahlung oder ein Rückkaufsangebot."
Gut angekommen sei laut Daniel eine neue Anleihe (ISIN DE000A2DADR6 / WKN A2DADR) von Sixt Leasing mit Kupon von 1,125 Prozent und Laufzeit bis 2021. Viele Abnehmer habe Brunner zufolge auch die neue Anleihe (ISIN XS1554373834 / WKN A19B3J) des Bad Homburger Gesundheitskonzerns Fresenius mit Laufzeit bis 2032 und Kupon von 3 Prozent gefunden. Für beide Papiere liege die Mindestanlagesumme bei 1.000 Euro.
Neues gebe es auch von Apple, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichte, aufgeteilt in neun Tranchen. Dabei sei eine dreißigjährige Anleihe (ISIN US037833CH12 / WKN A19C0P) mit Kupon von 4,25 Prozent sowie Papiere mit Laufzeit bis 2020 und 1,9 Prozent (ISIN US037833CK41 / WKN A19C0H), bis 2027 und 3,35 Prozent (ISIN US037833CJ77 / WKN A19C0N), bis 2024 und 3 Prozent (ISIN US037833CG39 / WKN A19C0M), bis 2019 und 1,55 Prozent (ISIN US037833CE80 / WKN A19C0F) und bis 2022 und 2,5 Prozent (ISIN US037833CM07 / WKN A19C0K). Alle würden auf US-Dollar lauten. "Das ist für Anleger im Moment natürlich besonders interessant." Die Stückelung liege bei 2.000 US-Dollar.
Brunner berichte von einer Hybridanleihe (WKN A19CTJ) des österreichischen Baukonzerns PORR mit Kupon von 5,5 Prozent und erstem Kündigungsrecht im Februar 2022. "Die Umsätze sind sehr hoch", melde der Händler. Am Freitag sei das Papier bereits zu 101,50 Prozent gehandelt worden. Die Stückelung liege hier allerdings bei 100.000 Euro. Auch Rainer Petz berichte von "mächtigen Umsätzen" in der Anleihe. (Ausgabe vom 03.02.2017) (06.02.2017/alc/a/a)
"Die aggressiven Äußerungen von Donald Trump lassen die Nachfrage nach Bundesanleihen als sicherem Hafen wieder steigen", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Allerdings gehe er nicht davon aus, dass die alten Hochs im Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) wieder erreicht würden.
Der Euro-Bund-Future habe am Freitagmittag im Vergleich zur Vorwoche etwas fester bei 161,85 Punkten notiert. Zehnjährige Bundesanleihen hätten mit 0,44 Prozent nach 0,47 Prozent am 27.01. rentiert. In ganz Europa hätten Staatsanleihen zuletzt etwas zugelegt, besonders kräftig sei der Anstieg bei britischen Gilts ausgefallen. Die Bank of England habe einer baldigen Zinserhöhung am letzten Donnerstag eine klare Absage erteilt. Einen Tag davor habe die US-Notenbank die Leitzinsen unverändert gelassen und auch keine schnelleren Zinsanhebungen signalisiert.
In der Eurozone sorge die hohe Januar-Inflationsrate von 1,8 Prozent für Unruhe und lasse die Rufe nach einer Verringerung oder einem Ende der Anleihekäufe lauter werden. EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Curé habe am vergangenen Donnerstag aber erklärt, dass die Notenbank nicht auf kurzfristige Schwankungen reagiere - speziell nicht auf die, die von Energie- und anderen Rohstoffpreisen ausgelöst würden.
Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank halte es für wichtig, dass die EZB Ruhe ausstrahle und Hektik vermeide. "Geht man davon aus, dass die Ölpreise über den restlichen Jahresverlauf einen Seitwärtstrend einschlagen, dann wird der Preis im zweiten Halbjahr nur noch etwa 15 Prozent über dem Vorjahr liegen - nach 80 Prozent im Januar - und sich damit lediglich geringfügig im Gesamtpreisindex bemerkbar machen." Entsprechend werde die Inflation am Ende dieses Jahres wieder deutlich unter die 2 Prozent-Marke fallen. "Das Inflationsziel ist also keineswegs dauerhaft erreicht. Vor diesem Hintergrund wäre es eher schädlich, jetzt einen überstürzten Kurswechsel einzuleiten." Dies gelte auch vor dem Hintergrund eines politisch fragilen Umfelds, das sich mit den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich in schweren Turbulenzen äußern könne.
"Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Schuldenkrise trotz umfangreicher Hilfspakete und EZB-Stützungsmaßnahmen noch nicht ausgestanden ist", kommentiere Marius Schad von der HSH Nordbank. Ohne nachhaltige Reformen in den Krisenländern und politischem Willen würden die EZB und ihre geldpolitischen Instrumente nach wie vor als Stabilitätsanker gebraucht, "besonders in einem Super-Wahljahr wie 2017".
Auf den Verkaufslisten im Handel mit Unternehmensanleihen habe ein bis 2026 laufender Bond (ISIN DE000A1TNC94 / WKN A1TNC9) der Aareal Bank gestanden, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Abgesehen davon sprangen generell Anleihen an, die zuvor bei 60 oder 70 Prozent gehandelt wurden - wohl in der Hoffnung auf eine vorzeitige Rückzahlung oder ein Rückkaufsangebot."
Gut angekommen sei laut Daniel eine neue Anleihe (ISIN DE000A2DADR6 / WKN A2DADR) von Sixt Leasing mit Kupon von 1,125 Prozent und Laufzeit bis 2021. Viele Abnehmer habe Brunner zufolge auch die neue Anleihe (ISIN XS1554373834 / WKN A19B3J) des Bad Homburger Gesundheitskonzerns Fresenius mit Laufzeit bis 2032 und Kupon von 3 Prozent gefunden. Für beide Papiere liege die Mindestanlagesumme bei 1.000 Euro.
Neues gebe es auch von Apple, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichte, aufgeteilt in neun Tranchen. Dabei sei eine dreißigjährige Anleihe (ISIN US037833CH12 / WKN A19C0P) mit Kupon von 4,25 Prozent sowie Papiere mit Laufzeit bis 2020 und 1,9 Prozent (ISIN US037833CK41 / WKN A19C0H), bis 2027 und 3,35 Prozent (ISIN US037833CJ77 / WKN A19C0N), bis 2024 und 3 Prozent (ISIN US037833CG39 / WKN A19C0M), bis 2019 und 1,55 Prozent (ISIN US037833CE80 / WKN A19C0F) und bis 2022 und 2,5 Prozent (ISIN US037833CM07 / WKN A19C0K). Alle würden auf US-Dollar lauten. "Das ist für Anleger im Moment natürlich besonders interessant." Die Stückelung liege bei 2.000 US-Dollar.
Brunner berichte von einer Hybridanleihe (WKN A19CTJ) des österreichischen Baukonzerns PORR mit Kupon von 5,5 Prozent und erstem Kündigungsrecht im Februar 2022. "Die Umsätze sind sehr hoch", melde der Händler. Am Freitag sei das Papier bereits zu 101,50 Prozent gehandelt worden. Die Stückelung liege hier allerdings bei 100.000 Euro. Auch Rainer Petz berichte von "mächtigen Umsätzen" in der Anleihe. (Ausgabe vom 03.02.2017) (06.02.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




